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Urban Mining Screener: TU Graz erkennt Baumaterialien per Adresse

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 14:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Urban Mining Screener der TU Graz schätzt mineralische Baustoffe in österreichischen Gebäuden und unterstützt frühere Recyclingplanung.

TU Graz entwickelt Rohstoff-Scanner für Baumaterialien per Adresse
Nahaufnahme von freiliegendem Mauerwerk und Betonstrukturen auf einer Baustelle bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Technische Universität Graz hat ein digitales Werkzeug zur Erfassung von Baumaterialien in Liegenschaften vorgestellt. Die Anwendung mit der Bezeichnung Urban Mining Screener fungiert als Rohstoff-Scanner, der nach der Eingabe einer Gebäudeadresse ermittelt, welche Werkstoffe in dem betreffenden Bauwerk vorhanden sind.

Wie das Fachportal basicthinking.de am 20. September 2026 berichtete, greift das Analyseprogramm dabei auf freie 3D-Geodaten des Projekts OpenStreetMap zurück.

Funktionsweise über 3D-Geodaten und Archetypen

Für die rechnerische Materialermittlung verknüpft das System die dreidimensionalen Geometriedaten der Gebäude mit einer eigens erstellten Datenbank. Diese umfasst 154 Gebäude-Archetypen, in denen typische Merkmale hinterlegt sind.

Dazu zählen unter anderem das jeweilige Baujahr, die bauzeittypischen Baumaterialien sowie verschiedene Energieklassen. Über diese Zuordnung leitet das Tool Schätzwerte über die in den Liegenschaften gebundenen Materialmengen ab.

Bei der Zuverlässigkeit der Ergebnisse zeigen sich laut den Entwicklern der TU Graz jedoch Unterschiede je nach Materialgruppe. Die Genauigkeit der Schätzungen fällt bei mineralischen Baustoffen wie Beton und Ziegeln hoch aus.

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Dagegen werden Kunststoffe sowie komplexe Metallkonstruktionen von dem Modell derzeit nicht abgebildet. Da mineralische Massen jedoch einen Großteil des Bauvolumens ausmachen, liefert die Erfassung wichtige Anhaltspunkte über das enthaltene Rohstoffaufkommen.

Freie Zugänglichkeit und Kooperation mit Revitalyze

Das Vorhaben entstand in Zusammenarbeit zwischen der TU Graz und dem Unternehmen Revitalyze. Die Leitung des Projekts übernahm Matthias Lang-Raudaschl. Konzipiert wurde das Werkzeug für den Gebäudebestand in Österreich. Um die Anwendung einer breiten Fachöffentlichkeit und interessierten Anwendern zugänglich zu machen, ist der Screener frei nutzbar. Die entsprechenden Programmdateien sind auf der Plattform GitHub hinterlegt.

Die digitale Bestandsaufnahme von Baumaterialien steht im Zusammenhang mit Bestrebungen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft in der Bau- und Immobilienwirtschaft. Unter dem Begriff Urban Mining wird die bebaute Umwelt als sekundäres Rohstofflager verstanden.

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Ansätze wie der entwickelte Rohstoff-Scanner zielen darauf ab, bereits vor anstehenden Umbau- oder Abbrucharbeiten Transparenz über vorhandene Materialströme zu schaffen.

Durch die Vorabeinschätzung mineralischer Bausubstanzen können Eigentümer, Planer und Verwertungsbetriebe logistische Prozesse sowie Recyclingmaßnahmen frühzeitiger koordinieren, um wiederverwertbare Baustoffe gezielter in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen.

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