Vietnam, Gewerkschaftsbund

Vietnam: Gewerkschaftsbund unterzeichnet Arbeitnehmer-Schutzabkommen bis 2030

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vietnam treibt Arbeitnehmerrechte und Wirtschaftszonen voran: Neue Abkommen, Milliarden-Investitionen und Rekordzahlen bei Gewerkschaften prägen die Entwicklung.

Vietnam: Gewerkschaften, Freihandelszonen und Milliarden-Investitionen treiben Wachstum
Moderne Industriearchitektur in einer vietnamesischen Sonderwirtschaftszone bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Vietnam verstärkt den Schutz von Arbeitnehmerrechten und den Ausbau neuer Wirtschaftszonen. Im Zentrum stehen Kooperationsabkommen, Millionen-Investitionen und die Vorbereitung auf internationale Gipfeltreffen.

Phu Quoc setzt auf Zusammenarbeit

Am 29. Juli unterzeichneten der Gewerkschaftsbund der Provinz An Giang und das Parteikomitee der Sonderwirtschaftszone Phu Quoc ein Kooperationsabkommen für 2026 bis 2030. Ziel ist die Stärkung des Arbeitnehmerschutzes und der systematische Ausbau der Gewerkschaftsmitglieder. Phu Quoc erwirtschaftet über 30 Prozent der Haushaltseinnahmen der Provinz.

Ein Schwerpunkt: die Vorbereitung auf die APEC-Hochrangigenwoche 2027. Der Gewerkschaftsverband will durch proaktive Arbeit ein harmonisches Arbeitsumfeld schaffen. Bei einer Sitzung des Volksrats am 30. Juli zog die Sonderzone Bilanz: Über 5,7 Millionen Touristen und Budgeteinnahmen von mehr als 1.860 Milliarden VND – die meisten Ziele wurden erreicht. Offen bleiben infrastrukturelle Probleme wie Verkehrsstaus, Umsiedlungen und Entschädigungsfragen.

Hai Phong expandiert massiv

Parallel treibt die Regierung den Ausbau neuer Wachstumsräume voran. Vizepremierminister Le Tien Chau gab am 30. Juli die Gründung neuer Zonen in Hai Phong bekannt: eine Sonderwirtschaftszone mit rund 5.300 Hektar sowie eine südliche Küstenwirtschaftszone über 20.000 Hektar.

In Hai Phong eröffnete zudem die landesweit erste Freihandelszone mit 41 genehmigten Pilotmechanismen. Die Stadt verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 ein BIP-Wachstum von 11,33 Prozent und zog ausländische Direktinvestitionen von über 3,1 Milliarden USD an.

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Rekordzuwächse in Ninh Binh

In den Industrieparks der Provinz Ninh Binh zeigt sich ein deutlicher Trend zur Institutionalisierung von Arbeitsbeziehungen. Der Gewerkschaftsausschuss des Industrieparks Chau Son meldete am 29. Juli beeindruckende Zahlen: 35 neue Basisgewerkschaften und über 25.000 neue Mitglieder im ersten Halbjahr – die Zielvorgaben wurden deutlich übertroffen. Das Durchschnittseinkommen liegt bei 6 bis 7 Millionen VND pro Monat.

Einen Tag später folgte die Gründung von zehn weiteren Basisgewerkschaften in den Industrieparks Thanh Liem und Chau Son, darunter in Elektronik- und Wissenschaftsunternehmen. Bereits 88 Prozent der Unternehmen in der Region haben Tarifverträge unterzeichnet. Ein Unternehmen erhöhte nach Verhandlungen sogar die Zuschüsse für Mahlzeiten.

Soziale Infrastruktur als Standortfaktor

Um die Attraktivität der Industriestandorte langfristig zu sichern, plant das Bauministerium neue Vorzugsregelungen für Investitionen in Arbeiterwohnungen. Grundlage sind das Wohnungsgesetz von 2023 und eine Resolution vom Mai 2025. Die Priorität liegt auf Mietmodellen direkt in oder an den Industriegebieten.

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Internationale Gewerkschaftsverbände weisen derweil auf Governance-Risiken hin. UNI Global warnte Investoren vor den Folgen auslaufender Rahmenabkommen bei einem großen Dienstleister für Geschäftsprozess-Outsourcing. Die Vereinbarung endete im Mai 2026 – eine Verlängerung blieb offen.

Ein Bericht des UNODC zeigt zudem die sicherheitspolitischen Herausforderungen: Die Kosten organisierter Kriminalität in Südostasien erreichten 2025 bis zu 114 Milliarden USD. Cyberbetrug und Kryptowährungen gelten als zentrale Treiber. Für die Verwaltungen der Sonderwirtschaftszonen erhöht das den Druck, nicht nur soziale, sondern auch sicherheitstechnische Standards zu verbessern.

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