Deutschland, Hamburg

Deutsche Seehäfen steigern Güterumschlag - Sorgen um Nahost

10.03.2026 - 09:28:07 | dpa.de

Trotz globaler Krisen und des Zollstreits mit den USA haben deutsche Seehäfen 2025 mehr Güter umgeschlagen. Doch der Krieg im Iran und die gesperrte Straße von Hormus treibt die Reedereien um.

Hamburg blieb 2025 mit Abstand der wichtigste deutsche Hafen (Archivbild) - Foto: Axel Heimken/dpa
Hamburg blieb 2025 mit Abstand der wichtigste deutsche Hafen (Archivbild) - Foto: Axel Heimken/dpa

Mehr Handel trotz Zollstreit und globaler Krisen: Der Güterumschlag in den deutschen Seehäfen ist 2025 deutlich gestiegen. Insgesamt wurden in den Häfen 284,4 Millionen Tonnen Güter verladen, ein Plus von 3,8 Prozent zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. 

Während der Güterempfang aus dem Ausland kräftig um 5,3 Prozent auf 171,1 Millionen Tonnen wuchs, stieg der Güterversand ins Ausland aber nur um 0,5 Prozent auf 103,7 Millionen Tonnen. Der innerdeutsche Verkehr machte trotz eines starken Zuwachses von 15,7 Prozent mit 9,6 Millionen Tonnen nur einen kleinen Teil des Güterumschlags aus.

Sorgen wegen Krieg im Iran

Sorgen bereitet Reedern der Krieg im Iran, mit dem der Schiffverkehr durch die Straße von Hormus - ein Nadelöhr des Welthandels - zum Stillstand gekommen ist. Der Branchenverband VDR ging zuletzt davon aus, dass mindestens 30 Schiffe deutscher Reedereien im Persischen Golf eingeschlossen sind.

Der Güterumschlag der deutschen Seehäfen im direkten Verkehr mit den Golf-Staaten ist laut Statistik zwar gering: Rund 4 Millionen Tonnen oder 1,4 Prozent des Güterumschlags 2025 entfielen auf die Anrainerstaaten Bahrain, Irak, Iran, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Viele Güter aus den Golfstaaten gelangten jedoch zunächst über große ausländische Häfen etwa in den Niederlanden und Frankreich nach Europa und würden von dort weitertransportiert, schreiben die Statistiker. «Daher können sich Seeblockaden im Nahen Osten auch indirekt auf die Versorgung Deutschlands auswirken.» 

USA wichtigster Handelspartner im Seeverkehr 

Wichtigster deutscher Handelspartner im Seeverkehr blieben die USA, auch wenn der Zollstreit Spuren hinterließ. So ging der Güterverkehr zwischen deutschen und US-Seehäfen 2025 um 3,6 Prozent auf 28,7 Millionen Tonnen zurück. Auf Rang zwei lag Norwegen mit gut 26 Millionen Tonnen, gefolgt von Schweden und China. Die Volksrepublik ist der bei weitem wichtigste Handelspartner im Containerverkehr. Rund ein Fünftel des deutschen Containerumschlags entfiel 2025 allein auf China.

Der größte deutsche Seehafen blieb 2025 Hamburg mit einem Umschlag von 99,8 Millionen Tonnen. Es folgten mit Abstand Bremerhaven, Wilhelmshaven, Rostock und Lübeck.

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