Taxigewerbe unter Druck: Uber kostet ein Drittel weniger
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Uber ist oft ein Drittel günstiger als das Taxi – und das bekommen die klassischen Taxiunternehmen jetzt zu spüren. Eine WZB-Studie zeigt: 39 Prozent der Befragten finden Taxis schlicht zu teuer.
Preisvergleich: Taxi versus Uber
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Für die Strecke vom Frankfurter Hauptbahnhof zum Flughafen verlangt ein Taxi rund 38 Euro, Uber nur 26. In Berlin klafft die Schere noch weiter auseinander: 60 Euro beim Taxi, 35 beim digitalen Rivalen.
Rund zwei Drittel der bisherigen Taxi-Verweigerer wollen deshalb künftig auf Uber und Co. setzen. Das bestätigt die Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, für die knapp 900 Menschen im Rhein-Main-Gebiet befragt wurden.
Mindestpreise: Flickenteppich statt einheitlicher Regeln
Einige Städte versuchen gegenzusteuern. München führte im Juli Mindestpreise für Mietwagen ein. Leipzig, Essen und Köln scheiterten dagegen vor Gericht. Branchenvertreter kritisieren außerdem: Taxiähnliche Mietwagen aus dem Umland strömen weiter in die Zentren und verschärfen das Überangebot.
Die eigene Digitalisierung verschlief die Branche derweil teilweise. Ein Grund mehr für den Rückstand gegenüber den Plattformanbietern.
Steuerchaos bei Krankenfahrten
Seit April sorgt ein Erlass aus Mecklenburg-Vorpommern für zusätzliche Verwirrung. Die Umsatzsteuer-Befreiung bei Krankenfahrten gilt demnach nur noch bei medizinisch indizierter Sonderausstattung der Fahrzeuge.
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Für klassische Taxis gilt der ermäßigte Steuersatz bis 50 Kilometer. Hin- und Rückfahrt zählen getrennt, bestätigte der Bundesfinanzhof. Mietwagen brauchen dagegen Sondervereinbarungen mit Krankenkassen, um vom ermäßigten Satz zu profitieren.
Spritpreise und Altersvorsorge: Doppelte Belastung
Hinzu kommen die Energiekosten: 2,30 bis 2,40 Euro pro Liter Diesel Anfang August – etwa ein Drittel der Gesamtkosten eines Taxibetriebs. Automobilverbände fordern deshalb eine Prüfung der Raffinerie-Margen durch das Kartellamt.
Gleichzeitig droht die Rentenversicherungspflicht für neue Selbstständige. Die Alterssicherungskommission hat ihre Empfehlung an Kanzler Merz und Arbeitsministerin Bas übergeben. Der Taxi- und Mietwagenverband warnt vor den Folgen für Existenzgründer und fordert eine zweijährige Karenzzeit, gewinnabhängige Beiträge und eine Opt-out-Möglichkeit.
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Dienstwagen: BFH verschärft Regeln für externe Büros
Auch bei der Steuer gibt es Neues: Ein externes Büro gilt bereits ab 15 Nutzungstagen pro Monat als regelmäßige Betriebsstätte. Das verändert die Versteuerung der Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Unternehmern bleibt derzeit nur der Griff zum Fahrtenbuch, um Nachteile zu vermeiden.
