Volksbanken, Kryptohandel

Volksbanken öffnen sich für Krypto und setzen Neobanken unter Druck

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Volksbanken wollen mit eigenen Krypto-Angeboten jüngere Kunden binden und sich im Wettbewerb mit Neobanken behaupten. Eine Umfrage des Genoverbands zeigt, wie schnell sich das Thema in der Breite der Institute ausbreiten könnte.

  • Die Kurse von Kryptowerten wie Bitcoin und Ether schwanken stark, Kritiker warnen regelmäßig vor Spekulationsblasen. Doch das Interesse ist groß. (Symbolbild) - Bild: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
    Die Kurse von Kryptowerten wie Bitcoin und Ether schwanken stark, Kritiker warnen regelmäßig vor Spekulationsblasen. Doch das Interesse ist groß. (Symbolbild) - Bild: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
  • Etablierte Banken wie Volksbanken, Sparkassen und Privatbanken in Deutschland haben es mit zunehmender Konkurrenz von Neobanken zu tun. Zudem werben immer mehr Auslandsbanken hierzulande um Kundschaft. (Symbolbild) - Bild: Markus Scholz/dpa
    Etablierte Banken wie Volksbanken, Sparkassen und Privatbanken in Deutschland haben es mit zunehmender Konkurrenz von Neobanken zu tun. Zudem werben immer mehr Auslandsbanken hierzulande um Kundschaft. (Symbolbild) - Bild: Markus Scholz/dpa
Die Kurse von Kryptowerten wie Bitcoin und Ether schwanken stark, Kritiker warnen regelmäßig vor Spekulationsblasen. Doch das Interesse ist groß. (Symbolbild) - Bild: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa Etablierte Banken wie Volksbanken, Sparkassen und Privatbanken in Deutschland haben es mit zunehmender Konkurrenz von Neobanken zu tun. Zudem werben immer mehr Auslandsbanken hierzulande um Kundschaft. (Symbolbild) - Bild: Markus Scholz/dpa

Volksbanken wollen ihren Kundinnen und Kunden künftig verstärkt den Handel mit Kryptoanlagen wie Bitcoin und Ether ermöglichen.

Erste Institute bereits am Markt

Nach Angaben des Genoverbands sind die ersten 6 Prozent der genossenschaftlichen Institute bereits mit einem Angebot am Markt. Weitere 26 Prozent wollen nach eigener Planung spätestens in fünf Monaten eine Lösung eingeführt haben.

Mehrheit könnte nachziehen

Eine Umfrage des Verbands unter 196 Instituten, die vom 31. Juli bis 21. August lief, kommt zu dem Ergebnis, dass 59 Prozent der Häuser in den nächsten zwei Jahren interessierten Kunden den Kryptohandel anbieten dürften. Das Angebot richte sich an Selbstentscheider, also Anleger, die ihre Entscheidungen eigenständig treffen.

Druck durch neue Anbieter

Der Genoverband verbindet den Vorstoß mit dem zunehmenden Wettbewerb um junge Kunden und Einlagen. Viele Institute rechnen demnach mit einer spürbaren Verschärfung des Wettbewerbs, während ein Teil der Häuser den Einstieg in den Kryptohandel bislang nicht plant.

Auch Sparkassen bewegen sich

Zu den etablierten Finanzgruppen, die sich dem Markt öffnen, zählen auch die Sparkassen, die über ihr Wertpapierhaus ein eigenes Angebot vorbereitet haben. Damit verschiebt sich der Kryptohandel zunehmend von spezialisierten Plattformen hin zu klassischen Bankstrukturen.

Risiko bleibt zentral

Bitcoin und andere Kryptowährungen gelten wegen ihrer starken Kursschwankungen weiterhin als spekulativ. Für die Institute steht deshalb im Vordergrund, das Angebot so zu gestalten, dass Kunden innerhalb regulierter Bankstrukturen handeln können.

Die Volksbanken reagieren mit eigenen Krypto-Angeboten auf einen Markt, der sich von einem Nischenprodukt zu einem Standardthema im Retail-Banking entwickelt hat. Entscheidend ist dabei weniger die Faszination für Bitcoin als der Wettbewerb um junge, digital affine Kunden, die Wertpapier- und Sparangebote zunehmend über Apps vergleichen.

Wettbewerb um Einlagen und digitale Kundschaft

Für Genossenschaftsbanken kommt der Schritt in eine Phase, in der Neobanken und ausländische Anbieter im deutschen Markt sichtbar Druck machen. Krypto-Handel wird damit Teil einer breiteren Strategie, Kunden im eigenen Haus zu halten, statt sie für riskantere Produkte an spezialisierte Plattformen abwandern zu lassen.

Signalwirkung für den Finanzplatz

Auch die Bewegung der Sparkassen in Richtung eines eigenen Angebots zeigt, dass etablierte Institute das Thema nicht mehr aussitzen. Für Kunden bedeutet das mehr Auswahl, zugleich aber auch mehr Verantwortung, weil Kryptoanlagen stark schwanken und sich klar von klassischen Bankprodukten unterscheiden. Für die Banken ist das Thema vor allem eine Frage der Positionierung im digitalen Wettbewerb.

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