TikTok-Sanktion: Brasilien verhängt 25,6 Millionen Euro Strafe
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 01:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die brasilianische Datenschutzbehörde ANPD hat am 25. August 2026 eine umfangreiche Sanktion gegen das Technologieunternehmen ByteDance ausgesprochen. Die Muttergesellschaft der Kurzvideo-Plattform TikTok wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 153,7 Millionen Reais verpflichtet, was zum Zeitpunkt der Entscheidung rund 25,6 Millionen Euro entspricht.
Hintergrund der behördlichen Maßnahme ist die unrechtmäßige Verarbeitung personenbezogener Daten von Minderjährigen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren.
Ermittlungsergebnisse und rechtliche Konsequenzen
Die Aufsichtsbehörde begründete ihre Entscheidung mit insgesamt fünf festgestellten Verstößen gegen das brasilianische Datenschutzgesetz LGPD (Lei Geral de Proteção de Dados). Im Zentrum der Vorwürfe steht die Art und Weise, wie die Plattform Informationen junger Anwender erhebt und verarbeitet.
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Neben der unmittelbaren Geldstrafe ordnete die ANPD die vollständige Löschung aller Daten an, die unter diesen unrechtmäßigen Bedingungen erhoben wurden. Für die Umsetzung dieser Bereinigung wurde dem Unternehmen eine Frist von 60 Werktagen eingeräumt.
Für den Fall, dass ByteDance die angeordneten Maßnahmen nicht fristgerecht oder unvollständig umsetzt, hat die Behörde bereits weitere finanzielle Konsequenzen festgelegt. In einem solchen Szenario droht ein tägliches Zwangsgeld von 137.081,49 Reais, was etwa 22.800 Euro entspricht. Dem Unternehmen steht laut den behördlichen Vorgaben ein Zeitfenster von zehn Werktagen zur Verfügung, um Einspruch gegen die verhängte Strafe einzulegen.
Strengere Auflagen für die Plattformnutzung
Die Anforderungen der ANPD zielen zudem auf eine tiefgreifende Anpassung der Datenschutzeinstellungen und Nutzungsmodalitäten ab. Insbesondere für Anwender unter 16 Jahren forderte die Behörde deutlich restriktivere Voreinstellungen zum Schutz der Privatsphäre. Die Regulierer sehen hier einen erhöhten Schutzbedarf, der durch die bisherigen Mechanismen der App nicht ausreichend abgedeckt gewesen sei.
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Ein weiterer Schwerpunkt der Anordnungen betrifft die werbliche Ausspielung und die Nutzungsintensität. Die Behörde verlangte ein striktes Werbeverbot in der App-Version, die von Nutzern ohne vorherige Registrierung verwendet werden kann.
Darüber hinaus ordnete die ANPD an, die maximale Bildschirmzeit innerhalb der application auf 12 Stunden zu begrenzen. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass die Verarbeitungspraktiken von TikTok künftig stärker mit den nationalen Standards für den Jugendschutz im digitalen Raum in Einklang stehen.
