Vereinbarkeit Familie-Beruf: 43% der Eltern bewerten Situation als schlecht
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
43 Prozent der berufstätigen Eltern bewerten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als schlecht. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Sozialverbands Deutschland (SoVD) in Zusammenarbeit mit Civey. Besonders Frauen sind unzufrieden: 48 Prozent von ihnen geben eine probate negative Bewertung ab, bei den Männern sind es 38 Prozent.
Die Betreuungssituation fällt dabei besonders negativ auf. Nur 12 Prozent der Befragten halten die vorhandenen Kita- und Betreuungsangebote für ausreichend. Befragt wurden 2.000 erwerbstätige Eltern zwischen dem 18. Juni und 6. Juli 2026.
Bundeskabinett beschließt neue Regeln für die Wissenschaft
Am 29. Juli brachte das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Modernisierung des Befristungsrechts im Wissenschaftsbereich auf den Weg. Die Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes sieht unter anderem Mindestvertragslaufzeiten für Erstverträge vor. Zudem sollen Mutterschutz- und Elternzeitregelungen auf Drittmittelbefristungen ausgeweitet werden.
Auch auf Länderebene tut sich etwas. In Baden-Württemberg diskutierte ein runder Tisch in Stuttgart die Einführung eines verbindlichen und beitragsfreien letzten Kita-Jahres. Vertreter aus Kommunen, Wissenschaft und Trägern erörterten die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen.
Hamburg startete Pilotprojekte mit speziellen Workshops und Austauschformaten für Mütter und Väter. Auch Beschäftigte mit Pflegeverantwortung erhalten Unterstützung. Erste Rückmeldungen werden bis zum Sommer 2026 erwartet.
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Fachkräftemangel und hohe Kosten durch psychische Erkrankungen
Die wirtschaftliche Relevanz des Themas zeigt sich in regionalen Foren. Bei einer Veranstaltung im Landkreis Erlangen-Höchstadt wurde deutlich: Nur 10 Prozent der Beschäftigten fühlen sich emotional eng an ihren Arbeitgeber gebunden. 42 Prozent der Arbeitnehmer ziehen bei mangelnder Vereinbarkeit einen Jobwechsel in Betracht.
Experten für betriebliches Gesundheitsmanagement warnen vor den ökonomischen Folgen. Psychische Erkrankungen verursachen jährlich volkswirtschaftliche Schäden von über 140 Milliarden Euro. Gefordert werden verlässliche Zeitstrukturen und flexible Kinderbetreuung als Wirtschaftsfaktor.
Immer mehr Unternehmen treten Familiennetzwerken bei
Die Lämmerzahl GmbH aus Dortmund trat am 28. Juli dem bundesweiten Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ bei. Das Netzwerk fördert flexible Arbeitszeit- und Teilzeitmodelle und zählt mittlerweile über 9.100 Mitglieder.
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In Bayern schloss sich die Dr. Hepper GmbH dem „Familienpakt Bayern“ an – einer Initiative der Staatsregierung und der bayerischen Wirtschaftskammern. Ziel ist die bessere Vernetzung von Arbeitgebern und die Etablierung familienbewusster Arbeitsbedingungen.
Im Kreis Warendorf setzen Wirtschaftsförderer auf regionale Siegel wie das Label „Attraktiver Arbeitgeber“. Im vergangenen Jahr gingen über 100 Bewerbungen ein. Zu den Kriterien zählen neben der Unternehmenskultur explizit die Arbeitszeitgestaltung und die Resilienz der Betriebe.
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