Visa AR Manager: Bearbeitungszeit für Forderungen sinkt um 89%
28.05.2026 - 06:17:02 | boerse-global.deDavon profitieren vor allem Unternehmen mit komplexen Lieferketten.
Visa hat sein Visa Commercial Solutions Hub (VCS Hub) um den Visa Accounts Receivable Manager (Visa AR Manager) erweitert. Die Integration ermöglicht es ausstellenden Banken, virtuelle Kartendaten direkt an Lieferanten zu senden. Das Ziel: Die Umstellung auf virtuelle Kartenzahlungen in Unternehmensökosystemen soll automatisiert werden.
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Effizienzgewinne und globale Verfügbarkeit
Der Visa AR Manager ist bereits in 69 Ländern und Regionen verfügbar. Die Erfolgszahlen eines Kunden sprechen für sich: Die Bearbeitungszeit für offene Forderungen sank um 89 Prozent. Zudem verbesserte sich die Nettorendite um 300 Basispunkte.
Die neue Funktion wird voraussichtlich im September 2026 für berechtigte VCS-Hub-Kunden eingeführt. Visa stellt den Service den Kunden ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung. Das Unternehmen will damit die Digitalisierung von B2B-Zahlungsprozessen weiter vorantreiben.
Strategische Partnerschaften im Firmenkundengeschäft
Die Integration reiht sich in eine Serie von Maßnahmen ein, mit denen Visa seine Position im Geschäftskundensegment stärkt. Erst am 27. Mai 2026 brachte Visa gemeinsam mit PingPong eine „Card to Account Payment Solution" auf den Markt.
Dieser Dienst erlaubt es Unternehmen, Lieferantenrechnungen mit bestehenden Firmenkreditkarten zu begleichen – selbst dann, wenn der Empfänger keine Kartenzahlungen akzeptiert. Der Lieferant erhält das Geld innerhalb von null bis zwei Tagen als normale Überweisung. Der Käufer kann dagegen Zahlungsziele von über 45 Tagen nutzen.
Die Lösung ist bereits in der Europäischen Union, Großbritannien und Hongkong verfügbar. Starts in den USA und Singapur sind für das laufende Jahr geplant.
KI-gesteuerter Handel und Sicherheit
Visa-Spitzenmanager betonten am 27. Mai 2026 die Bedeutung von Mehrwertdiensten in der digitalen Wirtschaft. Andrew Torre, President of Value-Added Services, stellte klar: „Identitätsprüfung, Authentifizierung und Tokenisierung sind entscheidend, um Vertrauen im KI-gesteuerten Handel zu schaffen.“
Das Unternehmen sieht in der Tokenisierung einen Grundpfeiler des künftigen „agentischen" Handels – also von Transaktionen, die vollautomatisch durch Software-Agenten abgewickelt werden.
Doch die Sicherheitsexperten bei Visa warnen auch vor neuen Gefahren. James Mirfin, Global Head of Risk and Security Solutions, erklärte: „KI treibt die Industrialisierung von Betrug voran." Dazu zählen Deepfakes und automatisierte Cyberangriffe auf die Finanzinfrastruktur.
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Branchentrend: Automatisierung auf dem Vormarsch
Der Trend zur automatisierten Buchhaltung und Zahlungsabwicklung zeigt sich branchenweit. Beim E-Invoice Summit in Berlin, der vom 22. bis 24. Juni 2026 stattfindet, wollen Anbieter wie Insiders Technologies KI-basierte Agenten für automatisierte Purchase-to-Pay-Prozesse (P2P) vorstellen. Die Technologien konzentrieren sich auf die automatische Kontenzuordnung und die Erkennung von Anomalien in ERP-Systemen.
Russland: Nationale Karte Mir auf dem Vormarsch
In einem geopolitischen Nebenschauplatz forderte die russische Zentralbank am 26. Mai 2026 Visa und Mastercard zum formellen Rückzug vom russischen Markt auf. Der Marktanteil der beiden Anbieter sei unter 17 Prozent gefallen. Das nationale Zahlungssystem Mir hatte bis Januar 2026 über 476,5 Millionen Karten ausgegeben. Die bargeldlose Zahlungsquote in Russland erreichte 2025 bereits 88 Prozent.
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