VW-Krise, Arbeitsplätze

VW-Krise: Bis zu 100.000 Arbeitsplätze und vier Werke auf dem Prüfstand

26.06.2026 - 18:42:05 | boerse-global.de

VW-Chef Blume plant drastische Sparmaßnahmen mit möglichen Werksschließungen in Deutschland. Gewerkschaft und Politik kündigen Widerstand an.

Volkswagen vor radikalem Umbau: Werksschließungen und Jobabbau drohen
VW-Krise - Eine nachdenkliche Silhouette eines Arbeiters in einer dunklen Autofabrik, die Unsicherheit und Arbeitsplatzkrise bei VW andeutet. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bis zu 100.000 Arbeitsplätze könnten weltweit wegfallen, mehrere deutsche Werke stehen zur Disposition.

Konzernchef Oliver Blume will die Sparziele verdoppeln. Das Transformationskonzept sieht Kostensenkungen von rund 20 Prozent bis 2028 vor. Frühere Planungen waren deutlich moderater.

Vier deutsche Werke wackeln

Besonders brisant: Die mögliche Schließung von vier Standorten in Deutschland. Betroffen sind laut Berichten Hannover, Zwickau und Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm. Zudem plant der Konzern, die Kernmarke Volkswagen und die Komponentensparte organisatorisch auszugliedern.

Der Aufsichtsrat tagt am 9. Juli zu den weitreichenden Maßnahmen. Die Entscheidungen dürften richtungsweisend für die Zukunft des Konzerns sein.

Massiver Widerstand formiert sich

Die Pläne stoßen auf scharfe Kritik. IG Metall und Betriebsrat kündigten entschiedenen Widerstand an. Die Gewerkschaft wirft dem Vorstand vor, mit unverantwortlichen Drohungen zu agieren.

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Auch die Politik schaltet sich ein. Das Land Niedersachsen hält über 20 Prozent der Stimmrechte an VW und lehnt Werksschließungen ab. Die Bundesregierung will Schließungen nach Möglichkeit verhindern.

Die Börse reagierte prompt: Die VW-Vorzugsaktie fiel um fast 4 Prozent auf 74,30 Euro.

Verkauf von Randbereichen

Parallel zur Restrukturierung treibt VW den Verkauf von Randbereichen voran. Am 25. Juni veräußerte der Konzern eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an der Großmotorentochter Everllence für 7,4 Milliarden Euro an Bain Capital.

Volkswagen bleibt mit 49 Prozent beteiligt. Für fünf deutsche Everllence-Standorte gibt es eine Bestandsgarantie bis 2030 – betriebsbedingte Kündigungen sind in diesem Zeitraum ausgeschlossen.

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Existenzbedrohende Lage

Hintergrund der drastischen Maßnahmen ist eine erhebliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Intern stufen die Vorstände die Situation als existenzbedrohend ein.

Seit 2022 haben sich die Gewinne deutscher Autobauer wie VW, BMW und Mercedes mehr als halbiert. Besonders der wichtige Markt China bereitet Sorgen: Der Marktanteil deutscher Hersteller ist dort auf 16 Prozent gefallen.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet damit, dass bis 2035 rund 225.000 Arbeitsplätze in der Branche verloren gehen könnten. Audi-Chef Gernot Döllner warnt vor einer Gefährdung des Fortbestands der gesamten deutschen Autoindustrie, sollte die Transformation nicht gelingen.

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