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Unternehmensinsolvenzen: 12.812 Fälle im H1 2026 – höchster Stand seit 2013

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Destatis zählt im ersten Halbjahr 12.812 Firmeninsolvenzen, während Gläubigerforderungen sinken und Verbraucherpleiten sowie Jobrisiken zunehmen.

Deutschland: Unternehmensinsolvenzen erreichen höchsten Stand seit 2013
Eine verlassene Baustelle mit unfertigen Betongebäuden und Baugerüsten in der Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat für das erste Halbjahr 2026 die höchste Zahl an Unternehmensinsolvenzen seit über einem Jahrzehnt gemeldet. Wie die Behörde in einem Bericht vom 11. September 2026 mitteilte, verzeichneten die deutschen Amtsgerichte in den ersten sechs Monaten des Jahres insgesamt 12.812 Anträge von Unternehmen. Dies entspricht einer Zunahme von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und markiert den höchsten Stand seit der ersten Jahreshälfte 2013, als 13.253 Fälle registriert wurden.

Deutlicher Anstieg im Juni und gesunkene Gläubigerforderungen

Besonders dynamisch entwickelte sich das Insolvenzgeschehen im Monat Juni. Nach Angaben von Destatis wurden in diesem Monat 2.266 Unternehmensinsolvenzen gemeldet, was einer Steigerung von 15,8 Prozent im Vergleich zum Juni des Vorjahres entspricht. Ein Experte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Marc Evers, wies darauf hin, dass die Fallzahlen im Juni 2026 damit den höchsten Monatswert seit 14 Jahren erreicht haben.

Trotz der gestiegenen Anzahl der Insolvenzfälle sanken die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger im ersten Halbjahr 2026 signifikant. Diese bezifferte das Statistische Bundesamt auf 18,5 Milliarden Euro.

Im Vorjahreszeitraum hatten die Forderungen noch bei 28,2 Milliarden Euro gelegen (umgerechnet 21,5 Milliarden US-Dollar). Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass im laufenden Jahr vermehrt kleinere oder wirtschaftlich weniger schwergewichtige Unternehmen von Zahlungsunfähigkeit betroffen waren als im Jahr zuvor.

Analyse der betroffenen Wirtschaftszweige

Die gesamtwirtschaftliche Insolvenzhäufigkeit lag im ersten Halbjahr 2026 bei durchschnittlich 36,2 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Dabei zeigten sich jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen. Besonders unter Druck standen laut Destatis die Bereiche Verkehr und Lagerei sowie das Gastgewerbe und das Baugewerbe.

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Die Amtsgerichte registrierten im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 12.812 Unternehmensinsolvenzen — der höchste Stand seit 2013. Besonders betroffen sind Verkehr und Lagerei, das Gastgewerbe und das Baugewerbe. Wer sein eigenes Risiko nüchtern einschätzen will, findet in diesem kostenlosen Leitfaden eine Checkliste zur Früherkennung, den Branchen-Benchmark und einen Liquiditäts-Notfallplan. Kostenlosen Leitfaden zur Insolvenz-Früherkennung anfordern

Im Sektor Verkehr und Lagerei war die Insolvenzhäufigkeit mit 71,6 Fällen je 10.000 Unternehmen am höchsten. Es folgte das Gastgewerbe mit 59,6 Fällen und das Baugewerbe mit 53,4 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen. Diese Branchen wiesen damit eine deutlich über dem Durchschnitt liegende Gefährdung auf und stachen in der statistischen Erhebung als besonders krisenanfällig hervor.

Entwicklung bei Verbraucherinsolvenzen und aktuelle Tendenzen

Neben den Firmenpleiten verzeichnete auch der Bereich der Verbraucherinsolvenzen einen Zuwachs, wenn auch in moderaterem Umfang. Im ersten Halbjahr 2026 meldeten 38.932 Privatpersonen Insolvenz an, was einem Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Allein im Juni 2026 stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 5,1 Prozent auf 6.839 Fälle.

Aktuelle Daten des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) für den August 2026 ergänzen das Bild einer angespannten Lage am Arbeitsmarkt trotz schwankender Fallzahlen.

Zwar sank die Zahl der Insolvenzen im August auf 1.525 Fälle – ein Rückgang von 10 Prozent gegenüber dem Juli –, doch die Auswirkungen auf die Beschäftigten nahmen zu. Demnach waren im August rund 16.000 Arbeitsplätze in den insolventen Betrieben betroffen, was einer Zunahme von 21 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht.

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Im August 2026 waren rund 16.000 Arbeitsplätze in insolventen Betrieben betroffen — ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vormonat. Fallzahlen schwanken, doch die finanziellen Altlasten bleiben. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Liquiditätsengpässe frühzeitig erkennen und einen belastbaren Notfallplan aufsetzen, bevor Gläubiger Druck machen. Liquiditäts-Notfallplan jetzt sichern

Diese Entwicklung steht in einem ambivalenten wirtschaftlichen Umfeld. Während die Unternehmensinsolvenzen zunahmen, wuchs die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2026 stärker als ursprünglich geschätzt.

Zudem erreichte die allgemeine Stimmung in der Wirtschaft im August 2026 einen neuen Jahreshöchststand. Die steigenden Insolvenzzahlen verdeutlichen jedoch, dass der Strukturwandel und finanzielle Altlasten weiterhin Teile der Unternehmenslandschaft belasten.

Mehr zum Thema bei DER SPIEGEL: „Firmenpleiten in Deutschland auf höchstem Stand seit 2013“

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