Varta-Insolvenz, Arbeitsplätze

Varta-Insolvenz: 2.300 Arbeitsplätze in Gefahr nach Investorensuche

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Varta findet offenbar Investoren für eine Rettung. Der Insolvenzverwalter prüft Optionen zur Stabilisierung und zum Erhalt von rund 2.300 Arbeitsplätzen.

Varta: Mehrere Investoren zeigen Interesse an Übernahme oder Beteiligung
Moderne Produktionsanlage eines Batterieherstellers mit Fokus auf Fertigungsmaschinen in einer Industriehalle. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der angeschlagene Batteriehersteller Varta hat offenbar mehrere Interessenten für eine Übernahme oder Beteiligung gefunden. Der vorläufige Insolvenzverwalter meldete Ende Juli ein deutliches Interesse potenzieller Investoren. Im Fokus stehen die Stabilisierung des Geschäftsbetriebs und der Erhalt von rund 2.300 Arbeitsplätzen.

Vom Sanierungskurs zur vorläufigen Insolvenzverwaltung

Die wirtschaftliche Schieflage des 1887 gegründeten Unternehmens gipfelte am 24. Juli in einem Insolvenzantrag. Ursprünglich war eine Sanierung in Eigenverwaltung geplant, doch mittlerweile läuft ein reguläres vorläufiges Insolvenzverfahren für die Varta AG und drei weitere Konzerneinheiten. Die Leitung hat Rechtsanwalt Tobias Wahl von der Kanzlei Anchor übernommen.

Nicht betroffen ist die bereits ausgegliederte Sparte für Haushaltsbatterien. Für die übrigen Unternehmensteile wird nun eine Investorenlösung gesucht. Ob strategische Partner aus der Industrie oder Finanzinvestoren interessiert sind, blieb zunächst offen. Das Ziel: das Unternehmen nachhaltig sanieren und eine langfristige Zukunftslösung finden.

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Die Unsicherheit über die künftige Konzernstruktur sorgt bei den Beschäftigten für erhebliche Unruhe. Von den insgesamt etwa 3.200 Mitarbeitern der Gruppe sind rund 2.300 direkt vom Insolvenzverfahren betroffen. In der vergangenen Woche strich das Unternehmen am Standort Nördlingen bereits 350 Stellen.

Die IG Metall organisierte daraufhin am 31. Juli eine Kundgebung in Ellwangen. Die Arbeitnehmervertreter fordern eine Lösung ohne betriebsbedingte Kündigungen und den Erhalt der Standorte. Der Insolvenzverwalter verwies derweil auf die Zukunftsbranche Energiespeicher: Varta verfüge über wichtiges Know-how und globale Kundenbeziehungen.

Milliardenrisiko und Aktienabsturz

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Die Krise des Unternehmens, das unter anderem Apple zu seinen Großkunden zählt, hat mehrere Ursachen. Rund 500 Millionen Euro Kredite flossen in die Expansion im Bereich E-Mobilität – das belastete die Bilanz massiv. Auch an der Börse ging es steil bergab: Einst erreichte die Aktie Höchststände von bis zu 160 Euro, heute ist davon kaum noch etwas übrig.

CEO Michael Ostermann und Hauptaktionär Michael Tojner müssen nun entscheiden, wie die Sanierung konkret aussehen soll. Der Insolvenzverwalter prüft, ob ein Paketverkauf des gesamten Konzerns oder Einzelveräußerungen der Geschäftsbereiche die besseren Chancen bieten. Ein Fokus liegt auf der Fortführung der technologisch anspruchsvollen Produktion von Energiespeichern, um die Marktposition trotz Insolvenz zu behaupten.

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