Thermo Fisher Langenselbold: 300 Beschäftigte protestieren gegen Stellenabbau
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 13:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Langenselbold hat sich am Mittwoch ein erheblicher Teil der Belegschaft des Technologieunternehmens Thermo Fisher versammelt, um gegen die angekündigten Kürzungspläne der Geschäftsführung zu protestieren. Rund 300 Beschäftigte nahmen an der Kundgebung teil, um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze einzufordern. Hintergrund der Aktion ist die Absicht des Konzerns, am Standort Langenselbold 60 der insgesamt 600 vorhandenen Stellen abzubauen.
Die Demonstration verdeutlicht die wachsende Verunsicherung innerhalb der Belegschaft, nachdem die Kürzungspläne bekannt geworden waren. Die betroffenen Mitarbeiter fordern eine langfristige Perspektive für den Standort und kritisieren den geplanten Abbau jedes zehnten Arbeitsplatzes in der Produktion und Verwaltung.
Politische Unterstützung für die Belegschaft
Der Protest der Mitarbeiter stieß auf breite Unterstützung in der regionalen Politik. Landrat Thorsten Stolz und der Kreisbeigeordnete Winfried Hofmann begleiteten die Demonstration vor Ort und solidarisierten sich mit den Forderungen der Arbeitnehmer.
Stolz betonte dabei die Bedeutung des Standorts für die regionale Wirtschaftsstruktur und sicherte den Beschäftigten Beistand bei ihrem Vorhaben zu, den Stellenabbau in der geplanten Form zu verhindern.
Die Anwesenheit der politischen Vertreter unterstreicht die Relevanz von Thermo Fisher als Arbeitgeber im Main-Kinzig-Kreis. Die politischen Akteure signalisierten, dass der Erhalt der qualifizierten Arbeitsplätze in Langenselbold oberste Priorität habe und ein Abbau in dieser Größenordnung soziale sowie wirtschaftliche Folgen für die Region nach sich ziehe.
Betriebsrat erarbeitet alternative Konzepte
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Parallel zu den Protesten auf der Straße bereitet die Arbeitnehmervertretung konkrete Schritte auf betrieblicher Ebene vor. Der Betriebsrat von Thermo Fisher kündigte an, eine fundierte Alternative zum geplanten Stellenabbau zu erarbeiten. Ziel sei es, der Geschäftsführung Wege aufzuzeigen, wie die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Standorts gesichert werden kann, ohne auf Entlassungen zurückgreifen zu müssen.
Dabei sollen interne Prozesse und Auslastungsmodelle geprüft werden, um Einsparpotenziale zu identifizieren, die nicht zulasten des Personals gehen. Die Arbeitnehmervertreter machten deutlich, dass sie die Notwendigkeit der geplanten Maßnahmen in diesem Umfang derzeit nicht als gegeben ansehen und den Dialog mit der Unternehmensleitung suchen werden, um betriebsbedingte Kündigungen abzuwenden.
IG Metall bereitet Sozialtarifvertrag vor
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Unterstützt werden die Beschäftigten zudem durch die Gewerkschaft IG Metall. Diese hat bereits damit begonnen, die Rahmenbedingungen für einen Sozialtarifvertrag vorzubereiten. Ein solcher Vertrag soll im Falle eines unvermeidbaren Personalabbaus die sozialen Härten für die betroffenen Mitarbeiter abfedern.
Dabei geht es insbesondere um Regelungen zu Abfindungen, Qualifizierungsmaßnahmen und Transfergesellschaften, um den Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse zu erleichtern. Die Gewerkschaft betonte jedoch, dass das vorrangige Ziel weiterhin die Beschäftigungssicherung am Standort Langenselbold bleibe.
Der Sozialtarifvertrag diene als notwendige Absicherung, falls die Verhandlungen über Alternativkonzepte nicht den gewünschten Erfolg erzielen sollten. Die Mobilisierung der rund 300 Teilnehmer bei der heutigen Demonstration werten Gewerkschaftskreise als starkes Signal der Geschlossenheit für die kommenden Auseinandersetzungen mit der Konzernleitung.
