Volkswagen, Rendite-Prognose

Volkswagen senkt Rendite-Prognose 2026 auf 1%: Milliarden-Abschreibungen

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 11:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Volkswagen erwartet 2026 nur bis zu 1 Prozent operative Marge. Sonderlasten von rund 10 Milliarden Euro drücken Ergebnis und Porsche SE-Prognose.

Volkswagen senkt Renditeziel 2026 wegen Milliardenbelastungen
Leere, lichtdurchflutete Industriehalle mit hohen Decken und Stahlkonstruktionen in einer Fabrik. Illustration mit AI erstellt.

Die Volkswagen AG hat ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2026 massiv nach unten korrigiert. Wie das Unternehmen in einem Bericht vom 18. September 2026 mitteilte, erwartet der Konzern nun lediglich eine operative Umsatzrendite von bis zu 1 %.

Ursprünglich war die Konzernleitung von einer Spanne zwischen 4,0 und 5,5 % ausgegangen. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 hatte die Rendite noch bei 2,8 % gelegen, während Analysten für das laufende Jahr im Schnitt mit 4,1 % gerechnet hatten.

Belastende Sondereffekte und Milliarden-Abschreibungen

Ein wesentlicher Grund für die Anpassung sind Sondereffekte, die sich im Jahr 2026 voraussichtlich auf insgesamt rund 10 Mrd. Euro belaufen werden. Davon wurden bereits 0,9 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2026 berichtet. Ohne Berücksichtigung dieser Sondereffekte würde die operative Marge laut Unternehmensangaben bei etwa 4,0 % liegen.

Besonders schwer wiegt eine im dritten Quartal anstehende Porsche-Goodwill-Abschreibung in Höhe von rund 6 Mrd. Euro. Diese ist zwar nicht zahlungswirksam, belastet jedoch das ausgewiesene Ergebnis erheblich. In diesem Zusammenhang wurde auch der Mittelfristkorridor für die Marke Porsche auf 10 bis 15 % gesenkt.

Weitere Belastungen für das zweite Halbjahr ergeben sich durch Restrukturierungsmaßnahmen und Wertberichtigungen im China-Geschäft, die mit insgesamt etwa 2 Mrd. Euro veranschlagt werden. Diese Summe umfasst unter anderem Aufwendungen für Vorruhestandsregelungen, den Stellenabbau sowie den geplanten Verkauf des Standorts Osnabrück.

Marktumfeld und operative Herausforderungen

Finanzchef Antlitz erläuterte, dass mehrere Faktoren gleichzeitig auf das Ergebnis drücken würden. Neben einem deutlich verschärften Marktumfeld, insbesondere in China, belaste die Verschiebung der Nachfrage hin zu Elektroautomobilen das Geschäft. Zudem blieben die Marken Audi und Volkswagen Pkw hinter den internen Erwartungen zurück. Der Gesamtmarkt in China verzeichnete laut aktuellen Daten einen Absatzrückgang von -20 %.

Für den Konzernumsatz im Gesamtjahr 2026 wird nun ein Wert von zirka 315 Mrd. Euro erwartet. Dies entspräche einem Rückgang von rund 7 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr (321,9 Mrd. Euro) und liegt innerhalb einer prognostizierten Bandbreite von -3 bis 0 %.

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Die operative Umsatzrendite von Volkswagen soll 2026 nur noch bis 1 Prozent erreichen — nach 2,8 Prozent im Vorjahr und einer ursprünglichen Prognose von 4,0 bis 5,5 Prozent. Rund 10 Mrd. Euro Sondereffekte, darunter eine Porsche-Goodwill-Abschreibung von etwa 6 Mrd. Euro, verzerren das ausgewiesene Ergebnis. Wer einschätzen will, was davon das Depot wirklich trifft, braucht eine klare Trennung von zahlungswirksamen und buchhalterischen Belastungen. Kostenlose Analyse der VW-Bilanzrisiken anfordern

Trotz der operativen Schwierigkeiten bleiben die Prognosen für den Netto-Cashflow im Bereich Automobile mit 3 bis 6 Mrd. Euro sowie für die Netto-Liquidität mit 32 bis 34 Mrd. Euro unverändert.

Personalabbau und strukturelle Anpassungen

Der Konzern treibt seine Restrukturierung weiter voran. Bis zum Jahr 2030 ist ein Abbau von insgesamt 50.000 Stellen in Deutschland vorgesehen, wovon 35.000 auf die Kernmarke entfallen. Bereits im Dezember 2024 war ein entsprechendes Sparprogramm vereinbart worden.

Aktuellen Berichten zufolge haben bereits mehr als 37.000 Mitarbeiter entsprechende Vereinbarungen zum Ausscheiden unterschrieben. Ziel bleibt es, bis zum Jahr 2030 eine Rendite von 9 % zu erreichen.

Teil der strukturellen Veränderungen ist zudem der geplante Verkauf des Standorts Osnabrück mit seinen etwa 1.800 Mitarbeitern. Als Käufer ist ein Konsortium aus einem Finanzinvestor und dem Land Niedersachsen im Gespräch.

Zusätzliche Unsicherheiten ergeben sich aus dem internationalen Handelsumfeld. Ein Zollsatz von 15 % für US-Lieferungen im Rahmen eines EU-USA-Abkommens sowie mögliche Eskalationen im Nahen Osten sind in der aktuellen Prognose noch nicht berücksichtigt.

Auswirkungen auf die Porsche SE und den Kapitalmarkt

Die Korrekturen bei Volkswagen haben unmittelbare Folgen für die Porsche Automobil Holding SE, die rund 31,9 % der Anteile an VW hält. Die Holding passte ihre Prognose für das angepasste Konzernergebnis nach Steuern für 2026 auf -0,5 bis +1,5 Mrd. Euro an (zuvor 1,5 bis 3,5 Mrd. Euro). Die Nettoverschuldung der Porsche SE wird zum 31. Dezember 2026 zwischen 4,7 und 5,2 Mrd. Euro erwartet.

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Die Porsche Automobil Holding SE hält rund 31,9 Prozent an Volkswagen und hat ihre Prognose für das angepasste Konzernergebnis nach Steuern auf -0,5 bis +1,5 Mrd. Euro gesenkt — zuvor waren 1,5 bis 3,5 Mrd. Euro veranschlagt. Bei einer Nettoverschuldung von erwartet 4,7 bis 5,2 Mrd. Euro zum Jahresende stellt sich für Anleger die Frage nach der Dividenden-Sicherheit beider Papiere. Dieser Leitfaden prüft die Ausschüttungsfähigkeit anhand der berichteten Kennzahlen. Dividenden-Check für VW und Porsche SE anfordern

Am Aktienmarkt lösten die Nachrichten heftige Reaktionen aus. Die VW-Aktie verzeichnete mit einem zeitweisen Minus von 7,5 % auf 74,96 Euro den stärksten Tagesverlust seit dem Jahr 2022. Das Papier schloss bei 76,52 Euro (-5,6 %) und war damit der größte Verlierer im DAX. Detaillierte Zahlen zum bisherigen Geschäftsverlauf will Volkswagen mit der Veröffentlichung des Neunmonatsberichts am 29. Oktober bekannt geben.

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