Trade Republic für Holdings: 2,5 Prozent Zinsen ohne Obergrenze
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 18:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Neobroker Trade Republic erweitert sein Dienstleistungsangebot und adressiert erstmals gezielt gewerbliche Strukturen. Seit dem 22. September 2026 ermöglicht das Unternehmen mit dem sogenannten Private Holding Account die Anlage von Gesellschaftsvermögen für eine spezifische Gruppe von Unternehmenskunden. Das Angebot richtet sich an alleinige Gesellschafter von deutschen GmbHs und UGs, die ihr Kapital über die Plattform verwalten möchten.
Fokus auf Alleingesellschafter und digitale Abwicklung
Der Zugang zum neuen Private Holding Account ist streng reglementiert. Berichten vom 23. September 2026 zufolge können ausschließlich Personen das Konto eröffnen, die alleinige Gesellschafter und Eigentümer einer GmbH oder UG sind. Damit sind Mehrpersonen-GmbHs, Personengesellschaften sowie Einzelunternehmer und Freiberufler explizit von der Nutzung ausgeschlossen. Das Angebot zielt vorwiegend auf Bestandskunden ab, die über eine entsprechende Holding-Struktur verfügen.
Die Kontoeröffnung erfolgt vollständig digital und soll nach Angaben des Anbieters nur wenige Minuten in Anspruch nehmen. Für den Verifizierungsprozess sei lediglich die Handelsregisternummer des Unternehmens erforderlich.
Auf die Einreichung von papierhaften Nachweisen könne laut vorliegenden Informationen verzichtet werden. Ein klassischer Zahlungsverkehr wird über dieses Konto jedoch nicht abgewickelt; der Fokus liegt rein auf der Vermögensverwaltung.
Konditionen für nicht investiertes Guthaben
Ein zentraler Bestandteil des neuen Kontomodells ist die Verzinsung von nicht investiertem Kapital. Trade Republic gewährt hierbei einen variablen Zinssatz von 2,5 % pro Jahr. Im Gegensatz zu vielen Modellen im Privatkundenbereich ist diese Verzinsung nicht an eine Obergrenze gebunden.
Das entsprechende Guthaben wird vollständig in Geldmarktfonds angelegt. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass für diese Einlagen keine klassische Einlagensicherung greift. Das Kapital wird jedoch als Sondervermögen geführt und ist damit im Falle einer Insolvenz geschützt. Durch diese Struktur unterscheidet sich das Firmenangebot in der technischen Abwicklung der Zinserträge von herkömmlichen Verrechnungskonten.
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Gebührenstruktur und steuerliche Rahmenbedingungen
Die Kostenstruktur für Wertpapiertransaktionen orientiert sich am bestehenden Modell des Anbieters. Während Sparpläne kostenfrei zur Verfügung stehen, fallen für Einzelorders Abwicklungskostenpauschalen ab 1 € an. Für das Routing an mehr als 30 verschiedene Börsenplätze können sich diese Kosten auf 2 € erhöhen.
Ein wesentlicher Aspekt für Holding-Gesellschaften ist die steuerliche Behandlung von Aktiengewinnen. Gemäß § 8b KStG sind Veräußerungsgewinne aus Aktien unter bestimmten Voraussetzungen zu 95 % steuerfrei, sofern die Erträge innerhalb der Holding verbleiben.
Daraus ergibt sich eine effektive Besteuerung von rund 1,5 %. Trade Republic bildet diesen Rahmen für seine Kunden ab, um die Anlage von Betriebsvermögen in Wertpapiere attraktiv zu gestalten.
Markteinordnung des Unternehmens
Mit der Einführung des Private Holding Account festigt Trade Republic seine Position im europäischen Finanzmarkt. Das Unternehmen ist mittlerweile in 18 Ländern aktiv und verwaltet nach eigenen Angaben ein Privatkundenvermögen von insgesamt 150 Mrd. €.
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Die Erweiterung um Lösungen für Holding-Strukturen markiert einen weiteren Schritt in der Diversifizierung der Zielgruppen, wobei die technologische Skalierbarkeit durch den digitalen Onboarding-Prozess im Vordergrund steht.
Die Beschränkung auf Ein-Personen-Gesellschaften deutet darauf hin, dass komplexe operative Betriebe mit vielschichtigen Eigentumsverhältnissen vorerst nicht Teil der Expansionsstrategie im Firmenkundensegment sind.
