VITAKO-Fachkonferenz 'KI-Ökosystem Kommune: Entwicklungen, Lösungen, Perspektiven': jetzt entscheidet sich, ob aus Pilotprojekten Flächenwirkung entsteht
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 10:50 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Für VITAKO steht dabei eine zentrale Frage im Mittelpunkt: Wie wird aus einer Vielzahl einzelner KI-Projekte ein leistungsfähiges kommunales Ökosystem, das von vielen Verwaltungen genutzt und dauerhaft betrieben werden kann? Denn KI ist in der kommunalen Verwaltung angekommen. Jetzt kommt es darauf an, nicht nur über die Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung zu sprechen, sondern KI sicher, rechtssicher und praxistauglich in den Verwaltungsalltag zu integrieren und Lösungen für Kommunen nachnutzbar zu machen.
"Aktuell erleben wir auf der ganz großen Bühne eine Debatte darüber, wie schnell die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz voranschreiten sollte. Das ist interessant, hat aber für die kommunale Ebene nur eine bedingte praktische Relevanz. Denn hier geht es vor allem darum, den Einsatz von KI in die tägliche Arbeit zu integrieren. Die einzuhaltenden Compliance-Anforderungen machen das besonders anspruchsvoll, weshalb es für die Nutzer*innen rechtssichere und einfachere Lösungen braucht. Mit der Initiative KommI, die wir in NRW gestartet haben, fördern wir mit kommunalen Praktiker:innen die Entwicklung guter Lösungen. Dabei steht eine einfache Nachnutzung genauso im Fokus wie die Relevanz für das tägliche Tun in einer Kommunalverwaltung." Kerstin Pliquett, VITAKO Vorständin und KDN-Geschäftsleiterin
Seit der letzten VITAKO-KI-Fachkonferenz 2024 hat sich die kommunale KI-Landschaft deutlich weiterentwickelt. Neue Lösungen sind entstanden, bestehende Angebote wurden ausgebaut und erste KI-Anwendungen haben dank gemeinschaftlicher Entwicklungsprojekte den Weg in den produktiven Einsatz gefunden. Die Fachkonferenz machte diese Entwicklung anhand konkreter Praxisbeispiele sichtbar. Matthias Djurkovic von Dataport zeigte in seiner Keynote "Vom Piloten zum Dauerbetrieb: Die Rolle öffentlicher IT-Dienstleister als KI-Orchestrator", welche Bedeutung öffentliche IT-Dienstleister beim Aufbau belastbarer KI-Strukturen übernehmen können. Maximilian Brünn von govdigital gab Einblicke in die GenAI-Plattform der govdigital und stellte Möglichkeiten für einen gemeinsamen KI-Betrieb vor. Christian Davepon von der AKDB stellte den KI-Antragsmanager beziehungsweise den intelligenten Verwaltungsassistenten vor. Kerstin Pliquett vom KDN und Boris van Benthem von der Stadt Oberhausen zeigten mit "KommI" Ansätze für kommunale Intelligenz und interkommunale Zusammenarbeit. Christian Völz von der KDVZ präsentierte mit "KoKI" einen Open-Source-Ansatz für generative KI in Kommunen.
Ein Praxisbeitrag von Michael Heinze, ekom21, widmete sich dem Einsatz von KI im Bevölkerungsschutz. Markus Lemgo stellte die Nutzung von KI in der Softwareentwicklung der nextgovIT vor; Yasmeen Barbar erläuterte den sicheren und souveränen Einsatz generativer KI der regioIT im kommunalen Arbeitsalltag.
Karen Toppe, Projektleiterin BMDS, präsentierte den Marktplatz der KI-Möglichkeiten ( MAKI ), welcher als KI-Transparenzregister und Matching Plattform für KI-Systeme der deutschen Verwaltung dient. Gerade für den kommunalen Sektor ergeben sich hier Kooperations- und Nachnutzungspotentiale. MaKi schafft Transparenz darüber, welche KI-Lösungen in Bund, Ländern und Kommunen bereits erfolgreich eingesetzt werden. Das Ziel des BMDS ist, dass Verwaltungen voneinander lernen und bewährte Anwendungen schneller nachnutzen können. Gemeinsam mit den kommunalen IT-Dienstleistern sollen bewährte Anwendungen schneller ihren Weg in den Regelbetrieb finden.
Damit wird eine Entwicklung sichtbar: KI wird zunehmend zu einer Frage des dauerhaften Betriebs. "Die innovativen und souveränen KI-Lösungen aus der VITAKO-Mitgliedschaft zeigen, dass leistungsfähige, praxiserprobte Anwendungen für die Verwaltung bereits heute verfügbar sind. Entscheidend ist jetzt ihre breite Nachnutzung über souveräne Betriebsstrukturen, die Vertrauen schaffen und langfristige Handlungsfähigkeit sichern." Lars Hoppmann, geschäftsführender Vorstand VITAKO
VITAKO sieht die kommunalen IT-Dienstleister dabei in einer Schlüsselrolle. Sie verfügen über etablierte Infrastrukturen, Fachverfahren, Schnittstellen und Erfahrungen mit den Anforderungen kommunaler Verwaltungen. Dieses Know-how schafft die Voraussetzung dafür, KI nicht neben der Verwaltung, sondern in der Verwaltung einzusetzen - integriert in bestehende Prozesse und Fachverfahren und mit Blick auf eine möglichst breite Nachnutzung.
Im abschließenden Panel der Fachkonferenz ging es um die Erfolgsfaktoren für den Rollout von KI-Anwendungen auf kommunaler Ebene. Diskutiert wurden technische Voraussetzungen, Datenschutz, Sicherheit und Souveränität, KI-Marktplätze sowie die Frage, wie Zusammenarbeit beim Aufbau leistungsfähiger KI-Strukturen gelingen kann.
Als Netzwerk bringt VITAKO dafür die Perspektiven und Kompetenzen ihrer Mitgliedsunternehmen zusammen. Ziel ist es, Erfahrungen zu bündeln, erfolgreiche Lösungen schneller verfügbar zu machen und gemeinsame Standards und Strukturen weiterzuentwickeln. So kann aus vielen einzelnen KI-Anwendungen Schritt für Schritt eine gemeinsame kommunale Infrastruktur entstehen - und aus Pilotprojekten ein dauerhaft tragfähiger Bestandteil moderner Verwaltung. Die Ergebnisse der Fachkonferenz fließen in die weitere Arbeit von VITAKO zu kommunalen KI-Anwendungen, Plattformen und Standards ein.
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