US-Zölle: 60 Länder zahlen 10–12,5 Prozent ab Sommer
03.06.2026 - 15:39:16 | boerse-global.deWashington verhängt zusätzliche Abgaben auf Importe aus 60 Ländern – angeblich wegen mangelnder Maßnahmen gegen Zwangsarbeit. Die EU, China und Indien sind betroffen.
Die US-Regierung kündigte am Dienstag, dem 2. Juni 2026, neue Sonderzölle auf Waren aus 60 Volkswirtschaften an. Die Abgaben zwischen 10 und 12,5 Prozent sollen noch in diesem Sommer in Kraft treten. Grundlage ist eine Untersuchung zu Zwangsarbeit in den betroffenen Ländern.
Die neuen Sonderzölle auf Importe aus über 60 Ländern erhöhen den Druck auf Unternehmen, ihre Waren korrekt zu tarifieren. In diesem kostenlosen E-Book erhalten Sie 11 Profi-Tipps, wie Sie die richtige Zolltarifnummer finden und teure Fehler bei der Zollprüfung vermeiden. Zolltarifnummern endlich richtig verstehen: Jetzt Gratis-Leitfaden sichern
Juristischer Neustart nach Supreme-Court-Urteil
Die neuen Zölle stützen sich auf Section 301 des Trade Act von 1974. Dieser Schritt folgt auf eine schwere juristische Niederlage der Regierung: Im Februar 2026 hatte der Oberste Gerichtshof frühere Strafzölle gekippt, die noch unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängt worden waren. Seit dem 12. März läuft nun eine neue Untersuchung der Handelspartner.
Bevor die Maßnahmen in Kraft treten, können betroffene Regierungen und Unternehmen bis zum 6. Juli Einwände einreichen. Eine öffentliche Anhörung ist für den 7. Juli angesetzt. Die neuen Zölle kommen zu einem heiklen Zeitpunkt: Die globalen Basiszölle von 10 Prozent laufen im Juli 2026 aus.
Durch die verstärkte Überprüfung von Lieferketten und Handelsvorgaben stehen Compliance-Verantwortliche vor immer komplexeren Herausforderungen. Praxisnahe Checklisten und Anleitungen helfen Ihnen dabei, Ihre Exportkontrolle rechtssicher zu gestalten und empfindliche Bußgelder zu verhindern. Kostenloses E-Book: Schritt für Schritt durch die Exportkontrolle
Europa und Asien unterschiedlich betroffen
Die US-Regierung staffelt die Strafzölle nach Ländergruppen:
- 10 Prozent für die Europäische Union, Kanada, Mexiko und Argentinien
- 12,5 Prozent für China, Indien, Japan, Südkorea und die Schweiz
Die Einstufung Großbritanniens bleibt unklar – das Land taucht in beiden Kategorien auf.
Die Schweiz trifft der höhere Satz besonders hart. Grund: Das Land hat kein umfassendes Importverbot für Produkte aus Zwangsarbeit erlassen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) wies die Vorwürfe zurück, bestätigte aber laufende Verhandlungen mit Washington.
Scharfe Kritik aus Brüssel und Peking
Die Ankündigung sorgt international für Empörung. Bernd Lange, Vorsitzender des EU-Handelsausschusses, nannte die US-Vorwürfe „völlig unbegründet“. Die EU habe 2024 das weltweit schärfste Gesetz gegen Zwangsarbeit verabschiedet. Die neuen US-Zölle verletzten bestehende Handelsabkommen, die Abgaben auf maximal 15 Prozent begrenzen. Lange vermutet: Die US-Regierung suche nach neuen rechtlichen Begründungen für Handelsbarrieren, nachdem der Supreme Court ihr die alten Instrumente genommen habe.
Die Europäische Kommission kündigte Widerstand an. In Peking wies das Außenministerium die „einseitigen Zölle“ zurück. Indien signalisierte Gesprächsbereitschaft, aber keine Zustimmung.
Menschenrechtsorganisationen wiesen auf die Komplexität des Thema hin: Weltweit leben noch immer zig Millionen Menschen in Zwangsarbeit, besonders in Teilen Asiens.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
Für. Immer. Kostenlos.
