Umsatzsteuer-Digitalisierung, Schweizer

Umsatzsteuer-Digitalisierung: eAKZ-App startet an Schweizer Grenze

18.06.2026 - 01:39:40 | boerse-global.de

Die neue App eAKZ ersetzt Papierbelege an der Schweizer Grenze und soll Zollabfertigung für Einkaufstouristen beschleunigen.

App eAKZ: Digitaler Zollbeleg für Einkaufstouristen startet
Umsatzsteuer-Digitalisierung - Eine Hand hält ein Smartphone, das einen QR-Code in einem Geschäft scannt, mit verschwommenem Zollgebäude im Hintergrund. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die neue App eAKZ (elektronischer Ausfuhrkassenzettel) soll die bisherigen Papierbelege schrittweise ersetzen. Ziel ist eine deutliche Entlastung der Zollbehörden und schnellere Abläufe für Einkaufstouristen.

Automatische Grenzbestätigung per App

Das Verfahren ist einfach: Kunden scannen in teilnehmenden Geschäften einen QR-Code. Die App speichert den Kassenzettel digital. Die Grenzübertrittsbestätigung erfolgt automatisch über Standorterfassung – ein Stopp am Zollschalter entfällt.

Anzeige

Während digitale Tools die Rückerstattung für Privatpersonen erleichtern, stehen Gewerbetreibende bei der Umsatzsteuer oft vor komplexeren Hürden. Dieser kostenlose Ratgeber bietet sofortige Antworten auf alle wichtigen Fragen zur USt-Pflicht und korrekten Voranmeldung. Kostenlosen Umsatzsteuer-Ratgeber jetzt herunterladen

Mehrere große Einzelhändler machen mit. Lidl beteiligt sich mit 25 Filialen, dazu kommen G-Star, Humanic und SportScheck. Die Testphase konzentriert sich auf Grenzübergänge der Hauptzollämter Lörrach und Singen. Rund 20 Übergänge sind in der App hinterlegt.

Voraussetzung: Kunden müssen sich vorab im Zoll-Portal registrieren. Die Nutzung ist freiwillig.

Warum der Umstieg nötig ist

Die Zahlen zeigen den Druck. Am Zollamt Lörrach wurden 2024 rund 2,8 Millionen Ausfuhrscheine bearbeitet. Vor der Corona-Pandemie waren es laut IHK Hochrhein-Bodensee zeitweise bis zu 16 Millionen.

Aktuell sind allein in Lörrach rund 40 Arbeitskräfte fast nur mit dem Abstempeln von Papierbelegen beschäftigt. Auch in Singen bindet die analoge Bearbeitung einen Großteil des Personals. Die Digitalisierung soll diese Kapazitäten für andere Aufgaben freisetzen.

Erste Nutzer berichten allerdings von technischen Hürden bei der Registrierung.

Größere Reformen am Horizont

Der Pilotstart ist Teil einer umfassenden Digitalisierungsstrategie. Seit Januar 2026 schreibt eine Neuregelung im Vorsteuer-Vergütungsverfahren das digitale Hochladen von Rechnungen vor – bei Kleinbeträgen ab 250 Euro.

Anzeige

Nicht nur an der Grenze, auch beim innergemeinschaftlichen Warenhandel innerhalb der EU lauern steuerliche Fallstricke, die teuer werden können. Ein kostenloser PDF-Report enthüllt die häufigsten Stolperfallen bei der Zusammenfassenden Meldung und wie Sie diese von Anfang an vermeiden. Gratis-Ratgeber für fehlerfreien EU-Warenhandel sichern

Ab Juli 2026 plant die EU die Streichung der Zollfreigrenze von 150 Euro für Kleinsendungen. Stattdessen soll eine Pauschale von 3 Euro pro Warenkategorie kommen. Ab Juli 2028 greifen dann reguläre Zolltarife.

Parallel dazu hat das EU-Parlament einem Zollabkommen mit den USA zugestimmt. Es sieht die Abschaffung von Zöllen auf US-Industriegüter vor und tritt voraussichtlich am 4. Juli in Kraft.

Die App an der Schweizer Grenze ist nur ein lokaler Baustein – aber ein wichtiger.

de | wirtschaft | 69567424 |