Volkswagen-Auslieferungen, China-Geschäft

Volkswagen verkauft im dritten Quartal 14,3 Prozent weniger Autos

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 10:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Volkswagen hat im dritten Quartal weltweit deutlich weniger Fahrzeuge ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark brach das Geschäft in China ein, während Europa bei Elektroautos Zuwächse zeigt.

  • Neuwagen von Volkswagen stehen in Wolfsburg. (Symbolbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
    Neuwagen von Volkswagen stehen in Wolfsburg. (Symbolbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
  • Sander: Der chinesische Markt bleibt eine Herausforderung. (Archivbild) - Bild: Marius Becker/dpa
    Sander: Der chinesische Markt bleibt eine Herausforderung. (Archivbild) - Bild: Marius Becker/dpa
  • Der vollelektrische Polo ist bei Kunden beliebt. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Der vollelektrische Polo ist bei Kunden beliebt. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
Neuwagen von Volkswagen stehen in Wolfsburg. (Symbolbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa Sander: Der chinesische Markt bleibt eine Herausforderung. (Archivbild) - Bild: Marius Becker/dpa Der vollelektrische Polo ist bei Kunden beliebt. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa

China und E-Autos prägen die Quartalsbilanz

  • Volkswagen lieferte von Juli bis September weltweit 1,89 Millionen Fahrzeuge aus.
  • In China gingen die Auslieferungen im dritten Quartal um 38,5 Prozent auf knapp 406.000 Fahrzeuge zurück.
  • Für vier neue Elektromodelle in Europa liegen laut Konzern fast 150.000 Bestellungen vor.

Volkswagen hat im dritten Quartal weltweit deutlich weniger Fahrzeuge verkauft als ein Jahr zuvor.

Rückgang beschleunigt sich

Von Juli bis September lieferte der Konzern 1,89 Millionen Fahrzeuge aller Marken aus. Das waren 14,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal hatte der Rückgang 8,6 Prozent betragen, zu Jahresbeginn 4,0 Prozent.

In den ersten neun Monaten kam Volkswagen auf gut 6 Millionen Auslieferungen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach das einem Minus von 9,0 Prozent oder rund 600.000 Fahrzeugen.

China belastet die Bilanz

Zuwächse in Europa und Südamerika konnten den Einbruch in China nicht ausgleichen. In den ersten neun Monaten sanken die Auslieferungen in der Volksrepublik um 30,2 Prozent auf 1,38 Millionen Fahrzeuge.

Volkswagen kämpft dort mit einem rückläufigen Gesamtmarkt, starkem Preisdruck und wachsender Konkurrenz heimischer Hersteller. Audi-Vertriebsvorstand Martin Sander bezeichnete den chinesischen Markt als branchenweite Herausforderung und verwies auf neue, lokal entwickelte Elektromodelle.

Europa bestellt mehr Stromer

In Europa war von Januar bis September jedes fünfte ausgelieferte Fahrzeug ein reiner Stromer. Insgesamt setzte der Konzern dort gut 586.000 vollelektrische Fahrzeuge ab.

Für den ID. Polo und die Schwestermodelle VW ID. Cross, Škoda Epiq und Cupra Raval liegen nach Konzernangaben fast 150.000 Bestellungen vor. Die Auftragseingänge für Elektroautos in Europa stiegen im dritten Quartal um mehr als die Hälfte.

Weltweiter E-Auto-Absatz sinkt

Weltweit gingen die Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge im dritten Quartal um 4,7 Prozent auf gut 240.000 zurück. In China betrug das Minus 30,1 Prozent, in den USA sogar 86,4 Prozent.

Bei den Marken entwickelte sich das Bild unterschiedlich. Die Kernmarke Volkswagen Pkw verlor 19,3 Prozent, Audi 19,7 Prozent und Porsche 15 Prozent. Škoda blieb mit 256.700 Auslieferungen stabil, während Traton seine Verkäufe um 10,5 Prozent auf rund 78.900 Fahrzeuge steigerte.

China bleibt der zentrale Belastungsfaktor

Der Rückgang bei Volkswagen konzentriert sich besonders stark auf China. Im dritten Quartal sanken die Auslieferungen dort um 38,5 Prozent; damit verschärfte sich die Entwicklung gegenüber dem ersten Halbjahr. Für den Konzern ist der Markt strategisch bedeutend, zugleich treffen dort schwache Nachfrage, aggressive Preispolitik und der Aufstieg chinesischer Hersteller aufeinander.

Die Entwicklung fällt in eine Phase, in der sich der chinesische Automarkt technologisch und preislich schnell verändert. Anbieter aus China bauen ihre Position vor allem bei Elektro- und Hybridfahrzeugen aus. Volkswagen versucht deshalb, mit lokal entwickelten Elektromodellen gegenzusteuern. Der Anstieg elektrifizierter Auslieferungen bei Audi in China zeigt einen Ansatzpunkt, gleicht den Einbruch bei den Gesamtverkäufen aber noch nicht aus.

Europa liefert einen wichtigen Gegenpol

In Europa verschiebt sich die Nachfrage zugunsten vollelektrischer Modelle. Dafür sprechen steigende Auftragseingänge, ein breiteres Angebot und höhere Kraftstoffpreise. Die von Volkswagen genannten Bestellungen für neue Kompaktmodelle verdeutlichen, dass der Konzern auf einen wachsenden Massenmarkt setzt.

Für die weitere Entwicklung kommt es darauf an, ob diese Nachfrage schnell genug in tatsächliche Auslieferungen und tragfähige Margen übersetzt werden kann. Zugleich zeigen die rückläufigen weltweiten E-Auto-Zahlen, dass Europa den schwachen Absatz in China und den USA kurzfristig nicht kompensiert. Die Zahlen erhöhen damit den Druck auf Volkswagen, Kosten, Modellpalette und regionale Strategie gleichzeitig anzupassen.

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