Unternehmensinsolvenzen, Pleiten

Unternehmensinsolvenzen: 6.275 Pleiten im Q1 2026, März mit Rekordwert

12.06.2026 - 16:57:56 | boerse-global.de

6.275 Unternehmensinsolvenzen im ersten Quartal 2026, März mit Höchststand seit 2018. Besonders betroffen: Transport und Gastgewerbe.

Deutsche Firmenpleiten: Rekordwert im März 2026
Unternehmensinsolvenzen - Ein Nahaufnahme-Bild von zerknüllten deutschen Euro-Banknoten und Münzen, die auf einer dunklen Oberfläche liegen und finanzielle Not andeuten. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Insgesamt 6.275 Firmen meldeten Insolvenz an – ein Plus von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Besonders heftig traf es die Wirtschaft im März. Mit 2.308 Anträgen verzeichnete der Monat den höchsten Wert seit mindestens 2018. Das entspricht einem Anstieg von 15,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Gläubigerforderungen sinken trotz mehr Pleiten

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Überraschend: Die Summe der voraussichtlichen Gläubigerforderungen fiel auf rund 9,3 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert noch bei 19,9 Milliarden Euro. Experten erklären den Rückgang mit einer geringeren Anzahl von Großinsolvenzen.

Die Insolvenzquote liegt branchenübergreifend bei 17,7 Fällen pro 10.000 Unternehmen. Einige Sektoren sind besonders betroffen.

Transport und Gastgewerbe unter Druck

Spitzenreiter bei den Pleiten ist der Bereich Verkehr und Lagerei. Hier liegt die Quote bei 32,1 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen. Das Gastgewerbe folgt dicht dahinter mit 30,3 Fällen. Auch das Baugewerbe kämpft mit 26,7 Insolvenzen pro 10.000 Firmen.

Nicht nur Unternehmen sind betroffen. Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg im ersten Quartal um 6,0 Prozent auf 19.679 Fälle. Besonders auffällig: Der März verzeichnete ein Plus von 18,9 Prozent und 7.462 Anträge.

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Experten erwarten anhaltenden Trend

Volker Treier, Chefanalyst des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), bewertet die Entwicklung als „deutlichen Warnschuss“ für die Bundesregierung. Creditreform-Chefökonom Patrik-Ludwig Hantzsch rechnet auch für den weiteren Jahresverlauf mit steigenden Fallzahlen.

Eine Studie von EY Parthenon zeigt zudem: Der Bedarf an operativen Umstrukturierungen bleibt im Automobil- und Maschinenbau hoch. Diese Branchen stehen vor umfassenden Anpassungsprozessen, die weit über die reine Insolvenzvermeidung hinausgehen.

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