VW-Krise, Blume

VW-Krise: Blume kündigt Abbau von 50.000 Stellen an

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Volkswagen-Chef Blume stellt Werksschließungen nicht in Aussicht, kündigt aber erst in 6-12 Monaten Perspektiven für Emden an. Management-Stellen sollen um 25 Prozent reduziert werden.

VW-Chef Blume: Emden vor ungewisser Zukunft – Sparpaket und Stellenabbau im Fokus
Moderne, menschenleere Montagehalle eines Volkswagen-Werks mit Industrierobotern und Produktionsanlagen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Am 26. August 2026 trat der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Oliver Blume, vor mehr als 4.000 Beschäftigte im Werk Emden. Die Belegschaft empfing den Konzernchef auf der Betriebsversammlung mit deutlichen Unmutsbekundungen und Pfiffen. Im Zentrum der Gespräche standen die wirtschaftliche Zukunft des Standorts sowie drastische Sparpläne, die das gesamte Unternehmen betreffen könnten.

Sparziele und Standortbewertung durch den Vorstand

Oliver Blume stellte während der Versammlung klar, dass Werksschließungen zum aktuellen Zeitpunkt nicht beschlossen seien. Er kündigte jedoch an, dass Perspektiven für den Standort Emden erst innerhalb der nächsten 6 bis 12 Monate aufgezeigt werden sollen.

Die wirtschaftliche Lage bewertete der Konzernchef kritisch: Er bezifferte die Arbeitskosten am Standort Emden auf mehr als das Doppelte im Vergleich zu ähnlichen europäischen Produktionsstätten.

Für die Standorte Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm gebe es laut Blume derzeit keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre. Um die Effizienz im Konzern zu steigern, kündigte er den Abbau von 25 Prozent der Management-Stellen an.

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Als übergeordnetes Sparziel nannte der Konzernchef eine Senkung der Produktionskapazitäten in Europa um 500.000 Fahrzeuge pro Jahr. Zudem stehe ein konzernweites Sparpaket zur Diskussion, das den Wegfall von 50.000 Stellen vorsehen könnte.

Widerstand der Arbeitnehmervertreter und lokale Forderungen

Der Betriebsratsvorsitzende Manfred Wulff forderte angesichts der drohenden Einschnitte Klarheit für die rund 8.000 Mitarbeiter des Werks. Er verwies darauf, dass die Belegschaft bereits einen Beitrag zur Effizienz geleistet habe: Das Werk habe eine Kostensenkung von 20 Prozent erreicht und produziere ein Fahrzeug mittlerweile in 19 Stunden. Wulff kritisierte die Kommunikation des Vorstands als schlecht und bezeichnete ein 160-seitiges Strategiepapier der Konzernführung als aggressiv.

Die lokale Politik unterstützt die Forderungen der Belegschaft. Oberbürgermeister Kruithoff übergab Blume eine Resolution zum Erhalt des Werks, die der Emder Rat bereits am 24. August einstimmig verabschiedet hatte. In diesem Zusammenhang warnte die IG Metall vor den weitreichenden Folgen eines Stellenabbaus; inklusive der Zulieferbetriebe könnten rund 20.000 Arbeitsplätze in der Region gefährdet sein.

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Aktuelle Situation und Ausblick für das Werk Emden

Das Werk Emden beschäftigt derzeit rund 7.700 Mitarbeiter. Nach Investitionen in Milliardenhöhe hat der Standort die Produktion vollständig auf Elektrofahrzeuge, insbesondere das Modell ID.7, umgestellt.

Die Produktionszahlen sind jedoch rückläufig: Während früher rund 250.000 Fahrzeuge pro Jahr gefertigt wurden, lag die Zahl im Jahr 2024 bei lediglich 123.000 Autos. Offen bleiben Fragen zur zugesagten Produktion des ID.Tiguan sowie zur Zukunft der Lackiererei.

Im Anschluss an die Versammlung in Emden besuchte Blume am selben Tag das Werk in Zwickau, wo er vor rund 8.000 Beschäftigten sprach. Ein weiterer Besuch in Emden ist für den 31. August vorgesehen. An diesem Tag wird auch der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies am Standort erwartet, um über die weitere Entwicklung zu beraten.

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