Unwetter-Warnstufe, Lila

Unwetter-Warnstufe Lila: Orkanböen bis 140 km/ h gefährden Arbeiten

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 15:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DWD warnte vor Orkanböen bis 140 km/h, Starkregen und Hagel. Schäden, Streckensperrungen und Verletzte wurden gemeldet.

DWD ruft Warnstufe Lila aus: Unwetter treffen Süddeutschland
Ein durch ein schweres Unwetter beschädigtes Wohnhaus mit abgedecktem Dach vor einem dunklen, gewittrigen Himmel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Freitag die höchste Unwetter-Warnstufe Lila (4 von 4) ausgerufen und vor einer extremen Wetterlage gewarnt. Die Behörde prognostizierte für weite Teile Süddeutschlands extreme Orkanböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h sowie schweren Starkregen und Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu 5 cm. Infolge der schweren Gewitter kam es bereits zu massiven Sachschäden, Beeinträchtigungen des Schienenverkehrs und mehreren Verletzten.

Extreme Wetterbedingungen in Bayern und Baden-Württemberg

Besonders betroffen von der Unwetterfront waren die südlichen Bundesländer. Für Teile Bayerns, darunter die Ballungsräume München, Augsburg und Nürnberg, gab der DWD die Alarmstufe Rot aus. Meteorologen erwarteten Orkanböen von bis zu 120 km/h und Starkregenmengen von bis zu 30 l/m². In München wurde bereits ab der Mittagszeit vor schweren Gewittern gewarnt, die laut Wetterdienst mit Hagel um 3 cm und Sturmböen einhergingen.

In Baden-Württemberg erstreckte sich die Warnung vor schweren Gewittern der Stufe 3 auf die Regierungsbezirke Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Tübingen. Fachleute warnten vor Lebensgefahr durch Blitzschlag sowie vor möglichen Erdrutschen und Überflutungen.

In Regionen wie dem Bodensee, Konstanz und Ravensburg hielt die Warnung vor Orkanböen bis zu 140 km/h bis zum Mittag an, während für Tuttlingen und Balingen Sturmböen um 100 km/h gemeldet wurden.

Massive Infrastrukturschäden und Einsätze im Bodenseeraum

Die materiellen Folgen der Unwetter zeigten sich besonders deutlich im Ortsteil Singen-Bohlingen. Dort wurden rund 200 Einsatzstellen registriert; etwa 100 Gebäude erlitten Schäden, wobei ein Wohnhaus als unbewohnbar eingestuft werden musste. Rund 300 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren vor Ort, um unter anderem abgedeckte Dächer zu sichern und umgestürzte Bäume von den Verkehrswegen zu entfernen.

Auch der Schienenverkehr im Süden Deutschlands war massiv beeinträchtigt. Mehrere Bahnstrecken, darunter die Bodenseegürtelbahn sowie die Verbindung zwischen Singen und Schaffhausen, mussten gesperrt werden. In Oppenweiler wurde laut Berichten ein Regionalzug mit sechs Fahrgästen evakuiert, nachdem Bäume auf die Strecke gestürzt waren.

Im hessischen Darmstadt sowie im Kreis Ludwigsburg kam es zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen, wobei in Darmstadt darauf verwiesen wurde, dass durch den Klimawandel geschwächte Baumbestände die Schadensanfälligkeit erhöhen könnten.

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Überregionale Auswirkungen und Lage in den Nachbarländern

Die Unwetterfront zog in der Nacht zum Freitag über das westliche Bundesgebiet und erreichte im Tagesverlauf auch Berlin und Brandenburg. Für den Berliner Raum warnten Meteorologen vor Starkregen um 20 l/m² und Sturmböen zwischen 65 und 80 km/h. Ein Schwerpunkt der Aktivität blieb jedoch der Südosten Bayerns, wo bis in die späten Abendstunden mit Starkregen von mehr als 30 l/m² gerechnet wurde.

In der Schweiz und der Ostschweiz wurden noch extremere Werte gemessen. Dort erreichten Windböen Geschwindigkeiten von bis zu 142 km/h. Berichten zufolge wurden in der Schweiz 40 Personen durch Hagel verletzt, während die Wetterdienste dort rund 46.000 Blitzeinschläge verzeichneten.

Sicherheitshinweise für Betriebe und Privatpersonen

Angesichts der Wetterlage informierte der ADAC über Sicherheitsmaßnahmen im Straßenverkehr. Das Fahrzeug biete als Faradayscher Käfig Schutz vor Blitzeinschlägen, sofern nach einem Einschlag keine Metallteile im Innenraum berührt werden. Dies gelte sowohl für Elektroautos als auch für Cabriolets mit geschlossenem Verdeck.

Bei einsetzendem Starkregen und der Gefahr von Aquaplaning empfahlen Experten eine reduzierte Geschwindigkeit und rieten davon ab, abrupt zu bremsen. Die Durchfahrt von Wasseransammlungen sollte nur bis zu einer maximalen Höhe der Stoßfänger-Unterkante erfolgen.

Nach den heftigen Turbulenzen wird für das Wochenende eine Beruhigung der Wetterlage erwartet. Laut DWD sollen die Temperaturen auf Werte zwischen 20 und 28 Grad sinken, wobei die Unwettergefahr deutlich nachlässt.

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