Vorstandsfluktuation: DAX-Konzerne erreichen Rekordabgang von 39
17.06.2026 - 20:23:05 | boerse-global.de
Laut dem aktuellen Vorstandsreport der Personalberatung Odgers Berndtson verzeichneten die Unternehmen zwischen April 2025 und März 2026 insgesamt 39 Abgänge. Das sind zehn mehr als im Vorjahreszeitraum.
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Ungeplante Wechsel dominieren
Fast jeder zweite Abgang erfolgte ungeplant. Die durchschnittliche Amtszeit eines CEO liegt nur noch bei 5,3 Jahren. Noch kürzer halten sich Finanzvorstände: Sie bleiben im Schnitt knapp vier Jahre im Amt.
Besonders angespannt ist die Lage beim Volkswagen-Konzern. Laut internen Befragungen sollen sechs von neun Vorstandsmitgliedern das aktuelle Geschäftsmodell als gescheitert ansehen. Die Konzernleitung will Anfang Juli ein Sanierungskonzept vorlegen.
Externe Kandidaten gefragt
Interne Karrierewege verlieren an Bedeutung. Wurden 2019 noch rund 60 Prozent der Vorstände aus dem eigenen Unternehmen rekrutiert, sank dieser Anteil auf 43 Prozent. Aufsichtsräte setzen verstärkt auf externe Kandidaten, um neue Impulse zu gewinnen.
Die Internationalität der Dax-Vorstände nimmt zu. Der Anteil nicht-deutscher Mitglieder stieg von 34 auf 37 Prozent.
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Diversität: Große Unterschiede
Für Aufsichtsräte gilt ab dem 29. Juni 2026 eine EU-weite Frauenquote von 40 Prozent. Eine vergleichbare Verpflichtung für Vorstände fehlt. Besonders deutlich zeigt sich das Defizit in Österreich: Kein börsennotiertes Unternehmen wird dort von einer Frau geführt, der Frauenanteil in den Vorständen liegt unter 14 Prozent.
Reformdruck wächst
Über 100 Gründer und Manager haben einen Appell für wirtschaftliche Reformen initiiert. Das Papier soll vor dem Koalitionsausschuss am 1. Juli vorgelegt werden. Ziel ist es, den Standort Deutschland durch strukturelle Anpassungen wieder wettbewerbsfähiger zu machen.
