Tarifvertrag, Pflege

Tarifvertrag Pflege Hamburg: Löhne steigen ab Januar um 3,9%

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 20:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hamburger Pflegeanbieter einigt sich mit ver.di auf zweistufige Entgelterhöhungen und neue Zuschläge für belastende Arbeitsfelder.

Pflegen & Wohnen Hamburg: Tarifdeal mit ver.di bringt mehr Lohn und Zulagen
Eine Pflegefachkraft im Gespräch mit einem Bewohner in einem modernen Hamburger Pflegeheim. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der größte stationäre Pflegeanbieter in Hamburg, Pflegen & Wohnen Hamburg, hat sich mit der Gewerkschaft ver.di auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt.

Wie am 14. August 2026 bekannt wurde, sieht die Vereinbarung deutliche Entgelterhöhungen für die mehr als 2.000 Beschäftigten sowie spezifische Zulagen für besonders fordernde Arbeitsbereiche vor. Die Einigung markiert einen wichtigen Schritt für die Arbeitsbedingungen in den insgesamt 14 Einrichtungen des Unternehmens.

Stufenweise Lohnsteigerungen und attraktive Einstiegsgehälter

Die Kernpunkte des neuen Tarifabschlusses umfassen eine zweistufige Anhebung der Gehälter über eine Gesamtlaufzeit von 24 Monaten. Demnach steigen die Bezüge der Angestellten ab dem 1. Januar 2027 zunächst um 3,9 Prozent. In einem zweiten Schritt zum 1. Januar 2028 ist eine weitere Erhöhung um 2,1 Prozent vorgesehen.

Mit dieser Einigung werden auch die Untergrenzen für die Vergütung neu definiert. Für Pflegefachkräfte liegt das Einstiegsgehalt künftig bei über 4.000 Euro monatlich.

Pflegeassistenten erhalten zum Berufsstart mehr als 3.600 Euro, während für Pflegehilfen ein Einstiegsentgelt von gut 3.200 Euro festgeschrieben wurde. Auch für den Nachwuchs in der Pflegebranche enthält der Abschluss Verbesserungen: Die Auszubildenden des Unternehmens erhalten monatlich 60 Euro mehr.

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Fokus auf besonders belastende Arbeitsbereiche

Ein zentraler Aspekt der Verhandlungen war die Honorierung von Tätigkeiten in Fachbereichen mit besonders hohen Anforderungen. Für Beschäftigte, die in der Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz, im Wachkoma oder mit dem Korsakow-Syndrom arbeiten, wurde eine neue Zulage vereinbart. Diese beträgt 7 Prozent des jeweiligen Bruttomonatsgehalts und soll die physische und psychische Belastung in diesen Spezialbereichen finanziell anerkennen.

Neben den finanziellen Aspekten wurden auch Regelungen zur Arbeitszeit und zur Erholung konkretisiert. Die reguläre Arbeitszeit beläuft sich weiterhin auf eine 38-Stunden-Woche. Zudem haben die Beschäftigten unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf bis zu 13 Zusatzurlaubstage.

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Vorteile für Gewerkschaftsmitglieder ab 2028

Eine Besonderheit des Abschlusses betrifft die Mitglieder der Gewerkschaft ver.di. Für diese group wurde ein zusätzlicher freier Tag ausgehandelt, der ab dem Jahr 2028 in Anspruch genommen werden kann. Solche Exklusivregelungen für Gewerkschaftsmitglieder finden in Tarifverträgen der Pflegebranche zunehmend Verbreitung, um die Bindung an die Arbeitnehmervertretung zu stärken.

Pflegen & Wohnen Hamburg unterstreicht mit diesem Abschluss seine Position als marktführender stationärer Anbieter in der Hansestadt. Mit über 2.000 Mitarbeitern und einem breiten Angebot an Pflegeplätzen in 14 Häusern gilt das Unternehmen als einer der bedeutendsten Arbeitgeber im regionalen Gesundheitssektor.

Der nun erzielte Konsens soll dazu beitragen, die Fachkräftesicherung des Anbieters langfristig zu unterstützen und die Attraktivität der Pflegeberufe im städtischen Wettbewerb zu erhöhen.

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