VDMA fordert Importverbote für unsichere Maschinen aus China
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 10:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) fordert schärfere Kontrollen und Importverbote für unsichere Maschinen aus Drittstaaten.
VDMA verlangt schwarze Liste
Hersteller, deren Maschinen wesentliche Sicherheitsanforderungen nicht erfüllten, müssten auf eine schwarze Liste gesetzt werden, erklärte der Verband. Dies solle unmittelbar ein Importverbot für ihre Produkte nach sich ziehen. Als Vorbilder nannte der VDMA unter anderem die USA und Indien.
Nach einer Befragung von mehr als 400 Mitgliedsunternehmen sehen knapp zwei Drittel der Firmen Wettbewerb durch Maschinen, die wichtige Sicherheitsanforderungen nicht einhalten. Genannt werden fehlende Notabschaltungen, mangelhafte Schutzvorrichtungen und Defizite bei der elektrischen Sicherheit.
China häufigstes Herkunftsland
Mehr als die Hälfte der betroffenen Unternehmen berichtet von Auftragsverlusten. Anbieter mit niedrigeren Sicherheitsstandards könnten dadurch Preisvorteile erzielen, argumentiert der Verband.
In der Umfrage unter Firmen aus knapp 20 Fachzweigen wurde China mit 52 Prozent am häufigsten als Herkunftsland unsicherer Maschinen genannt. Es folgten Indien und die Türkei. In 37 Prozent der Fälle ließ sich die Herkunft nicht eindeutig zuordnen.
Forderung nach einheitlicher Überwachung
„Sicherheit darf kein Wettbewerbsnachteil sein“, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Deutsche Unternehmen hielten europäische Vorschriften ein und investierten erhebliche Mittel in sichere Maschinen, erklärte er.
Der Verband verlangt neben Importverboten für auffällige Hersteller schärfere Produktkontrollen und eine Marktüberwachung aus einer Hand. Die bestehenden Strukturen reichten nach Einschätzung des VDMA nicht aus, um unsichere Produkte wirksam vom europäischen Markt fernzuhalten. Betroffen seien auch die Sicherheit von Beschäftigten und der faire Wettbewerb.
Regeln sollen Sicherheit absichern
Maschinen, die in der Europäischen Union angeboten werden, müssen grundlegende Anforderungen an Gesundheit und Sicherheit erfüllen. Dazu gehören unter anderem Schutzvorrichtungen, Not-Halt-Einrichtungen und eine sichere elektrische Ausrüstung. Bei Importen aus Drittstaaten tragen neben den Herstellern auch Importeure und weitere Wirtschaftsakteure Verantwortung dafür, dass diese Vorgaben eingehalten werden.
Der Streit betrifft damit zwei Ebenen: den Schutz von Beschäftigten in Betrieben und die Wettbewerbsbedingungen für Hersteller. Wenn unsichere Anlagen mit niedrigeren Produktions- oder Prüfkosten angeboten werden, können Anbieter, die europäische Anforderungen erfüllen, preislich ins Hintertreffen geraten. Für Unternehmen werden deshalb nicht nur mögliche Unfälle, sondern auch Haftungs-, Nachrüstungs- und Stillstandsrisiken relevant.
Kontrolle als praktische Herausforderung
Eine wirksame Marktüberwachung muss auffällige Produkte erkennen, Prüfungen veranlassen und Verstöße bis zum Verkaufsstopp verfolgen. Das ist bei komplexen Maschinen besonders anspruchsvoll, weil Mängel oft erst bei Installation, Inbetriebnahme oder im laufenden Betrieb sichtbar werden. Eine zentrale Koordinierung könnte Verfahren vereinheitlichen und Zuständigkeiten klarer machen.
Für die deutsche Industrie geht es zugleich um die Abgrenzung zwischen legitimer Sicherheitskontrolle und pauschalen Handelsbeschränkungen. Ein Vorgehen gegen konkrete Hersteller und nachgewiesene Verstöße wäre gezielter als ein generelles Verbot nach Herkunftsland. Die Debatte fällt zudem in eine Phase zunehmender handelspolitischer Spannungen zwischen der EU und China. Für Käufer und Betreiber bleibt entscheidend, vor der Beschaffung Konformität, Dokumentation, Wartung und Ersatzteilversorgung sorgfältig zu prüfen.
