Verwertungsquote mineralischer Bauabfälle erneut über 90 Prozent
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 09:23 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS"Die Beteiligten der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau arbeiten seit drei Jahrzehnten vertrauensvoll zusammen. Die Ergebnisse des neuesten Berichts unterstreichen erneut das starke Engagement der Branche in diesem Bereich", sagt Dr. Berthold Schäfer, Sprecher der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau. Der Bericht stützt sich auf amtliche Daten des Statistischen Bundesamts. Es ist die erste Erhebung auf Grundlage des neuen bundeseinheitlichen Rechtsrahmens der Mantelverordnung.
Der Anfall mineralischer Bauabfälle sinkt gegenüber 2022 um 32,7 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Rückgang von 15,7 Prozent (2022: 207,9 Millionen Tonnen). Bei den körnigen Fraktionen liegt die Verwertungsquote bei 95,1 Prozent, bei Boden und Steinen liegt sie bei 87,8 Prozent. Aus den mineralischen Bauabfällen entstanden 64,3 Millionen Tonnen Recycling-Baustoffe. Sie decken 13,2 Prozent des Bedarfs an Gesteinskörnungen von 486,1 Millionen Tonnen. Zählt man industrielle Nebenprodukte wie Aschen und Schlacken hinzu, steigt die Substitutionsquote auf 17,5 Prozent. Der Einsatz von Recycling-Baustoffen in der Produktion von Asphalt und Beton hat gegenüber 2022 um 4 Prozent zugenommen und liegt nun bei 23,3 Prozent.
Konjunktur erklärt den Rückgang beim Abfallaufkommen
Schäfer führt die sinkende Menge an Bauabfällen auf die anhaltend schwache Baukonjunktur zurück: "Das Aufkommen an Abbruchmaterial folgt den rückläufigen Bauinvestitionen. Steigen die Bauinvestitionen, steigen Abfallaufkommen und Gesamtbedarf gleichermaßen. Die Substitutionsquote bleibt daher konstant. Weitere Steigerungen sind begrenzt."
Im Tiefbau konnten zuletzt zwar weitere Potenziale erschlossen werden. Dort entstehen rund 17 Prozent mehr Recycling-Baustoffe als 2012. Die Produktion von Recycling-Baustoffen aus dem Hochbau war allerdings rückläufig und sank um 10 Prozent gegenüber 2012. Die Initiative unterstützt das Ziel der Bundesregierung, Ressourcen effizient einzusetzen. Sie vermisst bei den politischen Zielsetzungen aber den Blick in die Praxis. "Die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie sieht eine Verdoppelung der Substitutionsquote vor. In unserem Bereich lässt sich das praktisch nicht umsetzen", so Schäfer.
Erstmalig basiert der neue Monitoringbericht auf dem Rechtsrahmen der 2023 in Kraft getretenen Mantelverordnung. Ein Einfluss der geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen auf die Verwertung mineralischer Ersatzbaustoffe ist mit Blick auf die Ergebnisse jedoch nicht feststellbar. Schäfer verweist auch hier darauf, dass die schwache Baukonjunktur mögliche Effekte durch die Verordnung überlagere. Mit den Vereinfachungen der geplanten EBV-Novelle verbindet die Initiative die Hoffnung, die Verwertungsquoten zukünftig weiter steigern zu können.
Die Monitoring-Berichte stehen kostenlos unter www.kreislaufwirtschaft-bau.de zur Verfügung.
Seit 1995 setzt sich die Initiative Kreislaufwirtschaft Bau als Verbund der deutschen Baustoffindustrie, der Bauwirtschaft und der Entsorgungswirtschaft für die Förderung der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen ein. Im Zweijahresturnus veröffentlicht der Branchenverbund die aktuellen Daten zum Aufkommen und zum Verbleib mineralischer Bauabfälle. Damit dokumentiert die Initiative ihr Engagement zum Schutz natürlicher Ressourcen und zur Steigerung der Ressourceneffizienz.
Folgende Verbände sind Mitglied der Initiative:
Pressekontakt:
Initiative Kreislaufwirtschaft Bau
c/o Bundesverband Baustoffe - Steine und Erden e.V.
Dr. Berthold Schäfer
Tel.: (030) 7261999-24
E-Mail: b.schaefer@bvbaustoffe.de
www.kreislaufwirtschaft-bau.de
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