US-Zölle, Landmaschinen-Abgaben

US-Zölle: Landmaschinen-Abgaben von 25 auf 15 Prozent gesenkt

02.06.2026 - 07:09:31 | boerse-global.de

Die US-Regierung senkt Einfuhrzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte für Landmaschinen und Industrieanlagen deutlich.

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Betroffen sind vor allem Landmaschinen und Industrieanlagen.

Am 1. Juni unterzeichnete Präsident Donald Trump eine Verfügung zur Anpassung der sogenannten Section-232-Zölle auf Stahl, Aluminium und Kupfer. Die neuen Regelungen senken die Abgaben auf bestimmte Maschinen und Folgeprodukte – erhöhen sie aber gleichzeitig für andere Waren.

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Maschinenbau profitiert von Zollsenkung

Die überarbeitete Handelspolitik reduziert die Zölle auf mehrere Kategorien von Stahl- und Aluminiumderivaten. Dazu gehören Landmaschinen und HVAC-Systeme (Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen). Die Abgaben sinken von 25 auf 15 Prozent. Auch mobile Industrieausrüstung wie Bulldozer und Gabelstapler aus Ländern mit bestehenden Handelsabkommen wird künftig mit 15 Prozent verzollt.

Um die Nutzung heimischer Materialien zu fördern, führt die Verfügung einen bevorzugten Zollsatz von 10 Prozent ein. Voraussetzung: Ausländische Unternehmen müssen nachweisen, dass ihre Produkte zu mindestens 85 Prozent aus US-Stahl oder -Aluminium bestehen. Die Änderungen treten am 8. Juni 2026 in Kraft und gelten voraussichtlich bis zum 31. Dezember 2027.

Doch nicht alle Zölle sinken: Für Stahlregale und Aluminium-Druckplatten erhebt die Regierung künftig 25 Prozent. Bereits im April 2026 waren die Abgaben auf verschiedene Aluminium-, Stahl- und Kupferwaren auf 50 Prozent angehoben worden – berechnet auf Basis des vollen Zollwerts.

Druck aus Industrie und Landwirtschaft

Die Entscheidung zur Zollsenkung folgt auf massiven Druck von republikanischen Abgeordneten und großen Herstellern. Bereits Ende 2025 und Anfang 2026 hatten Senatoren die Regierung aufgefordert, die Landwirte angesichts steigender Kosten zu entlasten.

Die Folgen des bisherigen Zollregimes waren deutlich spürbar. Der Landmaschinenhersteller John Deere verbuchte für 2025 Zollkosten von rund 600 Millionen Euro. Der Umsatz des Unternehmens brach in den ersten neun Monaten um 18 Prozent ein. Für die Modellreihe 2026 kündigte John Deere Preiserhöhungen von zwei bis vier Prozent an. Republikanische Senatoren wiesen darauf hin, dass US-Farmer das dritte Jahr in Folge Nettoverluste schreiben – die bestehenden Hilfsprogramme reichten nicht aus, um die Belastung durch die Metallzölle abzufedern.

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US-Stahlindustrie im Aufwind

Das Weiße Haus rechtfertigt die Zollanpassungen mit dem Wachstum der heimischen Stahlindustrie. 2025 waren die USA der drittgrößte Stahlproduzent der Welt. In den letzten zwei Jahren kamen mehr als vier Millionen Tonnen neue Produktionskapazität hinzu – vor allem in West Virginia, Arkansas und South Carolina.

Die aktuellen Wirtschaftsdaten deuten auf eine Expansion des US-Industriesektors hin. Der ISM Manufacturing Index erreichte im Mai 2026 mit 54,0 Punkten den höchsten Stand seit Mai 2022 – der fünfte Monat in Folge über der Wachstumsschwelle. Auch Auftragseingänge und Produktion legten zu. Einzig die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe blieb unter der Expansionsschwelle.

Strengere Kontrollen und globale Folgen

Der US-Zoll- und Grenzschutz (CBP) erhält erweiterte Befugnisse zur Verhinderung von Zollumgehungen. Dazu gehört die Meldepflicht für die Ursprungsländer, in denen Stahl und Aluminium erschmolzen und gegossen wurden. Diese Maßnahmen sollen den heimischen Markt vor globaler Überkapazität schützen.

Die USA sind mit diesen Schritten nicht allein. Südkorea führte kürzlich fünfjährige Anti-Dumping-Zölle auf japanische und chinesische Warmbandprodukte ein – mit Sätzen zwischen 28 und 33 Prozent. Ziel ist der Schutz der heimischen Schiffbau- und Bauindustrie vor Billigimporten. Auch in Europa wird eine ähnliche Debatte geführt: Die EU erwägt Schutzmaßnahmen für kornorientiertes Elektroband, das in Transformatoren verwendet wird – und muss dabei die Interessen der Stahlproduzenten gegen die der Stromnetzbetreiber abwägen.

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