Tech-Finanzierung, Fonds

Tech-Finanzierung: 24 Fonds fordern 15 Milliarden Euro jährlich

08.06.2026 - 08:50:31 | boerse-global.de

Ein Bündnis aus 24 Fonds will mit Milliarden-Investitionen die Finanzierungslücke für deutsche Tech-Unternehmen schließen.

24 Fonds fordern 15 Milliarden Euro jährlich für deutsche Tech-Start-ups
Tech-Finanzierung - Eine stilisierte Grafik mit aufsteigendem Trend, überlagert von digitalen Linien. Im Vordergrund Händedruck über Dokumenten. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Strategiepapier des „German Venture and Growth Forum“ fordert jährlich 15 Milliarden Euro Risikokapital für junge Technologieunternehmen.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) war bei der Vorstellung des Papiers in Berlin dabei. Die Initiatoren richten sich vor allem an große Vermögensverwalter. Ihr Ziel: den strukturellen Mangel an Wachstumskapital in Deutschland beheben.

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„In allen Wachstumsphasen fehlt Geld“

Martin Blessing, ehemaliger Commerzbank-Chef und heutiger Investitionsbeauftragter von Kanzler Merz, wurde deutlich. Er beklagte, dass schnell skalierende Tech-Unternehmen in jeder Phase zu wenig Finanzmittel hätten.

Nach Einschätzung der beteiligten Fonds droht Deutschland den technologischen Anschluss zu verlieren. Dabei gebe es genug Kapital im Markt – die Allianz etwa verwaltet Kundengelder von rund zwei Billionen Euro.

Rüstungs-Start-ups haben leichtes Spiel

Aktuell zeigt sich ein gespaltenes Bild bei der Kapitalvergabe. Während Firmen aus dem Rüstungssektor vergleichsweise leicht Investoren finden, klafft in vielen anderen Tech-Bereichen eine Finanzierungslücke. Die 24 Fonds wollen institutionelle Anleger mobilisieren, um diese Lücke zu schließen.

Die nationale Initiative fällt in eine Zeit massiver EU-Investitionspläne. Brüssel will bis 2036 insgesamt 420 Milliarden Euro in technologische Souveränität stecken – 120 Milliarden davon in Halbleiter, 100 Milliarden in Cloud und Künstliche Intelligenz. Das Ziel: den weltweiten Marktanteil bei Halbleitern bis 2030 auf 20 Prozent zu hieven.

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Steuerdebatte und Pensionslasten

Parallel zur Risikokapital-Diskussion brodelt die Steuerdebatte. DIW-Präsident Marcel Fratzscher schlug Anfang Juni eine zweiprozentige Vermögensteuer auf Nettovermögen ab 20 Millionen Euro vor. Die geschätzten Mehreinnahmen: 42 Milliarden Euro – gedacht zur Senkung der Steuern auf Arbeitseinkommen.

Doch die öffentliche Hand steckt in der Zange. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) beziffert den Barwert der Pensionsverpflichtungen von Bund und Ländern auf 2,3 Billionen Euro. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) will Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen – Kanzler Merz lehnt ab.

Die angespannten Staatsfinanzen machen klar: Ohne privates Kapital wird der Tech-Standort nicht vorankommen. Genau hier setzt die Forderung des „German Venture and Growth Forum“ an.

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