Teilzeit-Petition: 36.200 fordern Stundenaufstockung und Überstundenzuschlag
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 00:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Beschäftigte in Gesundheitswesen, Verkehr und Dienstleistung fordern mehr Respekt und bessere Bezahlung.
Petitionen für Teilzeitkräfte und Verkehrsbetriebe
In Österreich übergab die Arbeiterkammer (AK) am 8. Juli eine Petition mit dem Titel „Mehr Respekt für Teilzeit“ an die Politik. 36.200 Menschen unterstützen die Forderungen: einen Rechtsanspruch auf Stundenaufstockung bei regelmäßiger Mehrarbeit und 50 Prozent Zuschlag ab der ersten Überstunde.
Laut AK leisten rund 1,4 Millionen Teilzeitbeschäftigte in Österreich jährlich etwa 7,2 Millionen unbezahlte Überstunden. Besonders betroffen: Frauen, die mehr als drei Viertel der Teilzeitkräfte stellen. „Frauen arbeiten nicht weniger, sie werden nur schlechter bezahlt“, betont eine ÖGB-Vertreterin.
Auch in Zürich machten Angestellte Druck. Über 1.000 Mitarbeitende der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) übergaben eine Petition an Stadtrat Michael Baumer. Die Gewerkschaft VPOD fordert eine Begrenzung der Pausen bei geteilten Diensten auf maximal 90 Minuten und die Teilnahme an einem Pilotprojekt zur 35-Stunden-Woche. Hintergrund: Die betriebliche Vereinbarung wurde gekündigt. Ohne Verbesserungen könnte das frühestens Ende 2027 wirksam werden. Die Stadt will bis Ende August antworten.
Tarifkonflikte an Unikliniken und in Wuppertal
An den Universitätskliniken in Baden-Württemberg legten am 8. Juli Beschäftigte die Arbeit nieder. In Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen rief ver.di zu Warnstreiks auf – rund 26.000 Angestellte sind betroffen.
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Die Gewerkschaft fordert 7,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens 320 Euro pro Monat. Die Arbeitgeber boten eine Einmalzahlung von 400 Euro und eine stufenweise Erhöhung um 4,75 Prozent. Die Notfallversorgung blieb an allen Standorten gesichert.
In Wuppertal wächst der Unmut in den städtischen Bädern. Vertrauensleute forderten am 8. Juli eine Personaloffensive. Sie kritisieren kurzfristige Personalverschiebungen und hohe Überstundenbelastung. Gefordert werden eine schnelle Besetzung offener Stellen und verlässliche Dienstpläne.
VW-Proteste und Saarbahn-Streik
Volkswagen steht am 9. Juli vor bundesweiten Protesten. Grund ist eine Aufsichtsratssitzung über verschärfte Sparpläne. Die IG Metall rief zu Kundgebungen in Wolfsburg, Emden, Zwickau und Hannover auf. In Stuttgart planten Beschäftigte einen Autokorso, in Ingolstadt einen Flashmob. Warnstreiks waren zunächst nicht vorgesehen.
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Im Saarland verschärft sich die Lage im Nahverkehr. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) rief die Fahrer der Saarbahn ab dem späten Nachmittag des 9. Juli zu einem unbefristeten Streik auf. Die GDL will einen eigenen Tarifvertrag für rund 80 Lokführer – die bisherigen Verhandlungen brachten aus ihrer Sicht kein akzeptables Ergebnis.
Bereits Anfang Juli gab es Warnstreiks im Einzelhandel in Bremen und Niedersachsen. ver.di fordert dort 7 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber boten nach mehreren Runden 2,4 Prozent nach sechs Nullmonaten.
Sicherheitslücken und Personalabbau in der Schweiz
Bei den Verkehrsbetrieben Zürich geht es nicht nur um Arbeitsbedingungen. Ein Bericht vom 8. Juli zur Kollision zweier Trams im September 2025 empfiehlt die Nachrüstung älterer Fahrzeuge mit Aufmerksamkeitsassistenten. Auslöser des Unfalls mit mehreren Schwerverletzten war ein medizinisches Problem eines Fahrers. Die VBZ prüfen die Umsetzung.
Beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) formiert sich Widerstand gegen den geplanten Stellenabbau. 612 Mitarbeitende unterzeichneten einen Protestbrief gegen die Entlassung von Sprechausbildnern. Die Mediengewerkschaft SSM fordert die Rücknahme der Maßnahmen, die Ende Juni im Rahmen eines Sparprogramms umgesetzt wurden. Die Personalabteilung der SRG wies die Vorwürfe zurück und verwies auf eine künftige Kombination aus internen und externen Trainings.
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