Umfrage, Beschäftigte

Umfrage zeigt: Beschäftigte bereit für Überstunden bei Anreizen

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 23:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Indeed-Umfrage zeigt: Mehrarbeit findet Zustimmung, doch dauerhafte Ausweitungen bleiben selten und hängen von Anreizen ab.

Indeed-Studie: Deutsche Beschäftigte offen für mehr Arbeitszeit
Ein modernes, leeres Büro mit aufgeräumten Arbeitsplätzen in der Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Eine aktuelle Untersuchung im Auftrag des Jobportals Indeed liefert neue Erkenntnisse zur Arbeitsbereitschaft in Deutschland. Wie aus Medienberichten vom 12. September 2026 hervorgeht, sind Beschäftigte hierzulande grundsätzlich bereit, ihr Arbeitspensum zu erhöhen, sofern die Rahmenbedingungen und Anreize entsprechend gestaltet werden. Die Daten basieren auf einer Umfrage, die das Institut Appinio unter 1.000 Erwerbstätigen durchgeführt hat.

Differenzierte Bereitschaft zu Mehr- und Überstunden

Die Ergebnisse der Befragung verdeutlichen, dass das Potenzial für eine Ausweitung der Arbeitszeit vorhanden ist, jedoch stark von externen Faktoren abhängt. Einer Mehrheit der Befragten zufolge besteht eine grundsätzliche Bereitschaft zu Mehrarbeit, wenn die passenden Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dabei zeigt sich ein Unterschied zwischen temporärer und dauerhafter Mehrbelastung.

Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer gab an, bereit zu sein, Überstunden zu leisten. Eine dauerhafte Erhöhung der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit wird hingegen zurückhaltender bewertet: Knapp 20 % der befragten Beschäftigten würden laut der Erhebung dauerhaft mehr arbeiten als bisher.

Diese Zahlen unterstreichen, dass finanzielle oder organisatorische Anreize eine zentrale Rolle bei der Mobilisierung von Arbeitszeitreserven spielen dürften.

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Diskrepanz zwischen Vertrag und Realität

Ein wesentlicher Aspekt der Untersuchung betrifft die bereits geleistete Mehrarbeit im Verhältnis zu den bestehenden Verträgen. Den Ergebnissen zufolge arbeiten fast drei Viertel der Befragten bereits jetzt mehr, als es ihre vertraglichen Vereinbarungen vorsehen. Damit leistet ein Großteil der Erwerbstätigen in Deutschland bereits regelmäßig zusätzliche Stunden, die über das vereinbarte Pensum hinausgehen.

Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass die Flexibilität der Arbeitnehmer bereits in hohem Maße in Anspruch genommen wird. Die Bereitschaft, dieses Engagement noch weiter auszubauen, scheint demnach stark an die Qualität der gebotenen Kompensationen gekoppelt zu sein.

Kontroversen in der politischen Debatte

Die Untersuchung befasste sich zudem mit der Wahrnehmung der öffentlichen Diskussion über längere Arbeitszeiten. Hier zeigen die Ergebnisse ein gespaltenes Bild innerhalb der Arbeitnehmerschaft. Für die politische Gestaltung von Reformen im Arbeitsrecht oder bei Arbeitszeitmodellen ist die psychologische Wirkung der Debatte von Bedeutung.

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Laut der Umfrage empfindet jeder zweite Beschäftigte die aktuelle politische Diskussion um längere Arbeitszeiten als demotivierend. Im Gegensatz dazu steht eine group von etwa einem Drittel der Befragten, die angaben, dass sie die Debatte um eine Ausweitung der Arbeitszeit als anspornend empfinden. Diese gegensätzlichen Wahrnehmungen verdeutlichen die Herausforderung für Politik und Unternehmen, das Thema Arbeitszeitverlängerung so zu kommunizieren, dass die Motivation der Belegschaften nicht gefährdet wird.

Die Ergebnisse der Kooperation von Indeed und Appinio liefern damit eine Grundlage für die laufende Diskussion über den Fachkräftemangel und die Mobilisierung von Arbeitszeitpotenzialen in der deutschen Wirtschaft. Während das grundsätzliche Interesse an Mehrarbeit vorhanden ist, bleibt die Ausgestaltung der Anreize der entscheidende Faktor für die Umsetzung.

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