US-Zölle, Schweiz

US-Zölle: EU zahlt 10%, Schweiz 12,5% auf Zwangsarbeit-Vorwurf

03.06.2026 - 09:31:05 | boerse-global.de

Washington kündigt Sonderabgaben von bis zu 12,5 Prozent an. Grund sind unzureichende Kontrollen von Zwangsarbeit in vielen Staaten.

US-Zölle: EU zahlt 10%, Schweiz 12,5% auf Zwangsarbeit-Vorwurf - Bild: über boerse-global.de
US-Zölle: EU zahlt 10%, Schweiz 12,5% auf Zwangsarbeit-Vorwurf - Bild: über boerse-global.de

Die US-Regierung will auf 60 Handelspartner neue Sonderabgaben erheben – und begründet dies mit dem Vorwurf mangelhafter Kontrollen von Zwangsarbeit.

Am Dienstag stellte Washington ein weitreichendes Zollpaket vor. Für Waren aus der Europäischen Union ist ein Aufschlag von zehn Prozent geplant, für Importe aus der Schweiz sogar 12,5 Prozent. Die Maßnahmen richten sich gegen Länder, die nach Ansicht der US-Behörden nicht ausreichend gegen Produkte aus Zwangsarbeit vorgehen.

Anzeige

Neue Sonderabgaben und strengere Kontrollen im US-Handel stellen exportierende Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt, welche Dokumente und Regularien Sie jetzt kennen müssen, um Verzögerungen bei der Warenausfuhr zu vermeiden. Gratis-E-Book: Das große 1x1 des Exports sichern

Gestaffelte Sätze und Ausnahmen

Die vorgeschlagenen Zölle unterscheiden sich je nach Handelspartner. Die Schweiz steht auf einer Liste von 54 Staaten, die kein formelles Importverbot für Zwangsarbeitsprodukte haben – darunter auch China, Indien, Japan, Südkorea und Brasilien. Für diese Gruppe gilt der höhere Satz von 12,5 Prozent.

Die EU sowie Kanada, Mexiko und Großbritannien kommen mit zehn Prozent davon. Zwar hat die EU ein Importverbot für Zwangsarbeitswaren, doch Washington bewertet die Durchsetzung als unzureichend. Bestimmte Produktkategorien wie Halbleiter, Kaffee, Rindfleisch und Obst sollen von den neuen Abgaben ausgenommen bleiben.

Neuer Rechtsrahmen nach Supreme-Court-Urteil

Die Zölle basieren auf Section 301 des Trade Act von 1974. Dieser Schritt folgt auf ein Urteil des Obersten US-Gerichtshofs vom Februar 2026, das frühere Strafzölle auf Basis von Notstandsgesetzen für illegal erklärte. Mit der neuen rechtlichen Grundlage will die Regierung ihre Handelspolitik stabilisieren.

Eine öffentliche Konsultationsphase läuft bis Anfang Juli. Parallel dazu legte die US-Regierung am Dienstag Berufung gegen eine Gerichtsentscheidung ein, die die Rückzahlung von rund 166 Milliarden Dollar (143 Milliarden Euro) an bereits kassierten Zöllen anordnet. Von dem Urteil wären schätzungsweise 330.000 Unternehmen betroffen.

Anzeige

Während sich die rechtlichen Rahmenbedingungen im Welthandel verschärfen, wird die korrekte Abwicklung der Exportprozesse zur Existenzfrage für viele Betriebe. Erfahren Sie in diesem Experten-Download, wie erfolgreiche Exporteure ihre Auslandsgeschäfte trotz bürokratischer Hürden sicher und fehlerfrei abwickeln. Kostenloses Basiswissen Export jetzt herunterladen

Diplomatische Gespräche und Marktreaktionen

Die Schweiz verhandelt bereits über eine Entschärfung. Helene Budliger Artieda, Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), hält eine Einigung bis zum 9. Juli für möglich.

Auch die EU sucht den Dialog: Der Handelsausschuss des EU-Parlaments stimmte am Montag für die Abschaffung bestimmter EU-Importzölle auf US-Waren. Damit soll das sogenannte Turnberry-Abkommen vorangetrieben werden – eine Frist bis zum 4. Juli steht im Raum.

Die Ankündigung zeigt bereits Wirkung: Schweizer Uhrenexporte in die USA brachen im April um 56,4 Prozent ein. Grund ist ein massiver Vorzieheffekt – Importeure hatten noch schnell Lagerbestände aufgebaut. Gleichzeitig stiegen die Ausfuhren nach Frankreich um 46,3 Prozent. Ein klares Zeichen, dass sich Handelsströme bereits jetzt neu ausrichten.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69475966 |