Tui, Iran-Krieg

Tui-Gewinn unter Druck: Iran-Krieg und Last-Minute-Buchungen belasten den Reisekonzern

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 09:39 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Reisekonzern Tui erwartet wegen des Iran-Kriegs und späterer Buchungen einen Rückgang des bereinigten operativen Gewinns. Für den Winter liegt der gebuchte Pauschalreise-Umsatz derzeit sieben Prozent unter dem Vorjahreswert, zuletzt zog die Nachfrage aber wieder an.

  • Der Iran-Krieg belastete den Gewinn des Reisekonzerns Tui. (Archivbild) - Bild: Christoph Schmidt/dpa
    Der Iran-Krieg belastete den Gewinn des Reisekonzerns Tui. (Archivbild) - Bild: Christoph Schmidt/dpa
  • Eine Umsatzprognose gibt Tui-Chef Ebel für das laufende Geschäftsjahr nicht ab. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
    Eine Umsatzprognose gibt Tui-Chef Ebel für das laufende Geschäftsjahr nicht ab. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
Der Iran-Krieg belastete den Gewinn des Reisekonzerns Tui. (Archivbild) - Bild: Christoph Schmidt/dpa Eine Umsatzprognose gibt Tui-Chef Ebel für das laufende Geschäftsjahr nicht ab. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Der Reisekonzern Tui rechnet nach einem vom Iran-Krieg und späteren Urlaubsbuchungen belasteten Sommer für das Geschäftsjahr 2025/26 mit einem bereinigten operativen Gewinn von währungsbereinigt 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro.

Pauschalreisegeschäft unter Vorjahr

Der gebuchte Umsatz im Pauschalreisegeschäft lag nach vorläufigen Zahlen fünf Prozent unter dem Wert des Vorjahressommers. Im August hatte das Minus noch sechs Prozent betragen, in den vergangenen Wochen verringerte es sich damit leicht.

Ein Jahr zuvor hatte Tui einen bereinigten operativen Gewinn von gut 1,4 Milliarden Euro erzielt. Die neue Erwartung liegt in der Mitte der bisherigen Zielspanne.

Winterbuchungen bleiben schwach

Für die Wintersaison liegt der gebuchte Umsatz bei Pauschalreisen derzeit sieben Prozent unter dem Vorjahreswert. Tui zufolge buchen Kunden wegen geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit weiterhin später als früher üblich.

Der Vorstand hält sich deshalb Spielraum offen, das Angebot kurzfristig an die Nachfrage anzupassen. In den vergangenen vier Wochen verbesserte sich die Buchungsdynamik allerdings.

Weiter keine Umsatzprognose

Eine Umsatzprognose für das fast abgeschlossene Geschäftsjahr legte Vorstandschef Sebastian Ebel weiterhin nicht vor. Das ursprüngliche Umsatzziel hatte Tui im April wegen des Iran-Kriegs gestrichen und zugleich das Gewinnziel gesenkt.

Damals waren zwei Schiffe der Kreuzfahrtlinie Tui Cruises wegen des Kriegsausbruchs im Persischen Golf festgesetzt. Tui reduzierte in der Folge das Reiseangebot um fünf Prozent.

Kreuzfahrten halten Auslastung

Positive Signale kamen aus den konzerneigenen Hotels und Kreuzfahrtgesellschaften. Bei Häusern wie Riu und Tui Blue ging die Auslastung im Zeitraum von Juli bis September zwar etwas zurück, doch Tui setzte höhere Preise durch.

Die Schiffe von Tui Cruises, Marella und Hapag-Lloyd waren bei höheren Preisen genauso stark ausgelastet wie im Vorjahr. Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/26 will Tui am 9. Dezember veröffentlichen.

Unsicherheit verändert das Buchungsverhalten

Der Tui-Ausblick zeigt, wie stark geopolitische Risiken inzwischen in die Reiseplanung hineinwirken. Der Iran-Krieg belastet nicht nur Ziele und Routen in der Region, sondern erhöht auch die Unsicherheit über Flugverbindungen, Sicherheitslagen und mögliche Preisänderungen. Für Reisende führt das zu einer vorsichtigeren Entscheidung: Viele warten länger, bevor sie sich festlegen.

Der Last-Minute-Trend ist für Veranstalter ambivalent. Kurzfristige Buchungen können die Nachfrage bis zum Saisonbeginn stützen, erschweren aber die Planung von Flugkapazitäten, Hotelkontingenten und Personal. Tui hält sich deshalb die Möglichkeit offen, das Angebot kurzfristig an die Nachfrage anzupassen. Das kann helfen, Leerstände zu vermeiden, reduziert aber die Planungssicherheit für den Konzern.

Preise und eigene Angebote als Stütze

Die Entwicklung im Geschäftsjahr 2025/26 verdeutlicht zugleich die Bedeutung der konzerneigenen Hotels und Kreuzfahrtmarken. Trotz leicht geringerer Auslastung konnten höhere Preise die Ergebnislage bei den Hotels stützen; bei den Kreuzfahrten blieben Auslastung und Preisniveau stabil. Damit hängt Tuis Ergebnis weniger allein von der Zahl der Buchungen ab, sondern auch vom Produktmix und der Preisdurchsetzung.

Winter bleibt entscheidend

Für Kunden bedeutet der aktuelle Ausblick, dass sich kurzfristige Angebote und Preisbewegungen stärker als üblich ändern können. Für Tui bleibt die Wintersaison der nächste wichtige Belastungstest: Sie beginnt mit einem Buchungsminus, zugleich hat sich die Dynamik zuletzt verbessert. Ob daraus eine nachhaltige Erholung entsteht, dürfte wesentlich von der Sicherheitslage und der wirtschaftlichen Stimmung abhängen.

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