TVöD-Tarifrunde 2027: Gewerkschaften starten Umfragen für 2,5 Millionen
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 02:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der dbb beamtenbund und tarifunion haben am 2. November 2026 ihre Kampagnen und Befragungen zur Vorbereitung auf die TVöD-Tarifrunde 2027 eingeleitet.
Die anstehenden Verhandlungen betreffen rund 2,5 Millionen Tarifbeschäftigte bei Bund und Kommunen. Die Gewerkschaften beginnen damit frühzeitig mit der Stimmungsabfrage und Mobilisierung der Belegschaften, um ihre gemeinsamen Kernforderungen abzustimmen.
Beschäftigtenbefragungen und Vorbereitungsphase
Der dbb beamtenbund und tarifunion startete am 2. November 2026 eine Onlinebefragung zur anstehenden Einkommensrunde für den Bereich von Bund und Kommunen. Die Teilnahme an dieser Umfrage ist anonym und läuft bis zum 15. Dezember 2026. Mit der technischen Umsetzung sowie der Auswertung der Ergebnisse hat der Verband die Gewerkschaft Komba beauftragt.
Andreas Hemsing, Zweiter Vorsitzender und Fachvorstand Tarifpolitik beim dbb, rief die Beschäftigten am 2. November 2026 zur Beteiligung an der Erhebung auf. Zudem kündigte er an, dass für das neue Jahr begleitende Regionalkonferenzen vorgesehen sind.
Bei ver.di ist der Start einer eigenen Beschäftigtenbefragung zur TVöD-Tarifrunde 2027 für den 1. Dezember 2026 angesetzt. Laut einer Umfrage von Öffentlicher Dienst News unter 10.551 Tarifbeschäftigten zeigten sich 65,5 Prozent unzufrieden mit der Gehaltsentwicklung der vergangenen fünf Jahre, was den Druck auf die kommenden Gehaltsgespräche unterstreicht.
Fahrplan bis zu den Verhandlungen in Potsdam
Der bestehende Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) sowie der Tarifvertrag Versorgungsbetriebe (TV-V) laufen zum 31. März 2027 aus. Die Vorlage der gemeinsamen Tarifforderung von ver.di und dem dbb ist für den 16. März 2027 terminiert.
Im April 2027 beginnt nach Planungen des dbb die eigentliche Einkommensrunde. Beamtinnen und Beamte sind von den Verhandlungsergebnissen zwar nicht unmittelbar rechtlich betroffen, ihre Besoldung orientiert sich in der Praxis jedoch häufig an den vereinbarten Tarifabschlüssen.
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Die Verhandlungstermine zwischen den Tarifparteien stehen bereits fest:
- Am 9. April 2027 startet die erste Verhandlungsrunde in Potsdam.
- Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 3. und 4. Mai 2027 angesetzt.
- Die dritte Verhandlungsrunde soll am 26. Mai 2027 stattfinden.
Ausgangslage und finanzielle Rahmenbedingungen
Die Verhandlungen treffen auf schwierige wirtschaftliche Vorzeichen auf Arbeitgeberseite. Wie die kommunalen Arbeitgeber hervorheben, bildete ein Rekorddefizit von 31,9 Milliarden Euro im Jahr 2025 die Ausgangslage für die Tarifrunde 2027.
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Im Pflegebereich bei Bund und Kommunen gilt derzeit noch eine Regelung aus der Tarifeinigung vom 6. April 2025: Seit dem 1. Mai 2026 bis zum 31. März 2027 ist eine neue P-Tabelle für rund 560.000 Pflegekräfte in Kraft.
Das Monatsbrutto reicht dabei in der Stufe P 5 von einem Einstiegsgehalt von 2.907 Euro bis zu 3.629 Euro in der Endstufe. Eine Pflegefachkraft in der Entgeltgruppe P 7 erhält zwischen 3.510 Euro und 4.305 Euro, während in der Entgeltgruppe P 16 Gehälter von 5.240 Euro bis 6.938 Euro vorgesehen sind.
Zudem liegt das Weihnachtsgeld bei einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis am 1. Dezember in den Gruppen P 5 bis P 8 bei 90 Prozent und in den Gruppen P 9 bis P 16 bei 85 Prozent eines Monatsgehalts.
Die Wechselschichtzulage in der Pflege beträgt 250 Euro, die Schichtzulage beläuft sich auf 100 Euro; beide Zulagen gelten seit Juli 2025 und werden ab 2027 dynamisiert. Mit dem Auslaufen der Verträge im Frühjahr 2027 stehen auch diese Eingruppierungen und Konditionen vor einer Neubewertung.
