Telekom-Tarifvertrag: 60.000 Beschäftigte erhalten Bonus und Kündigungsschutz
29.05.2026 - 07:40:22 | boerse-global.de
Nach einem 36-stündigen Verhandlungsmarathon in Frankfurt haben sich die Deutsche Telekom und die Gewerkschaft Ver.di auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Die Einigung vom 27. Mai 2026 betrifft rund 60.000 Angestellte und beendet vorerst eine Serie von Warnstreiks, an denen sich bundesweit mehr als 32.000 Beschäftigte beteiligt hatten.
Drei Stufen für mehr Gehalt und Mitglieder-Bonus
Der Vertrag sieht über eine Laufzeit von 33 Monaten mehrere Erhöhungen vor. Ab August 2026 steigt die monatliche Zusatzzahlung von 190 auf 340 Euro. Im Juli 2027 folgt eine weitere Anhebung auf 480 Euro. In der letzten Stufe ab Juni 2028 erhöhen sich die Grundgehälter um 2,4 Prozent.
Für Auszubildende und dual Studierende sind ebenfalls prozentuale Steigerungen von 4,1, 3,3 und 2,4 Prozent vorgesehen. Laut Ver.di bedeutet das Gesamtpaket bei einem tariflichen Vergleichsgehalt von 55.000 Euro einen kumulierten Anstieg von 8,5 Prozent.
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Erstmals enthält der Abschluss einen Bonus speziell für Gewerkschaftsmitglieder. Ver.di-Mitglieder, die bis zum Stichtag 28. Mai 2026 eingeschrieben waren, erhalten eine Einmalzahlung von 440 Euro. Ein zweiter Bonus in Höhe von 220 Euro ist für Ende 2028 geplant.
Kündigungsschutz bis Ende 2028
Ein zentraler Punkt der Einigung ist die Verlängerung des Kündigungsschutzes. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis zum 31. Dezember 2028 ausgeschlossen. Damit haben die Beschäftigten für die gesamte Vertragslaufzeit Planungssicherheit.
Ver.di war ursprünglich mit der Forderung von 6,6 Prozent mehr Lohn über zwölf Monate sowie einer jährlichen Mitgliederprämie von 660 Euro in die Verhandlungen gegangen. Ver.di-Verhandlungsführer Frank Sauerland bezeichnete das Ergebnis als längst überfälliges Zeichen der Wertschätzung für die Belegschaft. Auch Telekom-Personalvorständin Birgit Bohle zeigte sich nach der vierten Verhandlungsrunde zufrieden.
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Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt einer Friedenspflicht und interner Zustimmung. Ver.di plant eine Mitgliederbefragung bis Mitte Juni 2026, die endgültige Entscheidung der Tarifkommission wird für den 19. Juni erwartet.
Glasfaser-Ausbau in Ostdeutschland
Parallel zu den Tarifverhandlungen gab die Telekom neue Infrastrukturprojekte bekannt. Auf der Digitalmesse Nørd in Rostock bestätigte das Unternehmen am 27. Mai 2026 „Open-Access“-Partnerschaften mit den regionalen Glasfaseranbietern e.discom und Wemacom.
Die Vereinbarungen ermöglichen es der Telekom, rund 220.000 weitere Haushalte in 400 Gemeinden in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit eigenen Glasfasertarifen zu versorgen. Während die Angebote im Netzgebiet von e.discom sofort verfügbar sind, sollen die Wemacom-Regionen bis Ende 2026 buchbar sein. Die Branchenverbände BREKO und VATM begrüßten das Modell als faire Kooperation, die den wirtschaftlich unsinnigen Doppelausbau von Netzen vermeidet.
Ergänzend zeigt die aktuelle Netzstatistik: Die Telekom hat im April 2026 81 neue Mobilfunkstandorte in Betrieb genommen. Hinzu kamen Kapazitätserweiterungen an 548 bestehenden Standorten – schwerpunktmäßig in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Die Maßnahmen sind Teil des laufenden Ausbaus des 5G-„Ultra-Capacity“-Netzes.
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