VW-Krise, Absatz

VW-Krise: Absatz bricht um 9 Prozent ein – Stellenabbau droht

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 01:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Källenius und Dudenhöffer plädieren für die 40-Stunden-Woche ohne Gehaltsausgleich, um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Standorte zu sichern.

Mercedes-Chef und Experte fordern längere Arbeitszeit ohne mehr Lohn
Hände eines Arbeiters an einer Montagelinie in einer Autofabrik, mit verschwommener Maschinerie und digitalen Kostengrafiken im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mercedes-Chef Ola Källenius und Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer plädieren für längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich. Ihr Ziel: die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Standorte retten.

Die Belastungen durch Energie-, Bürokratie- und Arbeitskosten steigen. Führende Branchenvertreter sehen nur einen Ausweg: eine deutliche Ausweitung der Wochenarbeitszeit.

Mercedes-Chef: Arbeitskosten massiv senken

Källenius machte am Sonntag klar: Die Arbeitszeit soll auf 40 Stunden pro Woche steigen – ohne Gehaltsanpassungen. Grund seien die im internationalen Vergleich hohen Kostenstrukturen in Deutschland.

Die Folgen sind bereits sichtbar. Hersteller verlagerten in den vergangenen Monaten Teile ihrer Produktion nach Ungarn, in die Slowakei oder nach Tschechien. Dort locken deutlich geringere Arbeitskosten. Hinzu kommen hohe Energiepreise und eine wachsende Bürokratie, die den Standort zusätzlich belasten.

Volkswagen in der Krise

Besonders hart trifft es den Volkswagen-Konzern. Dudenhöffer forderte ebenfalls das Ende der 35-Stunden-Woche bei VW. Die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche sei unumgänglich, um die hohen Produktionskosten abzufedern. Einen nennenswerten Aufschwung erwartet er erst in fünf bis sieben Jahren.

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Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im zweiten Quartal 2026 sank der Absatz um 9 Prozent auf rund 2,08 Millionen Fahrzeuge. Besonders dramatisch ist der Einbruch in China – minus 33 Prozent auf 424.300 Einheiten. In Branchenkreisen kursieren Berichte über mögliche 100.000 bis 120.000 Stellenstreichungen. Mehrere deutsche Standorte wie Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm gelten als gefährdet.

Hoffnungsschimmer und Konflikte

VW-Chef Oliver Blume will Standortschließungen durch effizientere Maßnahmen verhindern. Ein Erfolg: Die Fabrikkosten in Deutschland sanken 2025 bereits um 20 Prozent. Und der ID. Polo sorgt für Auftrieb – 50.000 Vorbestellungen in vier Wochen.

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Doch der Betriebsrat ist alarmiert. Er kritisiert die mangelnde Information der Belegschaft über die geplanten Maßnahmen. Während das Management auf harte Sparmaßnahmen drängt, fordern die Arbeitnehmer Transparenz über den drohenden Stellenabbau und die Sicherheit der Werke.

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