VW-Krise: 6 Milliarden Euro sorgen für Konflikt mit Betriebsrat
08.06.2026 - 05:34:01 | boerse-global.de
Die Unklarheit über die Finanzmittel sorgt im Konzern für dicke Luft. Betriebsrat und Belegschaft fürchten, dass das Geld vor allem in Dividenden und Boni fließt, statt in die Sicherung der Standorte.
Die Diskussion kommt zur Unzeit. Konzernchef Oliver Blume betont, dass das alte Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert. Der Druck auf das Management wächst.
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E-Autos made in Spain
Volkswagen setzt bei günstigen Elektro-Kleinwagen auf Südeuropa. Seit Juni 2026 rollen der ID. Polo und der Cupra Raval in Martorell (Spanien) vom Band. Rund zehn Milliarden Euro hat der Konzern in den Umbau der dortigen Werke gesteckt.
300.000 Fahrzeuge pro Jahr sind geplant – zu Preisen von knapp unter 25.000 Euro. Warum nicht in Deutschland? Die hohen Produktionskosten machen eine Fertigung hierzulande schlicht unrentabel. Betriebsratschefin Daniela Cavallo fordert als Ausgleich, dass die deutschen Werke künftig die margenstärkeren Modelle bauen.
Absatz eingebrochen
Die Zahlen zeigen, warum der Sparkurs so hart ist: 2025 verkaufte VW weltweit rund neun Millionen Autos – 2019 waren es noch elf Millionen. Besonders bitter: In China brach der Absatz von 4,2 auf 2,7 Millionen Fahrzeuge ein.
Der Trend ist branchenweit. Eine EY-Studie zeigt: Die deutschen Hersteller verloren im ersten Quartal 2026 vier Prozent Umsatz, während die Konkurrenz wuchs. Der operative Gewinn von VW, BMW und Mercedes war schon im Herbst 2025 massiv eingebrochen.
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Der VDA warnt: Bis 2035 könnten bis zu 125.000 Stellen in der Autoindustrie wegfallen. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies bringt daher chinesische Partner wie Xpeng ins Spiel – sie sollen in deutschen Fabriken mitproduzieren.
Wolfsburg: Hitzefrei und Software-Ärger
Im Stammwerk in Wolfsburg gibt es zumindest kurzfristige Erleichterungen: Wegen sommerlicher Temperaturen dürfen Mitarbeiter früher starten – ab sechs Uhr. Auch die Kleiderordnung wurde bis September gelockert. Über 2.500 Menschen nahmen am vierten internationalen Gesundheitslauf teil.
Technisch sorgt VW für Ärger: Der Konzern hat die API-Schnittstelle für CarNet-Dienste deaktiviert. Fremdsoftware kann keine Fahrzeugdaten mehr auslesen oder steuern. Kunden und Entwickler kritisieren die Einschränkung scharf. Tochtermarken wie Skoda prüfen, ob sie zumindest Basisfunktionen wieder freischalten können.
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