US-Häusermarkt unter Druck: 20,8 Prozent der Verkäufer senken ihre Preise
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 17:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-amerikanische Häusermarkt gerät zunehmend unter Druck. Immer mehr Eigentümer sehen sich gezwungen, ihre finanziellen Erwartungen nach unten zu korrigieren: Mehr als jeder fünfte Verkäufer senkt inzwischen die Immobilienpreise.
Angaben des Portals Realtor.com zufolge reduzierten im September 2026 genau 20,8 % der US-Verkäufer ihren ursprünglichen Angebotspreis. Dies markiert nicht nur den höchsten Septemberwert seit dem Jahr 2018, sondern zugleich den höchsten Gesamtstand seit Oktober 2022.
Hohe Finanzierungskosten belasten die Nachfrage
Haupttreiber dieser Entwicklung sind die anhaltend hohen Zinsen für Baukredite, die potenzielle Erwerber belasten. Laut Daten von Freddie Mac lagen die Zinsen für 30-jährige US-Hypotheken bis zum 24.09.2026 bei 7,03 %, nachdem sie Ende August 2026 noch bei 6,66 % gelegen hatten. Damit liegen die US-Zinsen für 30-jährige Festhypotheken über 7 %, was einem Anstieg von 1 Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr entspricht und doppelt so hoch ist wie vor der Pandemie.
Die Auswirkungen auf die monatlichen Budgets sind spürbar: Das Maklerunternehmen Redfin bezifferte die typische monatliche Hypothekenbelastung Anfang September 2026 auf 2.641 US-Dollar – ein neues 14-Monats-Hoch. Infolgedessen bricht die Nachfrage spürbar ein.
Mitte September 2026 sanken die ausstehenden US-Hausverkäufe binnen einer einzigen Woche um 3,5 % und erreichten damit den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren. Auch bei Projektentwicklern machen sich die Belastungen bemerkbar; so lag die Stornoquote des US-Bauunternehmens D.R. Horton im jüngsten Quartal bei 20 %.
Preisdynamik kühlt ab – globale Zinsrisiken steigen
Auf dem Papier verzeichnen einige nationale Indizes zwar noch Zuwächse, die Dynamik lässt jedoch nach. Für den Juli 2026 verzeichnete die FHFA bei den US-Hauspreisen ein Plus von 2,6 % im Jahresvergleich, während der Case-Shiller-Index ein Plus von 1,9 % meldete.
Die Daten zeigen einen klaren Trend: 20,8 Prozent der US-Verkäufer haben im September ihre Angebotspreise gesenkt, während die 30-jährigen Hypothekenzinsen bis zum 24. September bei 7,03 Prozent lagen. Wer sein US-Engagement einordnen will, findet in diesem kostenlosen Leitfaden die wichtigsten Kennzahlen und Finanzierungsstrukturen im Zusammenhang. Kostenlosen Leitfaden zum US-Immobilien-Zinszyklus anfordern
Regional zeigen sich dabei deutliche Divergenzen: Während die Preise in Chicago um 6,9 % stiegen, fielen sie in Seattle um 1,6 %. Bereinigt um die Inflation zeigt sich der Abwärtstrend jedoch noch deutlicher: Die inflationsbereinigten US-Hauspreise sanken 14 Monate in Folge.
Das Umfeld steigender Finanzierungskosten beschränkt sich nicht nur auf die Vereinigten Staaten. Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen erreichten in den USA zuletzt den höchsten Stand seit 24 Jahren, in Grossbritannien seit 19 Jahren und in Deutschland den höchsten Stand seit 17 Jahren.
Im internationalen Vergleich bleiben die Zinsen in Europa moderater: Deutsche 10-jährige Festhypotheken kosten etwas über 4 %, während Schweizer 10-jährige Festhypotheken durchschnittlich über 2 % liegen.
Die typische monatliche Hypothekenbelastung lag Anfang September bei 2.641 US-Dollar — ein 14-Monats-Hoch. Solche Zahlen entscheiden darüber, ob sich ein US-Engagement rechnet oder nicht. Der Leitfaden zeigt, wie Sie Festzins- und variable Modelle systematisch vergleichen und welche Risiken der IWF-Studie zufolge damit verbunden sind. Checkliste Festzins versus variable Modelle sichern
Wie robust sich Immobilienmärkte gegenüber Zinsanstiegen verhalten, unterscheidet sich stark nach Finanzierungsstruktur. Nach Analysen des Magazins Economist fielen die inflationsbereinigten Hauspreise in reichen Industrieländern nach der Zinswende der Jahre 2022 und 2023 insgesamt lediglich um 4 %.
Allerdings birgt der Trend zu variablen Krediten Risiken: Einer IWF-Studie zu 35 Ländern zufolge wechselten Haushalte im Zuge des Zinsanstiegs 2022 vermehrt in flexible Modelle. So sank in Australien der Anteil fester Hypotheken von fast 40 % auf 5 %, während sich der Anteil variabler Hypotheken in Kanada seit 2020 verdoppelte.
