Valeo-Sozialplan: 163 Jobs bis Ende 2027 gesichert, 20.000 Euro Abfindung
06.06.2026 - 04:48:46 | boerse-global.de
Nach Verhandlungen mit dem Betriebsrat unterschrieb das Unternehmen am Donnerstag einen Sozialplan für die 163 verbleibenden Beschäftigten.
Statt zum 31. März 2027 wird das Mühlhausener Werk nun erst zum 31. Dezember 2027 dichtmachen. Die Mitarbeiter gewinnen damit neun Monate zusätzliche Beschäftigungszeit.
Wenn Betriebsschließungen und Kündigungswellen drohen, ist die Verhandlung eines fairen Sozialplans die zentrale Aufgabe des Betriebsrats. Dieser kostenlose Ratgeber unterstützt Arbeitnehmervertreter mit praxisnahen Anleitungen und Mustern für ein gerechtes Punkteschema. Kostenlosen Ratgeber für Betriebsräte jetzt herunterladen
Abfindungen und Transfergesellschaft
Der Sozialplan garantiert jedem der 163 betroffenen Mitarbeiter eine Abfindung von mindestens 20.000 Euro. IG-Metall-Mitglieder erhalten zusätzlich 4.000 Euro.
Kern der Einigung ist eine Transfergesellschaft. Beschäftigte können dort bis zu zwölf Monate bleiben und bekommen 80 Prozent ihres bisherigen Gehalts. Die Gesellschaft soll den Übergang in neue Jobs erleichtern und Qualifizierungen ermöglichen.
Zweigeteilte Lage beim Konzern
Die Schließung in Thüringen steht im Kontrast zur Entwicklung des Gesamtkonzerns. Anfang Juni legte die Valeo-Aktie deutlich zu – Analysten führen das unter anderem auf Kühllösungen für KI-Datenzentren zurück.
Im ersten Quartal 2026 setzte Valeo 5,1 Milliarden Euro um, ein organisches Wachstum von 1,3 Prozent. Trotzdem bleibt der Kostendruck hoch, was Konsolidierungsschritte wie in Mühlhausen erklärt.
Strukturwandel erfasst die ganze Branche
Valeo steht nicht allein da. Die BMK Group stellt ihren Betrieb in Baden-Württemberg bis Ende Juni ein. Beim Chemiekonzern Dow in Stade fallen über 100 Jobs weg.
Der Strukturwandel in der Industrie zwingt viele Gremien dazu, komplexe Vereinbarungen zum Interessenausgleich zu treffen. Wie Sie Ihre Mitbestimmungsrechte dabei optimal nutzen und finanzielle Nachteile für die Belegschaft minimieren, zeigt dieser kostenlose PDF-Report. Gratis E-Book: Mitbestimmung beim Sozialplan sichern
Auch Volkswagen steht vor einem massiven Umbau. Konzernchef Oliver Blume will die Modellpalette von über 150 auf unter 100 Varianten reduzieren. Diskutiert wird über die Zukunft der Werke in Zwickau, Emden und Hannover. In Salzgitter hingegen schließt der Betriebsrat Standortschließungen aufgrund bestehender Vereinbarungen aus – dort setzt VW verstärkt auf Batteriezellfertigung.
Hinzu kommen logistische Probleme. Die Salzgitter AG musste ihre Produktion drosseln, weil Baustellen im Schienennetz der Deutschen Bahn die Anlieferung von Rohstoffen behindern. Die Mischung aus Strukturwandel und Infrastruktur-Engpässen setzt die deutsche Auto- und Schwerindustrie weiter unter Druck.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
Für. Immer. Kostenlos.
