Unternehmensinsolvenzen, Statistisches Bundesamt

Unternehmensinsolvenzen in Deutschland erreichen neues Halbjahreshoch

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 12:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland bleibt auf Rekordkurs. Besonders betroffen sind Verkehr, Gastgewerbe und Bau, während die DIHK Reformdruck auf die Koalition sieht.

  • In Deutschland mussten im ersten Halbjahr so viele Unternehmen Insolvenz anmelden wie seit 2013 nicht mehr. (Symbolbild) - Bild: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
    In Deutschland mussten im ersten Halbjahr so viele Unternehmen Insolvenz anmelden wie seit 2013 nicht mehr. (Symbolbild) - Bild: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
  • Einer von vielen Fällen: Die Baumarktkette Hellweg musste Insolvenz anmelden. (Archivbild)  - Bild: Fabian Strauch/dpa
    Einer von vielen Fällen: Die Baumarktkette Hellweg musste Insolvenz anmelden. (Archivbild) - Bild: Fabian Strauch/dpa
In Deutschland mussten im ersten Halbjahr so viele Unternehmen Insolvenz anmelden wie seit 2013 nicht mehr. (Symbolbild) - Bild: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa Einer von vielen Fällen: Die Baumarktkette Hellweg musste Insolvenz anmelden. (Archivbild)  - Bild: Fabian Strauch/dpa

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr auf 12.812 Fälle gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit 2013.

Rekordhoch zur Jahresmitte

Im Juni registrierten die Amtsgerichte 2.266 Unternehmensinsolvenzen und damit 15,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auch die Verbraucherinsolvenzen legten zu. Nach Angaben der Statistik fallen die Gläubigerforderungen zugleich geringer aus als im Vorjahr, was auf kleinere Verfahren hindeutet.

Wirtschaft unter Druck

Die Entwicklung trifft Branchen sehr unterschiedlich. Besonders häufig waren im ersten Halbjahr Unternehmen aus Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe sowie Bau betroffen. Die DIHK wertet den Trend als Warnsignal und fordert eine zügige Umsetzung der vereinbarten Reformen, damit die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe wieder stärker in den Mittelpunkt rückt.

Hintergrund der Pleitewelle

Auch der Blick auf das Gesamtjahr zeigt ein angespanntes Bild. Im vergangenen Jahr war die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen bereits auf den höchsten Stand seit 2014 gestiegen. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle erwartet trotz einer kurzen Entspannung im Sommer weiter hohe Fallzahlen in den kommenden Monaten.

Warum die Zahlen relevant sind

Die aktuellen Insolvenzzahlen bestätigen den Druck auf die deutsche Wirtschaft: Hohe Finanzierungskosten, schwache Nachfrage und anhaltende Kostenbelastungen treffen besonders kleine und mittelgroße Betriebe. Dass die amtliche Statistik im ersten Halbjahr den höchsten Stand seit 2013 ausweist, zeigt, dass es sich nicht um einzelne Ausreißer handelt, sondern um einen breiten Trend.

Branchen und Folgewirkungen

Besonders betroffen sind Verkehr und Lagerei sowie Gastgewerbe und Bau. Das ist für Verbraucher und Unternehmen spürbar, weil dort viele Arbeitsplätze, Zulieferketten und regionale Dienstleister hängen. Sinkende Forderungssummen deuten zugleich darauf hin, dass häufiger kleinere Firmen in Schieflage geraten, während große Verfahren seltener den Ausschlag geben.

Blick nach vorn

Für Politik und Wirtschaft bleibt die Lage heikel. Reformen bei Bürokratie, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit sollen die Anfälligkeit der Unternehmen senken, doch Insolvenzen reagieren meist zeitverzögert auf konjunkturelle Entlastung. Für Leser bedeutet das vor allem: Die Pleitewelle kann sich trotz einzelner Erholungssignale noch über Monate in Beschäftigung, Preisen und regionaler Wirtschaftstätigkeit bemerkbar machen.

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