Der Trend geht zur Kulturheidelbeere

14.02.2020 - 09:56:44 | ad-hoc-news.de

Trotz der schwierigen Witterungsbedingungen im Jahr 2019, stieg die Erntemenge von Heidelbeeren. Grund ist eine Verlagerung zum Anbau von Kulturheidelbeeren.

Heidelbeeren - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Heidelbeeren - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Die Strauchbeerenernte blieb im Jahr 2019 aufgrund von Witterungseinflüssen unter dem Durchschnitt der letzten Jahre. Verantwortlich dafür war die anhaltende Trockenheit. Einen gegenteiligen Trend gab es bei der Heidelbeerernte, deren Ertrag um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr zunahm. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, wurden im Jahr 2019 mehr als 14.800 Tonnen produziert. Die Gesamtanbaufläche stieg auf 3.160 Hektar. Damit ist die Heidelbeere die mit Abstand beliebteste Strauchbeere in Deutschland. Strauchbeeren werden auf insgesamt 9.360 Hektar angebaut. Noch beeindruckender wird die Entwicklung der Erntemenge von Heidelbeeren, wenn man die Vergleichszahlen von 2012 zugrunde legt. In sieben Jahren wuchsen Erntemenge und Anbaufläche um jeweils 70 Prozent. Dieser Zuwachs ist in erster Linie auf die flächendeckende Einführung Kulturheidelbeeren zurückzuführen. Die Kulturheidelbeere ist eine Züchtung aus verschiedenen Heidelbeersorten des amerikanischen Kontinents und wird hauptsächlich in den USA auf riesigen Plantagen angebaut. In Deutschland, sind die Hauptanbaugebiete der Kulturheidelbeere in Niedersachsen zu finden. Nahezu zwei Drittel der bundesdeutschen Heidelbeerernte werden dort eingefahren. In Niedersachsen befinden sich etwa 25 Prozent der deutschen Anbaufläche für Strauchbeeren insgesamt. Die Trockenheit hat die Heidelbeerkulturen weniger getroffen, wie die anderen Strauchbeerenarten. Während die Menge der Heidelbeeren gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant blieb, mussten die anderen Arten erhebliche Mengeneinbrüche verzeichnen, so dass die Gesamtproduktionsmenge an Strauchbeeren in Deutschland auf 39.300 Tonnen zurückging, und damit Einbußen um 9 Prozent zu vermelden sind. Die Gesamtanbaufläche von Strauchbeeren stieg, laut Statistischem Bundesamt, seit dem Jahr 2012 um 40 Prozent. Neben Heidelbeeren, erfreuen sich vor allem Himbeeren und Johannisbeeren großer Beliebtheit. Von beiden Strauchbeerenarten wurden im Jahr 2019 etwa 7500 Tonnen geerntet. Am stärksten von der Trockenheit betroffen, waren die Produzenten mit ökologischen Anbaumethoden. Ihr Anteil an der Gesamterntemenge betrug im Jahr 2019 mit 4.300 Tonnen rund 11 Prozent. Trotz eines Wachstums der Anbaufläche um 8 Prozent, fiel die Erntemenge um 24 Prozent. In der ökologischen Produktion ist die Aroniabeere die verbreitetste Strauchbeerenart. Daneben werden auch Kulturheidelbeeren, Holunder und Sanddorn auf diese Weise bewirtschaftet. Die Veränderung der Anbaumethoden, wird die Struktur des Strauchbeerenanbaus in Deutschland weiter verändern. Die Verwendung von Schutzabdeckungen wird auf 460 Hektar Anbaufläche praktiziert. Dort war mit 4.700 Tonnen, ein Anstieg der Erntemenge um 22 Prozent zu verzeichnen. Auf diesen geschützten Flächen wurden hauptsächlich Himbeeren angebaut, wobei eine Steigerung der Erntemenge pro Flächeneinheit um das Dreifache gegenüber dem Freilandanbau erzielt wurde. Seit dem Jahr 2012 ist ein stetiges Wachstum der auf diese Weise bewirtschafteten Fläche zu beobachten. Aktuell werden etwa 5 Prozent der Anbaufläche im geschützten Anbau betrieben, während etwa 14 Prozent der Gesamternte an Strauchbeeren aus dieser Wirtschaftsform stammt.

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