VW-Krise, Blume

VW-Krise: Blume plant 100.000 Stellenstreichungen weltweit

30.06.2026 - 19:34:40 | boerse-global.de

Volkswagen droht ein interner Machtkampf. Konzernchef Blume will bei Blockade seines Sanierungspakets eine außerordentliche Hauptversammlung erzwingen.

VW-Konzern: Machtkampf um Werkschließungen und Stellenabbau eskaliert
VW-Krise - Ein einsamer Arbeiter steht in einer leeren Fabrikhalle mit stillgelegten Maschinen, die eine wirtschaftliche Krise symbolisiert. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Konzernchef Blume will offenbar den Aufsichtsrat umgehen und eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen – falls sein Sanierungspaket blockiert wird.

Die Pläne sind radikal: Mehr als 100.000 Stellen weltweit sollen wegfallen, vier deutsche Werke dichtmachen. Betroffen wären Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk in Neckarsulm. Der Betriebsrat und das Land Niedersachsen stellen sich quer – gemeinsam halten sie 12 von 20 Stimmen im Aufsichtsrat.

Ein bestehender Tarifvertrag schließt betriebsbedingte Kündigungen bis 2030 aus. Blume sucht daher nach anderen Wegen. Zur finanziellen Stabilisierung prüft der Konzern den Verkauf von Ducati und Europcar sowie den Teilausstieg beim Lkw-Hersteller Traton. Auch das Modellportfolio soll radikal schrumpfen: Statt 150 Modellen künftig nur noch 75. Die entscheidende Aufsichtsratssitzung ist für den 9. Juli anberaumt.

Werkssterben in Sachsen und Thüringen

Doch nicht nur bei VW kriselt es. In Sachsen schließt Deutschlands größte Fliesenfabrik in Leisnig den Betrieb. Grund: Die Energiepreise sind ab dem 1. Juli nicht mehr abgesichert. 165 Arbeitsplätze fallen weg – zumindest vorerst. Die neuen Eigentümer wollen die Produktion 2027 mit mindestens 100 Mitarbeitern wieder hochfahren.

In Thüringen macht der insolvente Autozulieferer Bohai Trimet sein Werk in Sömmerda bis November dicht. Knapp 100 Beschäftigte verlieren ihren Job. Das Unternehmen fertigt Aluminiumteile für Volkswagen und hatte bereits im April 2025 Insolvenz angemeldet. Für den Standort Harzgerode in Sachsen-Anhalt mit rund 600 Mitarbeitern wird noch ein Investor gesucht – die Auslastung ist dort bis Jahresende gesichert.

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Am Chemiestandort Leuna hat die Auffanggesellschaft Leuna Polyamid einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt. Über 400 Arbeitsplätze sind gefährdet. Ursache sind gestiegene Rohstoffpreise infolge der Spannungen an der Straße von Hormus. Das Land Sachsen-Anhalt hatte das Unternehmen mit 80 Millionen Euro gestützt – jetzt wird innerhalb der nächsten sechs Monate ein Investor gesucht.

Handel vor dem Umbruch: Depot schließt, Mister Spex baut um

Die Deko-Kette Depot macht nach ihrer erneuten Insolvenz im Mai bundesweit 66 von 155 Filialen dicht. Betroffen sind Standorte in Berlin, München, Stuttgart und mehreren NRW-Städten wie Bonn, Paderborn und Münster. Rund 330 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Geschäftsführer Gries nannte Zölle, starke Online-Konkurrenz und Kaufzurückhaltung als Gründe. Der Räumungsverkauf soll bis Ende Juli abgeschlossen sein.

Mister Spex baut um: Der Optiker schließt bis Ende 2026 seinen Logistikstandort in Berlin-Spandau. Die Logistik geht an Arvato, die Glasproduktion an Rodenstock. 125 Mitarbeiter sind betroffen. Ziel ist eine kapitalärmere Unternehmensstruktur.

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Kita-Träger konsolidieren – und JD.com greift nach MediaMarkt

Im sozialen Sektor baut der insolvente Kita-Träger Pro-Liberis ab. Von 620 Stellen werden 65 gestrichen. Der Träger Zukunftsschmiede übernimmt 29 Kitas und sichert damit 1.400 Betreuungsplätze. Das Verfahren soll bis zum Herbst abgeschlossen sein.

Während viele Unternehmen schrumpfen, bahnt sich im Elektronikhandel eine Großübernahme an. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Übernahme von MediaMarktSaturn durch den chinesischen Konzern JD.com unter strengen Datenschutzauflagen genehmigt. Deutschland, Frankreich und Italien haben bereits zugestimmt. Die EU-Kommission prüft noch mögliche Subventionsverzerrungen – eine Entscheidung wird bis zum 2. Oktober erwartet. JD.com rechnet mit einer vollständigen Freigabe in der zweiten Jahreshälfte.

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