Temu-Strafe: EU verhängt 200 Millionen Euro für DSA-Verstöße
29.05.2026 - 07:08:55 | boerse-global.deGrund sind schwere Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA).
Die Strafe in Höhe von 200 Millionen Euro verhängte die Kommission am 28. Mai 2026. Temu habe es versäumt, die Risiken durch illegale und gefährliche Produkte auf seiner Plattform angemessen zu bewerten und zu bekämpfen, so die Begründung.
Gefährliche Produkte in großem Stil
Anzeige: Wer die 200-Millionen-Strafe gegen Temu als Weckruf für den eigenen Marktplatz versteht, findet in diesem Report die wichtigsten Compliance-Hebel – von der Risikobewertung bis zu Testkäufen. Jetzt kostenlosen DSA-Compliance-Report anfordern
Regulatorische Testkäufe förderten erschreckende Ergebnisse zutage: Ein „sehr hoher Prozentsatz" geprüfter elektronischer Ladegeräte fiel durch die Sicherheitsprüfungen. Auch bei Baby-Spielzeug wurden in „hohem Maße" die gesetzlichen Grenzwerte für chemische Substanzen überschritten.
Die Dimension des Problems ist gewaltig: Rund 130 Millionen Kunden in Europa nutzen die Plattform. Die Höhe der Strafe berechnete die Kommission aus der Schwere der Verstöße, der Dauer der Missstände und der großen Zahl betroffener Verbraucher.
Temu wehrt sich – EU droht mit weiteren Strafen
Das Unternehmen kritisierte die Strafe als unverhältnismäßig. Temu verweist auf bereits umgesetzte Verbesserungen seit Einleitung der Untersuchung im Oktober 2024. Die Kommission betont jedoch, dass sowohl die ursprüngliche Risikobewertung von 2024 als auch die aktuellen Stellungnahmen des Händlers in die Entscheidung eingeflossen seien.
Die Behörde macht zudem Druck: Bleiben die Mängel bestehen, drohen tägliche Zwangsgelder. Parallel prüfen die Regulierer, ob Temu den Zugang zu Daten blockiert, die Forschern nach EU-Recht zustehen.
Signal für die gesamte Branche
Es ist bereits die zweite große Strafe unter dem Digital Services Act. Im Dezember 2025 musste die Plattform X (ehemals Twitter) 120 Millionen Euro zahlen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) begrüßte die Entscheidung als „notwendiges Signal für die Branche".
Anzeige: Ab Juli fallen die Zollbefreiung für Pakete unter 150 Euro und eine Gebühr von drei Euro pro Paket an – das verteuert das Geschäft mit internationalen Lieferungen massiv. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Ihre Prozesse rechtzeitig anpassen. Update zu Zoll- und Gebührenpflichten jetzt sichern
Neben Temu stehen auch andere große internationale Online-Händler wie AliExpress und Shein unter genauer Beobachtung der EU.
Zusätzliche Hürden für den Online-Handel
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Das regulatorische Umfeld für den internationalen E-Commerce verschärft sich rasant. Ab dem 1. Juli treten weitere Maßnahmen in Kraft. Die bisherige Zollbefreiung für Pakete unter 150 Euro wird abgeschafft. Zudem wird eine Gebühr von drei Euro pro Paket eingeführt. Für Temu und ähnliche Plattformen wird das Geschäft in Europa damit deutlich teurer.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
Für. Immer. Kostenlos.
