Umsatzsteuer Landwirte: 19% ab Juli statt 7,8% bei Gebrauchtmaschinen
09.06.2026 - 10:12:34 | boerse-global.de
Juli 2026 grundlegend die Regeln bei der Umsatzsteuer. Eine bisherige Vereinfachungsregelung fällt weg – das hat vor allem beim Verkauf von Gebrauchtmaschinen drastische Folgen.
Bislang galt für diese Transaktionen ein pauschaler Steuersatz von 7,8 Prozent. Dem stand ein pauschaler Vorsteuerabzug in gleicher Höhe gegenüber. Die Landwirte hatten keine Zahllast gegenüber dem Finanzamt. Ab Juli sind es 19 Prozent Regelbesteuerung.
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Ein Beispiel der Steuerberatungsgesellschaft Treukontax verdeutlicht die Differenz: Bei einem Netto-Verkaufspreis von 20.000 Euro fielen bislang 1.560 Euro Umsatzsteuer an – neutralisiert durch den Vorsteuerabzug. Ab Juli müssen 3.800 Euro ans Finanzamt abgeführt werden. Bis zum 30. Juni 2026 gilt noch die alte Regelung.
Neue Pflichten bei Ernteverkäufen
Die steuerlichen Anpassungen betreffen auch den Verkauf stehender Ernte. Wer den pauschalen Steuersatz weiter nutzen will, braucht ab Juli eine schriftliche Vereinbarung zur Selbstübernahme durch den Käufer. Fehlt das Dokument, droht der Übergang zur Regelbesteuerung.
Bereits Anfang Juni konkretisierte das Bundesministerium der Finanzen zudem die Anforderungen an das Vorsteuer-Vergütungsverfahren. Nachweise für Vergütungen müssen ab dem 1. Januar 2026 digital bereitgestellt werden – vorzugsweise über das Online-Portal des Bundeszentralamts für Steuern. Nur bei Kleinbeträgen bleibt die Nachweispflicht auf Verlangen beschränkt.
Förderung für moderne Technik
Parallel zu den Verschärfungen gibt es weiter finanzielle Anreize für Modernisierungen. Über das Programm ANK NABO können Betriebe Zuschüsse für bodenschonende Landtechnik beantragen. Die Förderquote liegt bei bis zu 40 Prozent, in Einzelfällen sind höhere Sätze möglich. Interessierte können noch bis zum 22. Juni 2026 am Interessenbekundungsverfahren teilnehmen.
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Der Investitionsbedarf im Sektor bleibt hoch. Neue Antriebstechnologien drängen auf den Markt: Der chinesische Hersteller Xeevo bringt sein elektrisches Modell E904i noch 2026 zu deutschen Händlern. Tadus hat die Serienproduktion seiner E-Traktoren für denselben Zeitraum angekündigt. John Deere stellte zuletzt die neue 6R-Serie mit neuem Getriebe und erweiterten Wartungsintervallen vor.
Landwirtschaftsministerin Kaniber betont die Bedeutung alternativer Antriebe, um die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen zu verringern. Dafür stehen Fördermittel in Höhe von 72 Millionen Euro bereit. Ob sich der Umstieg auf Elektroantriebe betriebswirtschaftlich rechnet, untersucht die Landwirtschaftskammer Niedersachsen derzeit in einem Vergleichstest. Ergebnisse werden für Oktober 2026 erwartet.
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