VW-Krise, Stellen

VW-Krise: Bis zu 50.000 Stellen gefährdet – Lies sucht Austausch

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Niedersachsens Regierungschef informiert sich in Hannover über die angespannte Lage bei VW. Konzernweit drohen tausende Stellenstreichungen.

VW-Krise: Ministerpräsident besucht Werk Hannover zur Lagebesprechung
Leere Fertigungslinie in einem Volkswagen-Werk mit unfertigen Fahrzeugkarosserien in einer modernen Industriehalle. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies besucht am Montagabend, den 24.08.2026, das Volkswagen-Werk in Hannover. Im Zentrum des Termins steht der Austausch mit dem Betriebsrat und Vertretern der IG Metall über die aktuelle wirtschaftliche Krisensituation des Automobilkonzerns.

Das Treffen in der Landeshauptstadt markiert den Auftakt einer Reihe politischer Konsultationen, in deren Rahmen Lies zudem Besuche in den Werken Osnabrück und Emden sowie einen digitalen Austausch mit dem Standort Zwickau angekündigt hat.

Hannover im Fokus rückläufiger Produktionszahlen

Der Besuch am 24.08.2026 findet unmittelbar vor einer Serie von neun geplanten Betriebsversammlungen statt, die in den kommenden Tagen an verschiedenen Standorten des Konzerns abgehalten werden. Besonders das Werk in Hannover sieht sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Während die Produktion von Nutzfahrzeugen im Jahr 2017 noch bei 200.000 Einheiten lag, sank dieser Wert bis zum Jahr 2025 auf 113.500 Fahrzeuge.

Auch die Markteinführung neuer Modelle blieb hinter den Erwartungen zurück. Vom vollelektrischen ID. Buzz wurden im Jahr 2025 über 60.000 Einheiten gefertigt, obwohl intern ursprünglich mit einer Kapazität von über 100.000 Fahrzeugen kalkuliert worden war.

Im direkten Wettbewerbsvergleich der Transportersparte verzeichnete Volkswagen im Jahr 2025 rund 120.000 verkaufte Einheiten in Europa, während der Konkurrent Ford im gleichen Zeitraum gut 200.000 Fahrzeuge absetzen konnte. Zudem belasteten zeitweise fünfstellige Fabrikkosten pro Fahrzeug das Ergebnis in Hannover, während der konzernweite Durchschnitt bei rund 3.000 Euro liege.

Konzernweite Restrukturierung und gefährdete Arbeitsplätze

Die wirtschaftliche Lage des VW-Konzerns wird von Konzernchef Oliver Blume als mehr als kritisch eingestuft. Für das Jahr 2026 wird eine operative Rendite von 3,8 % ausgewiesen, was nach Unternehmensangaben nicht ausreichend sei.

Trotz bereits realisierter Einsparungen bei den Fabrikkosten von 20 % im Vorjahr müssten weitere Maßnahmen folgen. Blume bezeichnete die aktuelle Situation als Teil des größten Transformationsplans der Unternehmensgeschichte, der durch die Krise der Automobilindustrie, geopolitische Spannungen und regulatorische Hürden erschwert werde.

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Nach aktuellen Einschätzungen sind bis zu 50.000 Stellen zusätzlich gefährdet. Der Betriebsrat fordert hierzu klare Informationen, da bereits bis zum Jahr 2030 ein Abbau von 50.000 Stellen geplant war.

Betroffen von der mangelnden Auslastung und fehlenden Wettbewerbsfähigkeit für die 2030er-Jahre seien insbesondere die Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm. Werksschließungen wurden von der Konzernleitung als teuerste und letzte Lösung bezeichnet, eine Garantie für die künftige Belegung der genannten Standorte könne jedoch nicht gegeben werden.

Zeitplan der Betriebsversammlungen

In den verbleibenden Tagen des Augusts stehen für die Belegschaft wegweisende Termine an. Den Auftakt bildet die Versammlung in Wolfsburg am 25.08.2026, an der neben Oliver Blume auch Markenchef Thomas Schäfer teilnehmen soll. Weitere Treffen folgen am 26.08.2026 in Emden und Zwickau sowie am 28.08.2026 in Salzgitter. Den Abschluss der Serie bildet die Betriebsversammlung für die 12.000 Beschäftigten in Hannover am 31.08.2026.

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Der Konzernchef rief die Belegschaft angesichts der anstehenden Wochen zu geschlossenem Handeln auf, da alle Beteiligten im Transformationsprozess mitziehen müssten. An der Börse notierte die VW-Aktie (VOW3) zuletzt am 21.08.2026 bei 75,02 Euro, was einem leichten Plus von 0,78 % entsprach.

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