Versicherungssektor, Null-Toleranz-Abkommen

Versicherungssektor: Null-Toleranz-Abkommen gegen digitale Belästigung

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 22:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

UNI Europa Finance und Branchenverbände aktualisieren ihr Abkommen von 2022 mit Regeln gegen digitale Belästigung und für besseren Opferschutz.

Europäische Versicherungsbranche stärkt Schutz vor Gewalt und Belästigung
Ein minimalistisch gestalteter, heller Büroraum mit leeren Arbeitsplätzen und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Die europäischen Sozialpartner der Versicherungsbranche haben in Brüssel ein gemeinsames Zusatzabkommen zur Bekämpfung von Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz unterzeichnet. Zu den beteiligten Organisationen zählen die Gewerkschaftsseite UNI Europa Finance sowie die Arbeitgeber- und Branchenverbände Insurance Europe, AMICE und BIPAR.

Wie aus einem Bericht von UNI Europa Finance vom 17. September 2026 hervorgeht, soll das sogenannte Addendum den Schutz der Beschäftigten im europäischen Finanz- und Versicherungssektor an veränderte Rahmenbedingungen der Arbeitswelt anpassen.

Aktualisierung der Vereinbarung aus dem Jahr 2022

Mit dem neuen Dokument knüpfen die Verbände an bestehende Abkommen des sektoralen sozialen Dialogs auf europäischer Ebene an. Das nun verabschiedete Addendum dient der Aktualisierung der Gemeinsamen Erklärung aus dem Jahr 2022.

Bereits damals hatten sich die Sozialpartner darauf verständigt, präventive Maßnahmen gegen Fehlverhalten im Arbeitsumfeld festzulegen. Die aktuelle Vereinbarung baut auf diesen Grundlagen auf und präzisiert die Handlungsfelder für Versicherungsunternehmen und Beschäftigte in den Mitgliedstaaten.

Fokus auf digitale Belästigung und Opferschutz

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Neuregelung betrifft die Arbeitsbedingungen im digitalen Raum. Die Unterzeichner haben in dem Zusatzabkommen den Grundsatz einer Null-Toleranz gegenüber digitaler Belästigung verbindlich verankert. Damit reagieren die Verbände auf Gefährdungen, die im Rahmen ortsunabhängiger oder über elektronische Kommunikationsmittel organisierter Arbeit entstehen können.

Anzeige

Wer sich mit dem Schutz der Mitarbeiter im digitalen Raum befasst, findet in diesem E-Book wichtige Strategien für die IT-Sicherheit und Datenschutz-Compliance. Bewährte Strategien und Vorlagen jetzt kostenlos verfügbar

Darüber hinaus umfasst die Vereinbarung dezidierte Regelungen zum Opferschutz. Betroffenen von Belästigung oder Übergriffen am Arbeitsplatz soll durch klare Vorgaben und Unterstützungsmechanismen mehr Sicherheit innerhalb der betrieblichen Strukturen garantiert werden.

Geschlechtersensible Risikoprüfung vor dem Hintergrund europäischer Daten

Neben dem Schutz von Betroffenen legt das Dokument ein besonderes Gewicht auf betriebliche Präventionsmaßnahmen. Vorgesehen ist die Einführung von geschlechtsspezifischen beziehungsweise geschlechtersensiblen Risikoprüfungen. Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter sollen Arbeitsumgebungen und betriebliche Abläufe gezielt daraufhin analysieren, inwiefern spezifische Gefährdungen für Beschäftigte bestehen.

Anzeige

Um psychische Belastungen und Überlastungsgefahren frühzeitig im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu erkennen, bietet dieses Paket rechtssichere Unterstützung. Psychische Belastungen erkennen, bevor Kollegen ausfallen – kostenlose Muster-Vorlagen

Die Sozialpartner stützen ihre Initiative dabei auf statistische Erhebungen auf europäischer Ebene. In der Erklärung wird ausdrücklich auf Daten von Eurostat verwiesen, wonach jede dritte Frau in der Europäischen Union geschlechtsspezifische Gewalt erlebt. Diese Größenordnung verdeutlicht aus Sicht der Branchenvertreter die Notwendigkeit, auch am Arbeitsplatz Schutzkonzepte systematisch zu überprüfen und verbindliche Schutzstandards einzuführen.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70120754 |