United Internet: 800 Arbeitsplätze fallen Restrukturierung zum Opfer
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wie aus Berichten vom 10. September 2026 hervorgeht, haben die Konzerntöchter der United Internet AG, die 1&1 AG sowie die IONOS Group SE, jeweils Transformations- und Restrukturierungsprogramme beschlossen. Die Maßnahmen umfassen einen Abbau von insgesamt rund 800 Arbeitsplätzen und führen im laufenden Geschäftsjahr zu einer erheblichen einmaligen Ergebnisbelastung.
United Internet hält an Jahresprognose für 2026 fest
Trotz der angekündigten Umbaumaßnahmen, die im Geschäftsjahr 2026 eine einmalige Belastung des Ergebnisses von circa 95 Mio. EUR nach sich ziehen, bleibt die operative EBITDA-Prognose der United Internet AG bei circa 1,45 Mrd. EUR unverändert.
Auch die weiteren Finanzziele für das laufende Jahr werden beibehalten: Der Konzern rechnet weiterhin mit einem Umsatz von circa 6,45 Mrd. EUR sowie Cash-Capex-Investitionen in einer Spanne von 600-650 Mio. EUR.
Durch die Transformationsprogramme strebt der Konzern eine langfristige Effizienzsteigerung an. Die jährlichen Kosteneinsparungen aus den Programmen werden von der United Internet AG mit circa 55 Mio. EUR beziffert.
Stellenabbau und Ergebnisbeitrag bei 1&1 Versatel
Ein wesentlicher Teil der Restrukturierung entfällt auf die Tochtergesellschaft 1&1 Versatel. Innerhalb dieses Geschäftsbereichs ist geplant, die Belegschaft von rund 1.350 auf circa 1.000 Vollzeitkräfte zu reduzieren. Die 1&1 AG kalkuliert für diesen Umbau mit einmaligen Aufwendungen in Höhe von rund 60 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2026.
Der Konzern hält an seiner EBITDA-Prognose von rund 1,45 Mrd. EUR fest, doch die 95 Mio. EUR Einmalbelastung und der 4-Prozent-Kursrückgang bei 1&1 werfen Fragen auf. Der kostenlose Report ordnet die Restrukturierungs-Folgen für Aktionäre ein. United-Internet-Analyse jetzt kostenlos anfordern
Infolge dieser Sonderbelastungen wurde die EBITDA-Prognose der 1&1 AG für das Gesamtjahr 2026 auf rund 740 Mio. EUR angepasst, nachdem zuvor 800 Mio. EUR erwartet worden waren. Das bereinigte EBITDA werde hingegen weiterhin bei rund 800 Mio. EUR gesehen.
Ab dem Geschäftsjahr 2028 soll die Neuausrichtung bei 1&1 Versatel einen jährlichen Ergebnisbeitrag von rund 25 Mio. EUR liefern. Am Aktienmarkt reagierte das Papier der 1&1 AG laut einem Bericht vom 10. September 2026 nachbörslich mit einem Kursrückgang von 4 % auf der Handelsplattform Tradegate.
IONOS setzt auf Freiwilligenprogramme und KI-Investitionen
Parallel dazu hat die IONOS Group SE ein Transformationsprogramm initiiert, in dessen Rahmen die Zahl der Vollzeitkräfte von rund 3.800 auf circa 3.350 sinken soll.
Der Stellenabbau betrifft nach Unternehmensangaben etwa hälftig Standorte im Inland sowie im Ausland und soll vorwiegend über Freiwilligenprogramme realisiert werden. Die hierfür notwendigen einmaligen Restrukturierungskosten werden mit circa 35 Mio. EUR angegeben und sollen überwiegend im vierten Quartal 2026 anfallen.
Die 1&1-EBITDA-Prognose wurde auf 740 Mio. EUR gesenkt, während IONOS seine 530 Mio. EUR bestätigt — der Bewertungsabstand zwischen den Töchtern wächst. Wer die Dividenden- und Prognose-Perspektive für 2026 einordnen will, findet im Report die relevanten Kennzahlen. Bewertungs-Check für 1&1 und IONOS anfordern
Ungeachtet dieser Kosten bleibt die Prognose für das bereinigte EBITDA der IONOS Group SE im Geschäftsjahr 2026 bei 530 Mio. EUR stabil. Ab 2027 erwartet das Unternehmen jährliche Einsparungen von bis zu 30 Mio. EUR. Diese Mittel sollen laut dem Transformationsplan in die Entwicklung von KI-Produkten und Cloud-Infrastruktur reinvestiert werden.
Die Aktie der IONOS Group SE notierte am 10. September 2026 bei 34,11 EUR, was einem Zuwachs von 1,04 % im Vergleich zum Vortag entspricht, während der MDAX einen Rückgang von 1,44 % auf 31.596,25 Punkte verzeichnete. Weitere Informationen zur strategischen Ausrichtung könnten auf einer Analystenveranstaltung folgen, die für den 12. November 2026 angesetzt ist.
