Tech-Abfindungen, Microsoft

Tech-Abfindungen: Microsoft bietet 60.000 Beschäftigten freiwilligen Ausstieg an

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Technologiekonzerne verbinden Stellenabbau mit freiwilligen Ausstiegsangeboten, während Alphabet seine Investitionen in Rechenzentren erhöht.
Ein leerer, minimalistischer Flur in einem modernen Bürogebäude mit großen Fensterfronten und Blick auf eine Stadt bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Branchenanalysen von Anfang November 2026 verdeutlichen, wie führende Technologiekonzerne wie Google, Microsoft und Meta bei Restrukturierungen verstärkt auf Abfindungspakete und freiwillige Ausstiegsangebote setzen.

Diese Maßnahmen gehen vielfach über die reine Fortzahlung von Grundgehältern hinaus. Nach Erhebungen des Branchendienstes TrueUp wurden im Jahr 2026 bereits über 200.000 Beschäftigte im Technologiesektor entlassen, nachdem im Gesamtjahr 2025 rund 245.000 Stellen weggefallen waren.

Freiwillige Programme bei Google und Microsoft

Vorläufer der aktuellen Ausstiegsprogramme etablierte Google bereits ab 2025 in ausgewählten Teams in den USA und im Vereinigten Königreich. Jüngere Initiativen folgen diesem Muster, richten sich jedoch gezielt an bestimmte Abteilungen.

Am Standort Zürich mit rund 5.000 Mitarbeitern erfolgte Mitte Juni eine entsprechende Ankündigung mit Rückmeldefrist bis Mitte Juli, woraufhin erste Abgänge ab August 2026 wirksam wurden. Das Paket sah ein Monatsgehalt pro Dienstjahr vor, gedeckelt auf maximal zwölf Monatsgehälter, wobei die Forschungseinheit DeepMind ausgenommen blieb.

In einem Schweizer Team von etwa 50 Mitarbeitern nahmen mindestens vier Beschäftigte das Angebot an. In mindestens einer Sparte folgten auf die Angebote dennoch Kündigungen. 2023 hatte Google in der Schweiz bereits über 200 Mitarbeiter entlassen.

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Zuvor hatten mehr als 4.500 Google-Mitarbeiter eine Petition unterzeichnet, die Abfindungsangebote vor Pflichtentlassungen forderte. Welche Konditionen für Deutschland gelten, wurde nicht berichtet; zum Vergleich sieht das deutsche Kündigungsschutzgesetz in Paragraph 1a KSchG eine Regelabfindung von 0,5 Monatsverdiensten pro Dienstjahr vor.

Bei Microsoft wurde Ende Oktober 2026 ein Programm für freiwillige Abfindungen bekannt gegeben. Dieses richtete sich an rund 60.000 der weltweit etwa 223.000 Beschäftigten (Stand Ende Juni 2026), was einem Anteil von gut 27 Prozent entspricht. Das Angebot galt für Standorte in den USA, Kanada, Indien und dem Vereinigten Königreich und umfasste Hierarchiestufen bis hin zu Vizepräsidenten.

Während Bereiche wie Windows, Xbox, Copilot und die Finanzabteilung voll einbezogen wurden, blieben Deutschland und Österreich außen vor. Teilbereiche wie Rechenzentren, Cybersicherheit, Vertrieb, Marketing und Quantencomputing wurden nur teilweise berücksichtigt.

Konditionen im Branchenvergleich

Analysen von Challenger, Gray & Christmas sowie Simple Severance beziffern die branchenübliche Basislinie für Abfindungen auf 16 Wochen. Mehrere Konzerne weichen von diesem Standard ab:

  • Meta: Bei einer weltweiten Belegschaft von rund 66.000 Mitarbeitern umfasst das Ausstiegsmodell 2,15 Monatsgehälter pro Dienstjahr sowie bis zu zehn Monate Freistellung bei 80 Prozent des Bruttogehalts, flankiert von Gründungs- und Karriereberatung. Bereits 2023 hatten 88 von rund 350 Beschäftigten in Frankreich ein vergleichbares Angebot angenommen.
  • Canva: Im Rahmen von Entlassungen im November 2026, die laut HR Brew 22 Prozent der Belegschaft beziehungsweise rund 1.271 Personen betrafen, erhielten Betroffene mindestens sechs Monate Grundgehalt. Zudem entfiel die einjährige Wartefrist für Aktienoptionen, Arbeitslaptops durften behalten werden, und es wurden ein Gründungsstipendium über 10.000 US-Dollar sowie Zuschüsse zu Krankenversicherung und Netzwerkdiensten gewährt.
  • Block: Nach einem Programm im Februar 2026 mit 20 Wochen Gehalt, einer Zusatzwoche je Dienstjahr und 5.000 US-Dollar Übergangsgeld passte das Unternehmen die Konditionen im November 2026 an. Betroffene erhielten sieben Wochen Grundgehalt plus eine Woche je Dienstjahr sowie 30 Tage bezahlte Freistellung.
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Hohe Ausgaben für Infrastruktur parallel zum Stellenabbau

Der Personalumbau vollzieht sich vor dem Hintergrund massiver Investitionen in Rechenzentren und Server. Bei der Google-Mutter Alphabet stiegen die Sachinvestitionen in den ersten neun Monaten 2026 auf 114,8 Milliarden Euro (131,95 Milliarden US-Dollar), verglichen mit 55,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Trotz eines Beschäftigtenstandes von 204.757 Mitarbeitern Ende September 2026 – 14.590 mehr als ein Jahr zuvor – wies der Konzern im dritten Quartal 2026 bei Investitionsausgaben von 51,4 Milliarden US-Dollar einen negativen freien Cashflow von rund 9 Milliarden US-Dollar aus.

Nach Angaben von Finanzchefin Anat Ashkenazi plant Alphabet für 2026 bis zu 205 Milliarden US-Dollar an Investitionen in Rechenzentren ein, für 2027 zeichnet sich ein weiterer Anstieg ab.

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