Vietnam-Reform: Leiharbeiter-Schutz ab September mit Millionen-Strafen
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 09:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Vietnam treten in Kürze neue gesetzliche Regelungen in Kraft, die die Rechte von Leiharbeitern stärken und Unternehmen bei Verstößen gegen das Gleichbehandlungsprinzip finanziell stärker belasten. Ab dem 10. September 2026 müssen Leiharbeitsunternehmen mit erheblichen Geldstrafen rechnen, wenn sie ihren Angestellten für die gleiche Qualifikation und Tätigkeit eine geringere Vergütung zahlen als den Stammarbeitern im Entleiherbetrieb. Die Grundlage für diese verschärften Maßnahmen bildet das Dekret 283/2026/ND-CP.
Rechtliche Grundlagen und Inkrafttreten
Mit dem Inkrafttreten von Dekret 283/2026/ND-CP, insbesondere durch die Bestimmungen in Klausel 5 des Artikels 19, setzt die vietnamesische Regierung ein deutliches Zeichen gegen Lohndiskriminierung. Das Gesetz zielt darauf ab, die Lohnschere zwischen fest angestelltem Personal und über Subunternehmen beschäftigten Arbeitskräften zu schließen.
Sofern Leiharbeitsunternehmen ihren Mitarbeitern einen niedrigeren Lohn gewähren als den regulären Beschäftigten des Kundenunternehmens, die über eine vergleichbare Qualifikation verfügen und dieselbe Arbeit verrichten, werden Sanktionen fällig. Diese bewegen sich in einem Rahmen von 10 Millionen VND bis hin zu 100 Millionen VND. Die Neuregelung soll sicherstellen, dass das Prinzip Gleicher Lohn für gleiche Arbeit im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung konsequenter angewandt wird.
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Staffelung der Bußgelder nach Mitarbeiterzahl
Ein wesentliches Merkmal der neuen Verordnung ist die Staffelung der Strafzahlungen. Die Höhe der Bußgelder richtet sich dabei nach der Anzahl der von der Lohndiskriminierung betroffenen Mitarbeiter. Unternehmen müssen je nach Schweregrad der Verstöße mit folgenden finanziellen Konsequenzen kalkulieren:
- Bei 1 bis 10 betroffenen Mitarbeitern wird eine Strafe von 10 bis 20 Millionen VND fällig.
- Sind 11 bis 50 Angestellte betroffen, erhöht sich das Bußgeld auf 20 bis 40 Millionen VND.
- In Fällen, in denen 51 bis 100 Mitarbeiter ungleich bezahlt werden, liegt der Strafrahmen zwischen 40 und 60 Millionen VND.
- Bei einer Anzahl von 101 bis 300 betroffenen Personen werden 60 bis 80 Millionen VND aufgerufen.
- Verstöße, die mehr als 301 Mitarbeiter betreffen, können mit Bußgeldern zwischen 80 und 100 Millionen VND geahndet werden.
Diese degressive Staffelung verdeutlicht, dass insbesondere größere Verstöße, die eine Vielzahl von Arbeitnehmern betreffen, durch die Behörden schärfer sanktioniert werden sollen.
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Verschärfte Regeln für Mindestlöhne und Zahlungsfristen
Neben der Bekämpfung der Lohnungleichheit sieht das Dekret 283/2026/ND-CP ab dem 10. September 2026 weitere Verschärfungen im Arbeitsrecht vor. Diese betreffen vor allem die Einhaltung von Zahlungsfristen und die Sicherung des gesetzlichen Mindestlohns.
Für verspätete Lohnzahlungen können künftig Geldstrafen zwischen 5 und 50 Millionen VND verhängt werden. Noch deutlicher fallen die Sanktionen aus, wenn Unternehmen den vorgeschriebenen Mindestlohn unterschreiten. In solchen Fällen sieht der Gesetzgeber Strafen von 20 bis 75 Millionen VND vor.
Zusätzlich zu den reinen Bußgeldern sind die betroffenen Unternehmen verpflichtet, sämtliche ausstehenden Beträge an die Arbeitnehmer nachzuzahlen. Diese Nachzahlungen müssen laut der neuen Verordnung zudem verzinst werden, um die finanziellen Einbußen der Beschäftigten durch die verzögerte oder zu geringe Entlohnung auszugleichen. Damit erhöht der vietnamesische Staat den wirtschaftlichen Druck auf Arbeitgeber, ihre Lohnbuchhaltung und die Einhaltung der gesetzlichen Standards strikt zu kontrollieren.
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