TÜV-Report 2026: Technische Mängel in Gebäuden auf Rekordniveau
06.06.2026 - 05:12:34 | boerse-global.de
Während die hessischen Behörden eine Kontrollwoche für Baugerüste ankündigen, zeigt der aktuelle TÜV-Report eine alarmierende Zunahme technischer Mängel.
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Hessen startet Aktionswoche gegen Absturzunfälle
Die Regierungspräsidien in Hessen führen von Montag bis Freitag eine flächendeckende Kontrollaktion durch. Im Fokus: die Sicherheit von Baugerüsten. Grundlage ist die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA).
Der Hintergrund ist erschreckend: Zwischen 2009 und 2023 machten Abstürze rund 31 Prozent der schweren und tödlichen Arbeitsunfälle aus. Frühere Kontrollen zeigten, dass nur 21 Prozent der Baustellen die Gerüstschutzmaßnahmen vollständig einhielten. Die Behörden wollen diese Quote drastisch verbessern.
TÜV-Report: Technische Mängel erreichen Höchststand
Parallel dazu verschlechtert sich die Sicherheitstechnik in Gebäuden massiv. Der TÜV Baurechtsreport 2026 belegt: 35,9 Prozent der geprüften Anlagen haben wesentliche Mängel – ein Anstieg um neun Prozentpunkte im Vergleich zu 2024. Nur noch jede vierte Anlage ist komplett mängelfrei.
Besonders betroffen sind Lüftungsanlagen mit 44,2 Prozent Mängelquote. Bei Feuerlöschanlagen liegt der Wert bei 40,6 Prozent. Auch die Sicherheitsstromversorgung (35,2 Prozent) und die Sicherheitsbeleuchtung (35,0 Prozent) weisen erhebliche Defizite auf. Der TÜV-Verband fordert deshalb strengere Prüf- und Wartungsstandards.
Quarzstaub: Das unsichtbare Risiko auf dem Bau
Der Schutz vor gefährlichen Stoffen wie Quarzstaub ist eine zentrale Pflicht im Arbeitsschutz, um schwere Erkrankungen der Belegschaft zu verhindern. Dieser kostenlose Praxis-Leitfaden unterstützt Sie mit anpassbaren Vorlagen dabei, Ihre Gefährdungsbeurteilung für Gefahrstoffe rechtssicher und wirksam zu gestalten. Gratis E-Book: Gefährdungsbeurteilung für Gefahrstoffe herunterladen
Neben Unfällen bleibt der Gesundheitsschutz ein zentrales Thema. Besonders alveolengängiger Quarzfeinstaub ist gefährlich: Er kann Silikose, COPD oder Lungenkrebs auslösen. Der Grenzwert für die Schichtbelastung liegt bei 0,05 mg/m³ über acht Stunden.
Da sich quarzhaltige Baustoffe kaum ersetzen lassen, setzt die Branche auf das (S)TOP-Prinzip der Gefahrstoffverordnung. Technische Schutzmaßnahmen haben Vorrang vor organisatorischen oder persönlichen Lösungen. Ein Aktionsprogramm zur Staubminimierung – getragen von ZDB, IG BAU und der Berufsgenossenschaft BAU – unterstützt Betriebe seit Oktober 2016 bei der Umsetzung emissionsarmer Verfahren.
VOB feiert 100. Geburtstag – Nachunternehmervertrag reformiert
Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) feierte am 6. Mai 2026 ihr 100-jähriges Bestehen. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des ZDB, bezeichnete das Regelwerk als grundlegend für faire Verfahren und als Schutz gegen Korruption.
Im April 2026 wurde zudem der ZDB-Nachunternehmervertrag aktualisiert. Die Vertragsstrafen berechnen sich jetzt auf Basis der Abrechnungssumme statt der ursprünglichen Auftragssumme. Der Prozentsatz sank von 0,3 Prozent.
Fachkräfte aus Afrika: 65 Azubis seit 2022 vermittelt
Die Bauverbände NRW setzen auf internationale Partnerschaften. Über die Allianz „WE-Fair“ gewinnen sie in Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Auszubildende aus Ghana und Senegal. Seit 2022 vermittelten sie 65 Jugendliche. Bis Ende 2026 streben sie 100 Vermittlungen an. Die Beteiligten betonen die Bedeutung transparenter und ethischer Standards bei der Anwerbung.
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