Verpackungsgesetz: Neue EU-Regeln für Handel ab August 2026
21.06.2026 - 06:23:06 | boerse-global.de
Juni das neue Verpackungsrechtsdurchführungsgesetz verabschiedet. Es schafft die nationale Grundlage für die europäische Verpackungsverordnung (PPWR), die am 12. August in Kraft tritt.
Wirtschaftsverbände wie der Handelsverband Deutschland (HDE) lobten die bürokratiearme Fassung. Doch auf europäischer Ebene brodelt es: Wer trägt die Verantwortung? Und reichen die Fristen?
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Streit um Herstellerverantwortung und Eigenmarken
Im Zentrum steht die Frage, wer für Entsorgung und Lizenzierung von Verpackungen zahlt. Die EU-Kommission bestätigte Mitte Juni: Der Handel gilt bei Eigenmarken und importierten Fremdmarken ohne deutschen Zwischenhändler als Erzeuger.
Das sorgt für Spannungen. Viele Händler drängen ihre Lieferanten, die Erzeugerrolle zu übernehmen. Experten warnen vor Vertriebsverboten und einer Liquiditätskrise bei dualen Systemen, falls bis zum Stichtag keine Einigung steht.
Zusätzlich zündelt die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR). Eine geplante Auslegung besagt: Schon das Aufkleben eines Versandetiketts könnte Händler zum Verpackungsverantwortlichen machen. Der Händlerbund widerspricht. Die offizielle Veröffentlichung wird im Juli erwartet.
Forderung nach Aufschub
Die Zeit wird knapp. Bundesumweltminister Carsten Schneider will laut Medienberichten in Brüssel einen vier Monate langen Aufschub für die PPWR beantragen.
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Auch lokal stockt es. Potsdam verschiebt die geplante Verpackungssteuer auf Einweggeschirr vom 1. Juli auf den 1. Oktober. Die Stadt will mehr Abstimmungsbedarf mit der Wirtschaft. Die hatte das Vorhaben als zu bürokratisch kritisiert. Vorgesehen sind unter anderem 50 Cent pro Einwegbecher.
Novelle im Herbst geplant
Trotz der Verabschiedung ist bereits eine weitere Novelle für Herbst 2026 angesetzt. Sie soll Anpassungen beim Getränke-Pooling und Änderungen an Paragraf 26 des VerpackDG bringen.
Die Branche stellt sich neu auf. Die Unternehmen Bom Group und Havecon bündeln ihre Gewächshausbau-Aktivitäten unter dem Dach von Atrium Agri. Ziel: die Marktposition festigen.
Die Verbrauchererwartungen an nachhaltige Verpackungen bleiben hoch, zeigt eine Erhebung des Deutschen Verpackungsinstituts. Gleichzeitig ziehen neue EU-Richtlinien die Grenzen für Aussagen zur Klimaneutralität oder Recyclingfähigkeit enger. Darauf weist die Publikation „The Packaging Truth“ hin.
