Trinkwasserhygiene: Techem stellt digitale Prüfpflicht-Tools vor
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 16:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Immobiliendienstleister Techem hat Ende Juli 2026 neue digitale Werkzeuge vorgestellt, um die Einhaltung der Trinkwasserhygiene in Wohn- und Gewerbegebäuden zu optimieren. Mit der Einführung eines Prüfpflicht-Schnellchecks und eines Online-Rechners reagiert das Unternehmen auf die regulatorischen Anforderungen für Gebäudebetreiber. Die neuen Anwendungen sollen dabei helfen, die Identifikation von Prüfpflichten sowie die Planung notwendiger Kontrollmaßnahmen effizienter zu gestalten.
Digitalisierung der Trinkwasserhygiene für Immobilienverwalter
Die neu lancierten digitalen Services zielen darauf ab, den administrativen Aufwand für Eigentümer und Verwalter bei der Umsetzung der Trinkwasserhygiene zu reduzieren. Der Prüfpflicht-Schnellcheck ermöglicht es Nutzern, auf Basis spezifischer Gebäudedaten unkompliziert festzustellen, ob und in welchem Umfang eine gesetzliche Untersuchungspflicht für ihre Liegenschaften besteht. Ergänzt wird dieses Angebot durch einen Online-Rechner, der die operative Vorbereitung der Prüfzyklen unterstützt.
Daniel Groh, der bei Techem die Abteilung für Trinkwasserhygiene leitet, erklärte im Rahmen der Vorstellung, dass das Unternehmen die Legionellenprüfung durch diese Werkzeuge einfacher, planbarer und rechtssicherer gestalten wolle. In der Immobilienwirtschaft stellt die Überwachung der Wasserqualität oft eine organisatorische Herausforderung dar, da Fristen gewahrt und Dokumentationspflichten erfüllt werden müssen, um Haftungsrisiken zu minimieren.
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Mikrobiologische Hintergründe und gesundheitliche Risiken
Die Notwendigkeit einer konsequenten Überwachung ergibt sich aus den biologischen Eigenschaften von Legionellen. Diese Bakterien gedeihen bevorzugt in stehendem oder nur langsam fließendem Wasser innerhalb eines Temperaturbereichs von 25-45 °C. Ein Gesundheitsrisiko für Menschen besteht insbesondere dann, wenn mit Legionellen kontaminierte Aerosole eingeatmet werden. Dies kann beispielsweise beim Duschen geschehen, wenn die Bakterien über den feinen Wassernebel in die Atemwege gelangen und dort schwere Erkrankungen auslösen können.
Um das Wachstum der Erreger effektiv zu unterbinden, ist die Steuerung der Wassertemperatur in der Trinkwasser-Installation entscheidend. Nach Angaben von Techem setzt eine Hemmung der Vermehrung ab einer Temperatur von 55 °C ein. Eine vollständige Abtötung der Bakterien wird erst bei Temperaturen ab 60 °C erreicht. Die Einhaltung dieser thermischen Standards ist ein zentraler Aspekt der Betriebssicherheit von Warmwassersystemen.
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Gesetzliche Rahmenbedingungen nach der Trinkwasserverordnung
Die rechtliche Grundlage für die Legionellenprüfung ist in der deutschen Trinkwasserverordnung festgeschrieben. Insbesondere §31 der Verordnung definiert die Pflichten für Betreiber von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung, sofern diese Wasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgeben. Die gesetzliche Regelung schreibt vor, dass betroffene Trinkwasser-Installationen mindestens alle 3 Jahre auf eine Belastung durch Legionellen untersucht werden müssen.
Mit den neuen digitalen Lösungen adressiert Techem die steigenden Anforderungen an die Dokumentation und Überwachung dieser dreijährigen Intervalle. Da Verstöße gegen die Trinkwasserverordnung weitreichende rechtliche Konsequenzen haben können, gewinnt die automatisierte Unterstützung bei der Einhaltung der Prüfpflichten für professionelle Akteure am Immobilienmarkt zunehmend an Bedeutung.
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